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Können Geipmfte bald Party machen?

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    Erleichterungen für Corona-Geimpfte - unfair? Possoch klärt!

    Können Geimpfte bald in wieder Biergärten und Bars sitzen und ausgiebig shoppen? Das sei ungerecht, erschaffe eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" und komme einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich, kritisieren viele. Was ist da dran? Possoch klärt!

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    Von
    • Dominic Possoch
    • Maren Breitling

    Einfach wieder in einem Restaurant sitzen und schlemmen, ins Kino gehen oder ohne Quarantäne in den Urlaub fahren - das wünschen sich viele. Für Menschen, die vollständig geimpft sind, kann das bald möglich sein. Aber ist das nicht unfair gegenüber Leuten, die noch nicht geimpft wurden?

    Die Politik diskutiert schon seit einigen Wochen über das Thema. Einige Mitglieder der Bundesregierung wie Jens Spahn (CDU), Christine Lambrecht und Olaf Scholz (beide SPD) haben sich bereits dafür ausgesprochen. Aber sind die Lockerungen rechtlich überhaupt möglich oder ist die Idee ungerecht, weil sich viele noch nicht impfen lassen dürfen? Mit dieser Debatte befasst sich das neue "Possoch klärt" (Video unten).

    RKI: Geimpfte sind nicht mehr ansteckend

    Auslöser für die Diskussionen ist eine Neubewertung des Robert Koch-Instituts (RKI): Das Risiko einer Übertragung des Coronavirus durch Geimpfte sei 14 Tage nach der zweiten Impfung sehr gering. Damit spielten Geimpfte bei der Pandemie keine wesentliche Rolle mehr, heißt es vom RKI. Damit gab das RKI die Debatte frei, Regelungen für Geimpfte zu überlegen.

    Vorteile für Geimpfte, Nachteile für Nichtgeimpfte: eine Zwei-Klassen-Gesellschaft?

    Die Mitglieder des Deutschen Ethikrats sehen die Gefahr, dass bei Lockerungen für Geimpfte die Solidarität bröckeln könne und die Pandemiebekämpfung ins Stocken gerate. Die Vorsitzende des Rats, Alena Buyx, sagte, es dürfe keine Schieflage entstehen, denn es stünden Privilegien für Geimpfte und Nachteile für Nichtgeimpfte gegeneinander.

    Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrats, warnt im neuen "Possoch klärt" (Video unten) vor einer Neiddebatte in der Gesellschaft. Sie ist eigenen Aussagen zufolge trotzdem für die Erleichterungen. Noch wichtiger sei jedoch, dass wirklich alle Menschen geschützt seien: "Und dann kann man auch von Geimpften noch mehr verlangen, als es sich manche vielleicht selber wünschen würden." Dazu zählt Breit-Keßler unter anderem die AHA-Regeln und nach wie vor vorsichtiges Verhalten beim Besuch in Alten- und Pflegeheimen.

    Corona-Impfpflicht durch die Hintertür?

    Deutschland befindet sich im Moment, trotz Vorschritten beim Impfen, mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Ist es rechtlich überhaupt möglich, für bestimmte Gruppen die Regelungen zu lockern? Rechtsanwalt Christian Solmecke sagt klar: "Ja."

    "Wenn wissenschaftlich eindeutig belegbar ist, das von Geimpften keinerlei Gefahr mehr ausgeht, dann gibt es auch keinen Grund mehr, diese Leute mit Ausgangssperren zu überziehen oder sonstige Beschränkungen aufzuerlegen." Rechtsanwalt Christian Solmecke

    Gleichzeitig steht im Grundgesetz auch der Gleichheitsgrundsatz, also dass alle Menschen gleichbehandelt werden müssen. Steht dies dann nicht im Widerspruch zu eventuellen Vorteilen für Geimpfte gegenüber Nichtgeimpften? Und ist das dann nicht de facto eine Impfpflicht durch die Hintertür?

    Possoch klärt!

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