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Mehrere Länder haben die Impfung mit dem Produkt von AstraZeneca mittlerweile ausgesetzt.

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    Welche Probleme gibt es beim AstraZeneca-Impfstoff?

    Nach Berichten über Blutgerinnsel bei Geimpften haben mehrere Länder die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelagentur will die Fälle nun untersuchen. Fragen und Antworten im FAQ.

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    Von
    • Jeanne Turczynski
    • BR24 Redaktion

    Die Meldung mehrerer Länder, die Impfung mit AstraZeneca zu pausieren, hat in den vergangenen Tagen zu großer Verunsicherung geführt. Nach der Impfung waren bei einigen Personen Blutgerinnsel aufgetreten. Wie sicher ist der Impfstoff und wie ist die Lage in Deutschland?

    Welche Probleme bestehen beim Impfstoff von AstraZeneca?

    Am Donnerstag hat Dänemark die Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca ausgesetzt, nachdem eine Person wenige Tage nach der Impfung an einem Blutgerinnsel gestorben war. Auch Norwegen hat daraufhin entschieden, vorerst nicht mit AstraZeneca zu impfen. Italien hat indes angekündigt, bestimmte Chargen zu verbieten. Aus Österreich ist in den vergangenen Tagen ebenfalls ein Fall bekannt geworden. Auch hier wurde daraufhin eine Charge des Impfstoffes von AstraZeneca nicht verimpft.

    Bisher sind EU-weit rund fünf Millionen Personen mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft worden. Aktuell gibt es 30 Meldungen von solchen Blutgerinnungsstörungen – keine besondere Häufung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

    Was weiß man über den Zusammenhang von Impfung und Blutgerinnsel?

    Noch ist nicht nachgewiesen, ob es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Blutgerinnsel gibt. Laut den Entwicklern sind Blutgerinnungsstörungen bisher nicht als unerwünschte Nebenwirkungen aufgetreten. Und nach erster Prüfung gebe es bei dem Impfstoff keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Risikosignal und der Impfung, meldete das für die Bewertung und Sicherheit von Humanarzneimitteln zuständige Pharmakovigilance Risk Assessement Committee (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA). Die EMA will diese Fälle jetzt untersuchen.

    Leif-Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Berliner Charité, erklärt: "Die ergriffenen Maßnahmen sind selbstverständlich als Vorsichtsmaßnahmen zu verstehen." Allerdings zeige sich bislang auch nach Gabe von vielen Millionen Impfdosen des AstraZeneca-Impfstoffs zum Beispiel in Großbritannien keine Häufung von thrombotischen Ereignissen unter den Geimpften. Daher sei ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombosen eher nicht zu erwarten.

    Wie ist die Situation in Deutschland?

    Am Donnertagabend hat auch das Paul-Ehrlich-Institut, Deutschlands oberste Bundesbehörde für Impfstoffe, eine vorläufige Bewertung abgegeben. Bislang gebe es demnach keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit der AstraZeneca-Impfung in kausaler Verbindung stehe. Bis Donnerstag sind laut Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland elf dieser sogenannten thromboembolischen Ereignisse gemeldet worden, vier Personen sind verstorben.

    Wie reagiert Deutschland?

    Das deutsche Bundesgesundheitsministerium will die Untersuchung der Europäische Arzneimittelbehörde EMA abwarten. Leif-Erik Sander von der Berliner Charité sagt dazu: "Es ist wichtig und richtig, dass allen Ereignissen sehr sorgfältig nachgegangen wird. Das geschieht ja auch durch die zuständigen Behörden. Ich sehe aber aktuell keinen Grund zur Sorge."

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