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Das sollten schwangere Frauen zur Corona-Impfung wissen.

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    Corona-Impfung für Schwangere: Das müssen Sie wissen

    Die Coronavirus-Mutanten mischen die Karten neu. Inzwischen erkranken mehr Menschen unter 50 Jahren und auch Schwangere an Covid-19 als im vergangenen Jahr. Nun gibt es im In- und Ausland neue Erkenntnisse zur Corona-Impfung für Schwangere.

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    Von
    • Tanja Fieber
    • BR Wissen

    Schwangere Frauen wurden nicht in die Impfstoff-Studien einbezogen. Für sie sind die Impfstoffe nicht zugelassen. Wenn keine Vorerkrankungen oder Risikofaktoren bestehen, galten Schwangere bisher nicht als mehr gefährdet durch Covid-19 als gleichaltrige nicht-schwangere Frauen. Das hat sich durch die Corona-Mutanten geändert.

    Sind Schwangere durch das Coronavirus besonders gefährdet?

    Da auch mehr Menschen unter 50 Jahren und jüngere Menschen erkranken, steigt das Risiko für Schwangere sich in der eigenen Familie oder im nahen Umfeld anzustecken. Erkranken Schwangere an Covid-19 und müssen auf die Intensivstation, ist das ein dramatischer Verlauf.

    Noch sind solche Fälle selten, aber beispielsweise am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) häufiger als 2020: In den ersten Monaten 2021 mussten schon sieben Schwangere auf der Intensivstation versorgt werden. Im gesamten Vorjahr war es nur eine, gibt der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Stefan Kluge, an. Bei Schwangeren sei zudem das Immunsystem generell etwas herabgesetzt und die Sauerstoffaufnahme reduziert.

    Corona-Impfung für Schwangere - ja oder nein?

    Im Ausland - Israel, USA, Großbritannien - wird inzwischen auch Schwangeren geraten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In der Regel mit mRNA-Präparaten. In Israel gab es mehrere Todesfälle schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach einer Corona-Infektion. Dazu sollte man wissen, dass Israel die höchste Geburtenrate der westlichen Welt hat (durchschnittlich drei Kinder pro Frau) und die höchste Impfrate, das heißt, es gibt viel mehr Datenmaterial, das ausgewertet werden kann als in Deutschland.

    Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hält sich derzeit noch zurück mit Empfehlungen, weil sie nur anhand von Datenmaterial Sicherheit und Wirksamkeit Empfehlungen herausgibt. Am 18. Mai 2021 gab die Stiko lediglich eine Impfempfehlung für Schwangere mit einem "erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände". Das ist aber keine generelle Impfempfehlung für Schwangere.

    Dazu sollte man wissen: Bei den Zulassungsstudien der Impfstoffe waren Schwangere nicht einbezogen. Erste Daten darüber gibt es nur durch Zufall: Es wurden auch Frauen geimpft, die zu dem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Schwangerschaft wussten. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe sich gezeigt, dass dies keine negativen Einflüsse habe. Das bestätigen auch elf deutsche gynäkologische Fachorganisationen in einer gemeinsamen Pressemeldung: Demnach haben US-amerikanische systematische Nachbeobachtungen von über 4.700 geimpften schwangeren Frauen keinen einzigen Hinweis für vermehrte Komplikationen aufgewiesen, wie etwa Frühgeburt, Fehlbildungen oder Wachstumseinschränkungen beim Säugling.

    Schwangere und Corona-Impfung - was gilt in Deutschland derzeit?

    In Deutschland gilt momentan: Eine Impfung wird einer Schwangeren bislang nur in Einzelfällen angeboten, wenn Vorerkrankungen das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen und nach Nutzen-Risiko-Abwägung sowie ausführlicher Aufklärung. Allerdings können Schwangere bis zu zwei enge Kontaktpersonen angeben, die priorisiert die schützenden Dosen verabreicht bekommen. Der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, Christian Albring, hält eine Impfung aller Schwangeren für "äußerst sinnvoll". Daten aus den USA und Großbritannien ließen erwarten, dass auch die Stiko in absehbarer Zeit die Impfung Schwangerer propagieren werde.

    💡 Alarmierende Corona-Studie ins Verhältnis setzen

    Alarmierende Corona-Studie ins Verhältnis setzen Ein Forscherteam stellte Beobachtungen aus 18 Ländern mit mehr als 2.100 infizierten und nicht-infizierten Schwangeren im Fachmagazin "Jama Pediatrics" vor. Laut der Studie war die Wahrscheinlichkeit für Schwangere mit Covid-19 auf eine Intensivstation eingewiesen zu werden im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. ABER: Der Virologe Christian Drosten entschärft diese Info in seinem Podcast "Coronavirus-Update" (Folge 86, NDR Info) mit dem Hinweis, dass in dieser Studie auch Länder in tropischen Gebieten mit schlechter Grund-Gesundheitsversorgung einbezogen worden sind. In Deutschland überwiegen bislang die günstigen Verläufe von Schwangeren mit Sars-CoV-2-Infektionen, ergab eine Auswertung des "Ärzteblattes".

    Mit welchen Impfreaktionen müssen Schwangere rechnen?

    Eine vor Kurzem erschienene Studie im "New England Journal of Medicine" mit Daten von mehr als 35.000 Frauen in den USA zeigt, dass Schwangere im Vergleich zu Nicht-Schwangeren nicht mehr Impfreaktionen hatten. Lediglich ist nach der Impfung häufiger mit lokalen Impfreaktionen wie einem schmerzenden Arm zu rechnen.

    Impfung auch im kritischen ersten Trimester?

    Unklar sind noch die Auswirkungen einer Impfung auf die sensible Phase des ersten Schwangerschaftsdrittels. Dazu gibt es keine aussagekräftigen Daten. Aufgrund der aktuellen Datenlage durch die US-Studie hält Christian Drosten das Vorgehen von Frankreich und Österreich für unterstützenswert. In diesen Ländern zählen Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zu den Impfberechtigten.

    Welche Auswirkungen hat die Corona-Impfung auf das ungeborene Baby?

    Einer US-Studie zufolge geben schwangere Frauen nach einer Corona-Impfung die gebildeten Antikörper an ihr Baby weiter. Später könne es diese auch über die Brustmilch bekommen. In den USA sind bereits mehr als 100.000 Schwangere geimpft.

    Welche Auswirkungen hat eine SARS-CoV-2-Infektion einer Schwangeren auf das ungeborene Baby?

    Zur Erklärung: Covid-19 ist der schwere Krankheitsverlauf, SARS-CoV-2 die Infektion mit dem Coronavirus. Für infizierte Schwangere gibt es gute Nachrichten aus Schweden: Wissenschaftler werteten Daten von knapp 90.000 Geburten in Schweden im ersten Pandemie-Jahr aus und stellten fest, dass nur äußerst wenige Neugeborene von positiv getesteten Müttern ebenfalls infiziert waren. Betroffen waren 21 Babys. In der Mehrheit hatten sie keine Symptome der Infektion. Besteht zum Zeitpunkt der Geburt eines Babys eine Coronavirus-Infektion oder wird eine vermutet, wird in Deutschland das Baby auf das Coronavirus getestet.

    Welche Auswirkungen hat eine Covid-19-Erkrankung auf das ungeborene Baby?

    Bei den erkrankten Schwangeren zeigt sich laut Christian Albring ein Anstieg von Tot- und Frühgeburten sowie eine erhöhte Rate an Kaiserschnitten. Eine von 25 erkrankten Schwangeren müsse intensivmedizinisch behandelt werden. Werde eine Beatmung notwendig, so liege die Sterblichkeit bei zwei Prozent, sagt der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte.

    Können infizierte Frauen ihr Baby stillen?

    Ja. Derzeit fehlen evidenzbasierte Hinweise dafür, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Derzeit geht man davon aus, dass die Vorteile des Stillens das potenzielle Risiko einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

    In Israel wird eine Corona-Impfung auch für stillende Mütter empfohlen, nicht nur für Schwangere. Laut dem Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin, Professor Ekkehard Schleußner, wurde nachgewiesen, dass durch die Impfung gebildete Antikörper über die Muttermilch transportiert werden und gestillte Neugeborene durch eine Nestimmunität geschützt sind.

    Wenn Sie Ihr Baby stillen, werden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen

    • Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
    • Tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust.
    • Befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung.
    • Wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten.
    • Wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.
    • Ist eine Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt werden und über eine weitere Person an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.

    Hinweis: Der Artikel wird laufend aktualisiert.

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