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Kinderärzte sprechen von "Triage in Psychiatrien" während Corona

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    Corona: Kinderärzte sprechen von "Triage in Psychiatrien"

    Kinder- und Jugendärzte schlagen Alarm: Sie prangern eine politischen Vernachlässigung von Kindern in der Corona-Pandemie an. In Kinderpsychiatrien fände bereits eine Triage statt - wer nicht selbstmordgefährdet sei, werde gar nicht aufgenommen.

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    • BR24 Redaktion

    Kinder- und Jugendmediziner fordern dringend schnelle Schul- und Kitaöffnungen. "Schulen öffnen, Kitas öffnen - natürlich gemäß den geltenden Leitlinien und mit angemessenen Testungen. Jetzt ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, der "Rheinischen Post" (Dienstag).

    Kinder brauchen ihr Leben zurück

    "Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass sich Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, keine Nachteile davon haben dürfen." Es sei absolut notwendig, Kindern im Grundschulalter, aber auch in mittleren Jahrgängen wieder ein normales soziales Leben zu ermöglichen, damit sie sich normal entwickeln können - auch, wenn Jugendliche in den höheren Jahrgängen allmählich geimpft werden können.

    Schulschließungen nach einem Jahr Pandemie nicht mehr tragbar

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisierte die politische Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie scharf. "Kinder und Jugendliche wurden in der Pandemie von Anfang an massiv vernachlässigt. In der ersten Phase waren die pauschalen Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen noch nachvollziehbar. Aber inzwischen haben wir gelernt, dass Kinder die Infektion deutlich weniger weitertragen und selbst deutlich seltener erkranken als Erwachsene", sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske der "Rheinischen Post".

    Kinderpsychatrie: Ohne Suizidabsicht keine Aufnahme

    Es gebe psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie sie es noch nie erlebt hätten.

    "Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind voll, dort findet eine Triage statt. Wer nicht suizidgefährdet ist und 'nur' eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen." Jakob Maske, Berufsverband Kinder- und Jugendärzte

    Karliczek: Junge Generation hat das Nachsehen

    Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) forderte von Bund und Ländern mehr Anstrengungen zugunsten der Schüler. "Die Lage der jungen Generation steht aus meiner Sicht gegenwärtig immer noch viel zu wenig im Mittelpunkt der Diskussion", sagte sie der "Bild" (Dienstag). Das werde den Sorgen, die "wir uns machen sollten, nicht gerecht". Der Ausfall an Präsenzunterricht habe zu erheblichen Lernrückständen geführt.

    Lehrerverband für Präsenzunterricht ab 50er-Inzidenz

    Der Deutsche Lehrerverband hält eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 50 für empfehlenswert. "Wir haben ja bereits jetzt nur noch wenige Landkreise oberhalb der 165er Inzidenz, die für reinen Distanzunterricht ausschlaggebend ist", sagte ihr Präsident Heinz-Peter Meidinger der Zeitung.

    Unterhalb der 100er Inzidenz könnten Länder vollständigen Präsenzunterricht anordnen. Bei vollständigem Präsenzunterricht ohne Abstandsregelung solle man sich allerdings an der Empfehlung des RKI (Inzidenz 50) orientieren, solange viele Lehrkräfte und fast alle Kinder noch nicht geimpft seien, so Meidinger.

    Für das nächste Schuljahr zeigte sich Meidinger "recht optimistisch, dass da deutlich mehr Normalität in den Schulbetrieb zurückkehrt und bei fortschreitenden Impfungen die Inzidenzen niedrig gehalten werden können".

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