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Ausgangssperre & Co.: Wie sinnvoll sind Corona-Maßnahmen im Freien? | Possoch klärt | BR24

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    Nächtliche Ausgangssperren Schwachsinn? Possoch klärt!

    Ausgangssperren ab 21 Uhr – so die entscheidende Maßnahme der sogenannten Bundes-Notbremse. Doch bringt das überhaupt was im Kampf gegen Corona? Das stellen Aerosolforscher vehement in Frage. Sind Beschränkungen im Freien Schwachsinn? Possoch klärt!

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    Von
    • Dominic Possoch
    • Adrian Dittrich

    "Ich mag keine Ausgangssperre", so Berlins Oberbürgermeister Michael Müller in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek hält die nächtliche Ausgangssperre dagegen für einen wichtigen Beitrag zur Kontaktreduzierung. Ganz klar: Die Meinungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

    Dazu kam jüngst auch noch ein offener Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung an die Bundesregierung - mit einer klaren Botschaft: Die größte Ansteckungsgefahr sei drinnen, nicht draußen.

    Im neuen "Possoch klärt" legt Aerosolforscher Gerhard Scheuch noch einmal nach: Aerosole, die das Coronavirus übertragen, seien tückisch – aber eben weniger im Freien. "Wissenschaftlich wissen wir: 99,9 Prozent findet im Innenraum statt", so Scheuch. Ausgangsbeschränkungen würden dabei die Ansteckung im Inneren eher begünstigen, wenn Menschen sich abends nicht mehr im Freien treffen können.

    Corona-Maßnahmen wie Ausgangssperre nur Symbolpolitik?

    Lauert die Infektionsgefahr also wirklich ausschließlich in Innenräumen? Dr. Christoph Spinner, Pandemiebeauftragter am Münchner Klinikum rechts der Isar, sagt: "Nein." Der Oberarzt für Infektiologie warnt davor, dass Infektionen im Freien zwar weniger über Aerosole, dafür aber weiterhin über Tröpfcheninfektionen stattfinden können. Face-to-Face-Kontakte wie im Biergarten seien demnach nach wie vor gefährlich, auch wenn sie nicht die Mehrheit der Übertragungen zu verantworten hätten.

    Ein gewisses Risiko bleibt also. Ob dieses Risiko aber die Beschränkungen im Freien, wie Ausgangssperren oder Maskenpflicht in der Fußgängerzone, rechtfertigen, lässt Spinner offen.

    "Am Ende geht es da nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um die Abwägung von Grundrechten und Freiheitsrechten. Also eine sehr politische Frage. Da kann es aus wissenschaftlicher Sicht keine eindeutige Antwort geben." Dr. Christoph Spinner, Oberarzt für Infektiologie am Klinikum rechts der Isar München

    Was bedeuten diese neuerlichen Hinweise der Aerosolforscher für uns konkret? Können wir alle bald wieder draußen in Cafés, Biergärten oder bei Open-Air-Konzerten sitzen? Sind Ausgangssperren sowie Maskenpflicht und Verweilverbote an öffentlichen Plätzen Schwachsinn?

    Was Aerosolforscher Scheuch im neuen "Possoch klärt" (unten) auch zu bedenken gibt: Selbst bei offener Außengastronomie oder Sport im Freien, bleiben Innenräume, die genutzt werden müssen: Toiletten, Umkleiden, Duschkabinen. Wie verhält es sich da mit Aerosolen?

    Alles, was Sie über die Wirksamkeit von Ausgangssperren und anderen Maßnahmen im Freien wissen sollten:

    Possoch klärt!

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