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Corona: Was erwarten Wissenschaftler im Herbst? | BR24

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Die Corona-Fallzahlen steigen europaweit und auch in Deutschland. Reiserückkehrer, Familienfeiern und ein laxer Umgang mit Corona-Maßnahmen sind die Gründe. Was erwarten Wissenschaftler im Herbst?

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Corona: Was erwarten Wissenschaftler im Herbst?

Die Corona-Fallzahlen steigen europaweit und auch in Deutschland. Reiserückkehrer, Familienfeiern und ein laxer Umgang mit Corona-Maßnahmen sind die Gründe. Was erwarten Wissenschaftler im Herbst?

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Von
  • Ulrich Hagmann

Seit mehr als einem halben Jahr beschäftigt sich die Münchner Professorin Ulrike Protzer mit dem Corona-Virus. Die steigenden Fallzahlen europaweit bereiten ihr Sorge.

"Das Problem, das wir aktuell haben, ist, dass natürlich viele Menschen aus Urlaubsländern zurückkommen, wo das Infektionsgeschehen deutlich höher ist, und wenn man sich die Zahlen bei den Reiserückkehrern anschaut, dann hat mich das schon ein bisschen geschockt." Prof. Ulrike Protzer

Die Fallzahlen in Deutschland haben im August nahezu durchgehend das Niveau vom Mai überschritten. Damals hatte sich die Zahl der pro Tag gemeldeten Neuinfektionen auf einen Wert von unter Tausend eingepegelt. Nun gibt es seit mehreren Tagen wieder mehr als 1.000 Neuinfektionen täglich.

Welche Spätfolgen verursacht Corona?

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat der Direktor der medizinischen Klinik, Stefan Schreiber, alle Hände voll zu tun. Er erstellt momentan mehrere Corona-Studien. Sein Fokus liegt vor allem auf den Spätfolgen von Corona. In Schleswig-Holstein kann sich jeder positiv Getestete ich Rahmen von Schreibers Studie über Jahre untersuchen lassen.

"Die Idee, das eine Infektion harmlos ist, ist falsch. Es gibt Menschen, die überleben sie relativ gut, aber die Chance, daran zu sterben, ist schon mal sehr hoch und die Chance, Langzeitfolgen zu kriegen, das wissen wir bereits aus den bisherigen Daten, ist auch sehr, sehr hoch, auch für junge Menschen." Prof. Stefan Schreiber, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Und auch bei der Suche nach einem Medikament gegen das Coronavirus herrscht Ernüchterung. Am Universitätsklinikum Tübingen betreut Professor Peter Kremsner eine große Studie zu dem Thema. "Es wird kein Wundermittel geben, es wird kein gutes Medikament geben, soviel kann man jetzt schon sagen, außer es gibt einen Durchbruch, der von heute auf morgen kommt. Das sehe ich nicht." Bis Weihnachten aber hofft er, könnte es vielleicht einen Impfstoff aus Tübingen geben. Die klinischen Studien haben erfolgversprechend begonnen.

Impfstoffentwicklung dauert wohl noch

Bis ein sicherer Impfstoff verfügbar ist, dauert es noch. Ein Problem kann die beginnende Erkältungssaison sein. Ulrike Protzer mahnt auch die Politik.

"Wir wissen alle, die Kinder haben ständig eine laufende Nase im Herbst, auch wir selber haben ständig Erkältungen. Auch da sollten wir uns alle einig werden, was ist die Indikation, zu testen und was hat das auch für Konsequenzen? Muss derjenige dann zuhause bleiben, bis der Test fertig ist, oder sagt man, nein das Risiko ist gering, dass der trotzdem weiterarbeitet, das sind Dinge, da sollten wir möglichst bundeseinheitliche Maßnahmen treffen." Prof. Ulrike Protzer

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