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Corona-Langzeitfolgen: "Treppensteigen so gut wie nicht möglich" | BR24

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Screenshot vom BR24Live am 19.7.2020.

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Corona-Langzeitfolgen: "Treppensteigen so gut wie nicht möglich"

Warum ist die Forschung nicht weiter? Sind Menschen mit Blutgruppe 0 wirklich besser dran? Das waren User-Fragen im BR24Live zu Corona und den Langzeitfolgen. Eine Betroffene berichtete. Jeanne Rubner aus der Wissenschaftsredaktion gab Antworten.

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Kopfschmerzen, Fieber, Atemnot - manche Menschen, die Covid-19 überstanden haben, klagen Wochen später noch über Beschwerden. Im BR24Live am Sonntag schilderte die 25-jährige Madeleine Flach, wie es ihr ergeht: Noch Monate der Infektion hat sie Beschwerden. "Treppensteigen ist so gut wie gar nicht möglich", sagt sie, Fahrradfahren nur kurz. Madeleine befindet sich noch immer in Therapie. Andere Fälle klingen noch dramatischer - wenn zum Beispiel auch das Nervensystem beschädigt wird.

"Ein paar Prozent" leiden unter Langzeitfolgen

Beim BR24Live ordnete Jeanne Rubner aus der BR-Wissenschaftsredaktion die Häufigkeit von Folgeschäden ein. "Da gibt es zwar leider keine genauen Daten. Aber man schätzt, dass es ein paar Prozent sind, die unter Langzeitfolgen leiden und Monate später zum Beispiel noch unter Schwindel und Kopfschmerzen leiden."

Auf die Frage von Moderator Christian Orth, wie berechtigt eine Angst vor Hirnschäden sei, konnte Rubner beruhigen: "Man darf nicht denken, wenn ich Covid-19 bekomme, kriege ich auch Schäden im Nervensystem und im Gehirn. Das sind Einzelfälle." In Liverpool seien von Forschern 900 Erkrankungsfälle untersucht worden. Darunter gab es auch Gehirnhautentzündung. Aber eben nur als Einzelfälle.

Der Vorteil der Blutgruppe 0

Die Frage einer Userin, ob Menschen mit Blutgruppe 0 tatsächlich weniger gefährdet seien, am Coronavirus schwer zu erkranken, konnte Rubner insofern bejahen, als es Anhaltspunkte dafür in der Forschung gibt. Denn das Virus docke an bestimmten Rezeptoren an den Blutgefäßen an. Bei Blutgruppe 0 seien weniger dieser Rezeptoren vorhanden, wodurch diese Menschen eine Infektion weniger treffe.

Das neuartige Coronavirus sei ja nun schon einige Monate bekannt, meinte ein User. Warum die Forscher denn nicht mehr darüber wüssten? Forscher seien selber überrascht, so Rubner, wie viele Ausprägungen eine durch Sars-CoV-2 hervorgerufene Erkrankung habe. "Manche sagen, man müsse von einem Syndrom sprechen", so Jeanne Rubner - also nicht nur von einer Krankheit, sondern von vielen Krankheitsbildern.

Hier können Sie sich das BR24Live zu Corona-Langzeitfolgen nochmals ansehen oder klicken Sie direkt auf das unten stehende Video.

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Es mehren sich die Anzeichen, dass eine Covid-19-Erkrankung nicht einfach kommt und wieder geht. Im Gegenteil: Frühere Patienten berichten von lang anhaltenden Atem- und Lungenproblemen - was auch Ärzte bestätigen.

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