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Corona-Forscher aus München und Ulm arbeiten zusammen | BR24

© dpa/pa, NIAID

Elektronenmikroskopische Aufnahme von COVID-19

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    Corona-Forscher aus München und Ulm arbeiten zusammen

    Immer wieder entsteht der Eindruck, dass Forschergruppen überwiegend für sich alleine arbeiten. In München und Ulm arbeiten Wissenschaftler nun gemeinsam an der Frage, wie Corona unser Immunsystem lahmlegen kann.

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    Wenn Roland Beckmann vom Genzentrum der LMU München und Konstantin Sparrer von der Uni Ulm nicht zusammengearbeitet hätten, würde wohl eine wichtige neue Erkenntnis über Corona fehlen.

    Zwei Forscher - ein Ziel

    Durch Zufall haben die beiden erfahren, dass sie an etwas ganz ähnlichem forschen - und sich dann über Videotelefonie ideal ergänzt. Mit einem Elektronenmikroskop konnten die Forscher ganz tief in die menschliche Zelle schauen. Und so zeigen, wie das Corona-Virus die Ribosomen, also die Kraftwerke der Zellen, blockiert.

    Normalerweise dockt an den Zellkraftwerken sogenannte mRNA an: Das Signal, damit die Zelle zum Beispiel Abwehrstoffe bildet. Das Corona-Virus verstopft mit einem Eiweiß-Stöpsel die Andockstelle und legt so das Immunsystem lahm. "Die Zelle hört dann sofort auf, ihre eigenen Proteine, die sie braucht, zu machen", erklärt Roland Beckmann von der LMU.

    Große Konkurrenz unter Wissenschaftlern

    Nicht immer machen Forscher gemeinsame Sache. Beispiel: Corona-Impfstoff. Über 220 verschiedene Gruppen konkurrieren weltweit um die beste und schnellste Lösung. Zusammenarbeit findet teilweise statt. Etwa, wenn Forscher ihre Erkenntnisse auf Servern hochladen und von ihren Kollegen auf der Welt gegenlesen lassen. "Ganz klar", so meint auch Roland Beckmann, "dass aber auch Wissenschaftler ihr Schaf ins Trockene bringen wollen". Eitelkeiten würden hier auch eine Rolle spielen.

    Meist werden Steuergelder für die Forschung verwendet, das heißt, sie sollte eigentlich möglichst nützlich und frei von Eitelkeiten sein. Die Münchner und die Ulmer Forscher hoffen jetzt, mit ihren Erkenntnissen an einem Medikament gegen das Virus arbeiten zu können.

    "Wir haben mit unserer Mikroskopie genau gesehen, wie der Virus, oder das virale Protein sich da festsetzt. Und jetzt probieren wir, diese Stelle zu schützen." Roland Beckmann, LMU München

    Auch dafür wollen die Unis in München und Ulm wieder zusammenarbeiten.

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