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Corona-Zusammenhang "plausibel": Seltene Kinderkrankheit geht um | BR24

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Derzeit erkranken Kinder an einer rätselhaften Erkrankung, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelt. Eine Verbindung zu Corona ist nicht nachgewiesen.

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    Corona-Zusammenhang "plausibel": Seltene Kinderkrankheit geht um

    Fälle aus den USA machten bereits Schlagzeilen. Doch auch in Europa leiden derzeit Dutzende Kinder an einer Krankheit, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelt. Ein Zusammenhang mit Corona ist nicht sicher, erscheint Experten jedoch plausibel.

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    Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berichtet aktuell über eine noch rätselhafte Krankheit, die rund 230 Kinder in Europa befallen hat. Bezeichnet wird die Erkrankung als Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS).

    Sie äußert sich in Symptomen wie Fieber, Bauchschmerzen und Herzproblemen und kann in sehr seltenen Fällen sogar zum Tod führen. Die Krankheit äußert sich dementsprechend ähnlich wie das bei Kindern bereits bekannte Kawasaki-Syndrom, das zu einer Überreaktion des Immunsystems führt. Es wird vermutlich durch Bakterien oder Viren ausgelöst.

    Womöglich Zusammenhang mit Corona

    Für die Experten der ECDC erscheint ein Zusammenhang zwischen dem vermehrten Auftreten einer solchen Erkrankung und dem grassierenden Coronavirus "plausibel". Nachgewiesen ist dies allerdings nicht. Sicher ist lediglich, dass einige der erkrankten Kinder auch positiv auf Covid-19 getestet wurden. Berichte über eine Kawaski-ähnliche Krankheit bei mehr als 100 Kindern hatte es zuletzt aus New York gegeben. Ärzte dort gehen ebenfalls von einem Zusammenhang mit Corona aus.

    Auch Zahlen aus dem italienischen Bergamo legen eine Verbindung zumindest nahe. So wurden in einem dortigen Krankenhaus zwischen Januar 2015 und Mitte Februar 2020 insgesamt 19 Kinder mit Kawasaki-Syndrom behandelt, in den zwei Monaten seither jedoch alleine 10 Kinder mit Kawasaki-ähnlichen Symptomen.

    Drosten: Gut behandelbare Krankheit

    Ein wissenschaftlicher Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Corona und der Kinderkrankheit sind solche Beobachtungen und Einschätzungen jedoch natürlich nicht. Etwa schon wegen der niedrigen Fallzahl in Italien.

    Ohnehin sollte niemand wegen der Erkrankung in Angst geraten. Hoffnung macht laut dem Charité-Virologen Christian Drosten, dass es sich um ein sehr seltene Krankheit handle, die noch dazu gut behandelbar sei. Das sagte er kürzlich im Podcast der Kollegen des NDR.