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Coronavirus: Abwasserüberwachung als Frühwarnsystem | BR24

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Wie kann ein erneuter Corona-Ausbruch möglichst früh erkannt werden? Klar, durch flächendeckende Tests. Es gibt aber eine weitere Möglichkeit, die etwa in den Niederlanden durchgeführt wird: Eine Überwachung des Abwassers.

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Coronavirus: Abwasserüberwachung als Frühwarnsystem

Wie kann ein erneuter Corona-Ausbruch möglichst früh erkannt werden? Klar, durch flächendeckende Tests. Es gibt aber eine weitere Möglichkeit, die etwa in den Niederlanden durchgeführt wird: Eine Überwachung des Abwassers.

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Nehmen wir Medikamente zu uns oder Drogen, hinterlässt das Spuren im Abwasser. Ebenso verhält es sich mit Krankheitserregern. Auch mit dem Coronavirus. Über den Stuhlgang der Infizierten gelangen nicht-infektiöse Reste ins Abwasser.

Anhand der dortigen Konzentration von SARS-Cov-2 schließen die Forscher zum Beispiel an der TU München, am niederländischen Wasserforschungsinstitut KWR oder Technischen Hochschule Lausanne auf die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung: Sind nur vereinzelt Menschen infiziert? Oder bereits sehr viele? Nimmt die Anzahl ab? Oder steigt sie?

Das Ziel: Das Abwasser soll Zusatzinformationen liefern über das Auftauchen und die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung. Und als Frühwarnsystem dienen.

In Niederlanden flächendeckende Analysen

In den Niederlanden zum Beispiel wurde in zwei Fällen das Virus in Kläranlagen festgestellt, in den betreffenden Gemeinden wurden aber erst eine Woche später die ersten Corona-Fälle bekannt.

"In Amersfoort haben wir das Virus am 5. März im Abwasser entdeckt. Der erste Corona-Patient in dieser Stadt ist erst eine Woche später registriert worden. Daraufhin haben wir nach weiteren Orten gesucht, die noch Corona-frei waren, die Watteninsel Terschelling zum Beispiel. Da haben wir dann ebenfalls gemessen und wurden fündig. Und so wie in Amersfoort ist auch auf Terschelling der erste Coronafall erst gut eine Woche später festgestellt worden.” Gertjan Medema, Chefmikrobiologe, KWR

Jetzt werden landesweit regelmäßig Abwasserproben bei allen Kläranlagen genommen und auf Rückstände des Coronavirus untersucht. So kann früher auf ein Auftauchen des Virus reagiert werden.

© Bayerischer Rundfunk

Reste von SARS-CoV-2 lassen sich inzwischen auch im Abwasser nachweisen. Könnte man anhand der Proben aus Klärwerken also eine Art "Frühwarnsystem" entwickeln? Noch sind einige Fragen offen.