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Corona-Tests: Pool-Verfahren für mehr Effizienz | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Das Zusammenfassen mehrerer Proben in einem Pool soll Coronavirus-Tests effizienter machen.

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    Corona-Tests: Pool-Verfahren für mehr Effizienz

    "Testen, testen, testen" soll die Ausbreitung des Coronavirus bremsen. Die Testkapazitäten der Labore sind allerdings begrenzt. Das Pool-Verfahren soll helfen, sie effizient zu nutzen.

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    Die Standard-Methode zur Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion ist die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Für den "Corona-Test" wird zunächst eine Probe aus Mund, Rachen, Nase oder Bronchien genommen, zum Beispiel ein Abstrich oder etwas Sekret. Wenn sich in der Probe Viren-Erbmaterial befindet (bei Coronaviren die RNA) wird dieses kopiert und millionenfach vervielfältigt. Anschließend kann man künstlich hergestellte RNA-Teile des SARS-CoV-2-Virus zugeben und testen, ob sie mit der RNA aus der Probe reagieren.

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    PCR-Test – zuverlässig, aber teuer

    PCR-Tests liefern sehr zuverlässige Ergebnisse, sind aber aufwendig und relativ teuer. Zudem sind die Kapazitäten der Labore und der Reagenzien-Hersteller begrenzt. Daher sollten PCR-Tests so effizient wie möglich eingesetzt werden. Ihre Zahl ließe sich reduzieren, wenn man mehrere Personen gleichzeitig testet. Dazu werden diese in einem "Pool" zusammengefasst. In diesem Pool können fünf Personen sein, aber auch 30 oder mehr. Das Pool-Verfahren ist nicht neu und kommt zum Beispiel bei der Suche nach Krankheitserregern in Blutspenden zum Einsatz.

    Ein Test für viele

    In einem Testpool sind zum Beispiel 30 Personen. Das Probenmaterial dieser 30 Testpersonen wird zusammengefasst und durchläuft dann im Labor gemeinsam den PCR-Prozess und anschließend die Suche nach der Coronavirus-DNA. Das ist deutlich einfacher und günstiger, als alle 30 Proben einzeln zu testen. Wenn der Test negativ ausfällt, gilt dieses Ergebnis für alle 30 Testpersonen aus dem Pool.

    Alle Proben in einem Topf

    Fällt ein Pool-Test jedoch positiv aus, muss der Pool aufgelöst und alle, die darin waren, nochmals getestet werden. Das kann entweder mit den ursprünglichen Proben geschehen, wenn diese für diesen Zweck zurückgestellt wurden. Oder die Teilnehmer des Test-Pools geben eine zweite Probe ab. Nachträglich herauszufinden, von wessen Probe die gefundene Coronavirus-RNA stammt, ist unmöglich. In einer zusammengeführten Pool-Probe findet man zwar auch DNA-Stücke aus dem menschlichen Erbgut. Diese können aber von jedem Testteilnehmer aus dem Pool stammen, denn in der Pool-Probe sind die ursprünglichen Einzelproben gründlich durchgemischt.

    Keine Alternative zu Einzeltests

    Pool-Untersuchungen können Einzeltests nicht ersetzen. Das Pool-Verfahren bietet sich an, wenn man davon ausgehen kann, dass es nur wenig positive Testergebnisse geben wird. Dann lassen sich mit einem Durchlauf mehrere Tests gleichzeitig durchführen. Mit der Pool-Methode könnte man etwa das Personal eines Krankenhauses regelmäßig auf SARS-CoV-2 testen. Nicht geeignet sind Pool-Tests hingegen bei Menschen mit Symptomen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten. Hier könnte zwischen einem positiven Ergebnis und dem zweiten Kontrolltest wertvolle Zeit verloren gehen.

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