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40.000 Corona-Neuinfektionen am Tag, Inzidenz über 350: Alles nur Panikmache? | Possoch klärt | BR24

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    Corona-Prognosen: Alles nur Panikmache? Possoch klärt!

    Inzidenzen weit über 300, 40.000 Corona-Neuinfektionen am Tag – so lauteten die Corona-Prognosen noch vor Ostern. Eingetroffen sind sie nicht. War es am Ende reine Panikmache? Was sind die Gründe, dass die Zahlen anders gekommen sind? Possoch klärt!

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    Von
    • Adrian Dittrich
    • Dominic Possoch

    Noch im Februar schlugen die Alarmglocken: Wenn man jetzt alle Maßnahmen gegen Corona fallen ließe, würden in Deutschland 180.000 Menschen im Alter unter 60 Jahren bis zum Frühjahr sterben. So hat es die Virologin und Vertreterin der "NoCovid"-Strategie Melanie Brinkmann in einem Interview mit dem Spiegel vorgerechnet.

    "Ich sehe das eigentlich auch so, dass das viel Panikmache ist." Ralph Brinks, Epidemiologe

    Im neuen "Possoch klärt" (Video unten) ordnet der Epidemiologe und Statistiker Ralph Brinks von der Ludwigs-Maximilians-Universität München die verschiedenen Prognosen und Modelle ein und stellt klar, warum sie einfach nie genau zutreffen können.

    Falsche Corona-Prognose des Robert Koch-Instituts für April 2021?

    Melanie Brinkmann war nicht die Einzige, die gesagt hat: Wenn keine schärferen Maßnahmen gegen Corona kommen, würden sich die Zahlen alles andere als positiv entwickeln.

    Noch Mitte März hatte das Robert-Koch-Institut für die Zeit nach Ostern hohe Inzidenzen von 250 bis sogar 550 vorhergesagt – also noch höher als an Weihnachten 2020. Im Nachhinein liegt die Inzidenz in Deutschland nun allerdings deutlich unter den prognostizierten Werten, sogar mit sinkender Tendenz. Und das, obwohl sich an den bisherigen Corona-Maßnahmen wenig bis gar nichts geändert hat. Auch die Bundesnotbremse kam zu spät, um als Erklärung dienen zu können. Der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach sieht Impfungen als einen möglichen Grund, warum sich die Zahlen anders entwickeln als angenommen.

    Corona-Pandemie: Ende erst 2022 absehbar?

    Trotzdem sind viele Epidemiologen und Virologen nach wie vor vorsichtig mit ihren Prognosen. Denn erst "wenn alle sicher sind, sind wir sicher" – sagte jüngst RKI-Chef Lothar Wieler. Das Ende von Corona kommt also erst, wenn die Pandemie weltweit abflacht und das könnte sich bis 2022 hinziehen. Andererseits: Zurzeit wird – auch von Karl Lauterbach – prognostiziert, dass der anstehende Sommer gut wird.

    Am Ende sind beide Aussagen Prognosen – nur gefällt die eine den Leuten mehr, die andere weniger. Und all diese Prognose-Modelle bekommen Sie auch nur deshalb mit, weil die Medien darüber berichten – so wie wir hier auch.

    Welche Rolle spielen also die Medien bei dieser eventuellen Panikmache? Außerdem: Was ist von Corona-Prognose-Modellen zu halten, wie müssen Sie diese einordnen und was sind die Gründe, dass sich die Zahlen jetzt anders entwickeln als von den meisten Modellierern Mitte März berechnet?

    Possoch klärt!

    Alles, was Sie über Pandemie-Modellrechnungen und „Horror-Prognosen“ wissen sollten, erfahren Sie im Video oben. Diskutieren Sie gerne in den Kommentaren mit.

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