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Silvester wird im Corona-Lockdown nicht in gewohnter Form stattfinden. Nachdem es aber gerade heuer wichtig erscheint, das Übel zu vertreiben, haben wir uns bei Brauchtums-Experten erkundigt, was da zu tun ist...

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Böllern und Besuche: Diese Regeln gelten an Silvester

Dieses Jahr ist an Silvester vieles anders als sonst: Kein traditionelles Silvester-Feuerwerk und maximal fünf Erwachsene aus zwei Haushalten. Doch darf man zum Beispiel Tischfeuerwerk kaufen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Von
  • Julia Ley
  • BR24 Redaktion

Der seit Mitte Dezember aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen geltende Lockdown hat auch Auswirkungen auf Silvester. Wer zum Feiern zusammenkommen darf, was für Böller gilt und was man tun kann, wenn man sich an Silvester krank fühlt.

Wer darf zum Feiern zusammenkommen?

Für eine Silvesterfeier dürfen sich maximal fünf Erwachsene aus zwei Haushalten treffen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Allerdings gilt das nur für Zusammenkünfte in Innenräumen und auf dem eigenen Grundstück. Denn das Haus darf man derzeit nur aus einem triftigen Grund verlassen – etwa für einen Spaziergang oder um Sport zu treiben. Nicht aber, um draußen länger Zeit zu verbringen und zu böllern.

Gilt die nächtliche Ausgangssperre?

Ja. Auch am Silvesterabend gilt in ganz Bayern die landesweite Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Gäste müssen also im Haushalt des Gastgebers übernachten, wenn sie gemeinsam den Jahreswechsel verbringen wollen. Zudem gilt am Silvesterabend laut den Beschlüssen von Bund und Ländern vom 13. Dezember 2020 ein bundesweites An- und Versammlungsverbot.

Wird es gar kein Feuerwerk geben?

Der Jahreswechsel wird dieses Jahr größtenteils ohne Feuerwerk stattfinden, denn der Verkauf von Böllern ist in Bayern seit dem 16. Dezember verboten. Auf vielen zentralen öffentlichen Plätzen und Straßen besteht zudem ein Böllerverbot, die Verwendung und sogar das Mit-sich-führen von Pyrotechnik sind dort laut dem FAQ des Bayerischen Gesundheitsministeriums untersagt.

Auch wenn das Böllern selbst nicht überall explizit verboten ist, dürfte es also schwer werden, an Feuerwerkskörper zu gelangen. Wer noch Böller-Restbestände aus den Vorjahren hat, darf diese nur vom eigenen Grundstück abfeuern - so lange sich dieses nicht innerhalb des Bereichs befindet, an dem das Böllern verboten ist.

In München etwa ist im gesamten Bereich innerhalb des Mittleren Rings "das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen mit ausschließlicher Knallwirkung (also Silvesterknaller und Böller) am gesamten 31. Dezember und am gesamten 1. Januar untersagt". Das teilt die Stadt auf ihrer Homepage mit. Informationen dazu, wo genau die Böllerverbote gelten, finden sich auf den Homepages der zuständigen Kreisverwaltungsbehörden.

Grund für diese Regelungen ist die Sorge, dass es durch Böller zu mehr Verletzungen kommen könnte. Die Krankenhäuser sollen in Corona-Zeiten nicht zusätzlich belastet werden.

Kann man wirklich gar keine Böller kaufen?

Der Verkauf von "pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 im Sinne von §3a SprengG" ist laut der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in diesem Jahr untersagt. Damit ist das klassische Silvesterfeuerwerk - oder Kleinfeuerwerk - gemeint, das in anderen Jahren zwischen dem 28. Dezember und Neujahr an Personen ab 18 Jahren verkauft werden darf. Größere Feuerwerkskörper der Kategorien F3 und F4 darf ohnehin nur erwerben, wer im Besitz einer besonderen Erlaubnis ist und einen Befähigungsschein nach §20 SprengG vorweisen kann.

Allerdings: Feuerwerkskörper der Kategorie F1, das sogenannte "Jugendfeuerwerk" oder "Tischfeuerwerk", darf jeder ab zwölf Jahren kaufen und abbrennen – auch in diesem Jahr. Dazu zählen etwa Knallerbsen, Partyknaller, Bodenwirbel, Eisfontänen, Wunderkerzen und Ähnliches.

Was mache ich, wenn ich mich an Silvester krank fühle?

Über Weihnachten und den Jahreswechsel, wenn die Arztpraxen geschlossen sind, stehen für Patienten im Fall einer akuten Erkrankung die Bereitschaftspraxen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) offen. Auch Hausbesuche durch den Fahrdienst des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes sind möglich. Patienten können die ärztlichen Bereitschaftspraxen ohne Termin aufsuchen. Telefonisch erreichbar ist der Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117.

Patienten mit typischen Symptomen einer Grippe oder schweren Erkältung, wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber, können in einigen Bereitschaftspraxen extra eingerichtete "Infektsprechstunden" nutzen. In München besteht zudem die Möglichkeit, ebenfalls ohne Vorabtermin die "Bereitschaftspraxis Infekt" auf der Theresienwiese aufzusuchen. Alle Informationen zu den jeweiligen Infektsprechstunden und der" Bereitschaftspraxis Infekt" finden Patienten hier im Internet.

Auch in Bereitschaftspraxen, in denen keine speziellen Sprechstunden angeboten werden, können Infektpatienten behandelt werden. Hier ist ein Besuch wie bisher auch zu den normalen Bereitschaftsdienstzeiten möglich. Das Personal vor Ort steuert die Verteilung der Patienten. Zudem kann man sich jederzeit vorab auch an den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 wenden.

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In Nürnberg sowie in allen anderen mittelfränkischen Kommunen gibt es an Silvester ein Feuerwerksverbot auch auf Privatflächen. Demnach dürfen die Bürger auch nicht in ihrem Garten oder auf dem Balkon Pyrotechnik zünden.