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Der Corona-Impfstoff soll schon bald zum Einsatz kommen. Zuvor muss die Ständige Impfkommission aber noch eine Empfehlung dafür aussprechen.

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    Corona-Impfung: Was macht die Ständige Impfkommission?

    Bald könnte in Deutschland mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen werden. In diesem Zusammenhang ist immer wieder von der Ständigen Impfkommission die Rede. Doch was macht sie überhaupt? Und wie kommt es letztendlich zu einer Impfempfehlung?

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    Von
    • Fabian Schell

    Die Ständige Impfkommision (kurz: STIKO) ist ein un­ab­hängiges Experten­gremium, das vom Robert Koch-Institut (RKI) koordiniert wird. Sie wurde im Jahr 1972 vom damaligen Bundesgesundheitsamt eingerichtet, seit 2001 ist sie durch das Infektionsschutzgesetz gesetzlich verankert.

    Ihr gehören zwölf bis 18 ehrenamtliche Experten aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung an. Darunter befinden sich neben Ärzten und Wissenschaftlern auch Vertreter von Gesundheitsbehörden und Krankenkassen.

    Berücksichtigen der gesamten Bevölkerung

    Das Ziel der Ständigen Impfkommission ist es, neue Impf­em­pfehl­ungen für Deutsch­land zu entwickeln. Außerdem passt sie bereits bestehende Empfehl­ungen an neue Ent­wick­lungen und Er­kennt­nisse aus der For­schung an­.

    Dabei berücksichtigt die STIKO nicht nur das individuelle Risiko-Nutzen-Verhältnis für den einzelnen Geimpften, sondern auch das für die ge­samte Be­völke­rung. Die Wirk­sam­keit, Un­be­denk­lich­keit und Qualität von Impfstoffen wird bereits bei der Zulassung überprüft.

    Analyse von Epidemien und Impfstrategien

    Die Ständige Impfkommission orientiert sich bei ihrer Arbeit an den Kriterien der evi­denz­basierten Me­dizin. Das bedeutet, sie bewertet, ob die vorliegenden Untersuchungen und Veröffentlichungen sowie die wissenschaftlichen und klinischen Daten zu einem Impfstoff überzeugend genug sind.

    Da­rauf auf­bauend analysiert die STIKO die Entstehung, Verbreitung, Bekämpfung und die sozialen Folgen von Epidemien auf Be­völkerungs­ebene sowie die Effekte einer flächendeckenden Impf­strategie. Zudem beschäftigt sie sich mit Impfreaktionen, die über das Übliche hinaus gehen.

    Impfkalender als medizinischer Standard

    Einmal jährlich veröffentlicht das Robert Koch-Institut die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zusammen mit ausführlichen Erklärungen im sogenannten Impfkalender. Diese gelten gemeinhin als medizinischer Stan­dard.

    Seit 2007 sind die von der STIKO empfohlenen Imp­fungen Grundlage der Schutz­impfungs­richtlinie des Ge­mein­samen Bundes­aus­schusses. Sie sind somit auch Pflicht­leistungen der ge­setzlichen Kranken­ver­sicherung und werden daher übernommen.

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