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Corona und Shoppen: Wie man sich als Kunde am besten schützt | BR24

© dpa-Bildfunk

Passanten in einem Einkaufszentrum

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    Corona und Shoppen: Wie man sich als Kunde am besten schützt

    Endlich wieder shoppen gehen, neue Klamotten anprobieren. Für viele ist das ein Stück Normalität. Doch auch hier kann das Coronavirus lauern. Wie also schützt man sich in den Läden am besten?

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    Wer sich in diesen Zeiten zu einen Einkaufsbummel aufmacht, sollte zuerst die Standard-Regeln beachten: Im Geschäft immer Abstand halten und eine Atemschutz-Maske aufsetzen. Es gibt Kunden, die steuern im Laden direkt auf das Kleidungsstück zu, das sie kaufen wollen. Dann bezahlen sie und verlassen das Geschäft. Doch was, wenn man einige Stücke probieren möchte, bevor sie in der Einkaufstasche landen? Experten raten, dass die Umkleide-Kabine immer gut gelüftet sein sollte. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet ein paar Minuten, nachdem der vorherige Kunde aus der Kabine raus ist. Und: Der Mund-Nasen-Schutz wird nicht abgenommen. Kunden sollten ihre Hände desinfizieren. Denn beim Probieren fasst man sich oft unbewusst ins Gesicht.

    Ansteckungsgefahr nicht ausgeschlossen

    Aber was ist, wenn man ein Kleidungsstück anzieht, das zuvor eine infizierte Person anprobiert hat?

    "Man kann grundsätzlich sagen, dass die Ansteckungsgefahr zwar gering, aber nicht ausgeschlossen ist", sagt die Mikrobiologin Prof. Birgit Willinger von der Medizinischen Universität Wien. "Was wir wissen: Wenn das Virus trocknet, verliert es schrittweise an Infektiosität. Es ist auch anzunehmen, dass das Risiko der Übertragung bei der Anprobe einer Hose geringer ist als bei einem Pulli, da dieser über den Kopf gezogen wird."

    Nach derzeitigem Wissensstand ist Willinger zufolge die Übertragung durch Gegenstände sehr unwahrscheinlich: "Wichtig ist jedenfalls zu beachten, dass eine Übertragung möglich ist, wenn infektiöse Sekrete mit den Händen aufgenommen werden und dann zum Beispiel das Gesicht berührt wird. Der Hauptübertragungsweg bleibt jedoch die Tröpfcheninfektion".

    Vertrauen gewinnen

    Einige Händler sind im Umgang mit Kleidung so vorsichtig wie möglich. Insbesondere kleinere Geschäfte wollen ihren Kunden Sicherheit bieten.

    "Da werden nach dem Probieren die Kleidungsstücke weggelegt, gelüftet und erst dann wieder für den nächsten Kunden bereitgelegt", sagt Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Bayerischen Einzelhandels in München. Laut Ohlmann desinfizieren manche Shops sogar die Kleiderbügel". Damit wolle man das Vertrauen der Kunden gewinnen: "Das ist enorm wichtig, damit der Kunde sieht, es wird auf Sicherheit geachtet."

    Überleben auf Textilien

    Wie lange Coronaviren auf Textilien überleben, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt lediglich: "Die Stabilität von Coronaviren in der Umwelt hängt von vielen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche sowie vom speziellen Virusstamm und der Virusmenge ab. Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen." Allerdings rät das Institut den Verbrauchern: Textilien, die mit infektiösen Körperflüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, bei mindestens 60 Grad mit einem Vollwaschmittel zu reinigen. Der Modeverband Deutschland verweist seine Mitglieder auf das Bundesinstitut für Risikobewertung. "Eine konkrete Handlungsanweisung für Modegeschäfte gibt es nicht", sagt Bernd Ohlmann.

    Kauf-Erlebnis gedämpft

    Hat man im Shop sein Lieblingsstück gefunden, heißt es beim Bezahlen an der Theke: Möglichst wenig anfassen und am besten bargeldlos bezahlen. Auf diese Weise lassen sich Infektionsrisiken reduzieren. Trotz Sicherheitsmaßnahmen: Ein tolles Shopping-Erlebnis kommt bei vielen Kunden kaum auf. Mundschutz vor dem Gesicht und permanente Gedanken an die Hygiene-Regeln, das dämpft bei vielen die Kauf-Laune. Allerdings: Weil die Lager voller Waren sind, erwarten Experten jetzt eine Rabatt-Schlacht. Zur Freude mancher Schnäppchenjäger.

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