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Corona-Impfstoffe: Das sind die nächsten Kandidaten | BR24

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Als dritter Impfstoff wurde in den USA das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson zugelassen. Die US-Behörde FDA erteilte eine Notfallzulassung.

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Corona-Impfstoffe: Das sind die nächsten Kandidaten

Bisher sind drei Corona-Impfstoffe in der EU zugelassen. Weitere - wie der von Johnson & Johnson - haben es nicht mehr weit bis zur Zulassung. Am 11. März will die EMA den Impfstoff zulassen. Und das russische Vakzin Sputnik V wird derweil geprüft.

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Von
  • Jan-Claudius Hanika

Die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sind in der EU bereits im Einsatz, doch an vielen anderen wird weiterhin geforscht. Manche Impfstoffe stecken noch in der Entwicklungsphase, andere - wie der von Johnson & Johnson - stehen kurz vor der Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA. Die Zulassung des russischen Vakzins Sputnik V, das schon in Ungarn verimpft wird, wird derzeit von der EMA geprüft.

Impfstoff aus USA/Belgien: Janssen / Johnson & Johnson

Der Impfstoff Ad26.Cov2.S von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson, ist ein Vektorimpfstoff, so wie auch die Impfstoffe von AstraZeneca und Sputnik V. Beim Johnson & Johnson-Impfstoff dient ein sogenanntes Adenovirus als Vektor. Dieses löst normalerweise eine gewöhnliche Erkältung aus, wurde jedoch so verändert, dass es sich nicht vermehren kann. Über den Vektor werden genetische Anweisungen an die Zellen übermittelt, ein bestimmtes Protein des Coronavirus zu produzieren. Auf diese Weise wird das Immunsystem auf die Bekämpfung des echten Coronavirus vorbereitet.

In den USA erhielt der Impfstoff von Johnson & Johnson am 28. Februar eine Notfallzulassung. Die Aussichten auf eine Zulassung in der EU sind ebenfalls gut: Am 16. Februar wurde der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA gestellt, am 11. März will sie entscheiden. Die EU hat bereits 200 Millionen Dosen vorbestellt plus eine Option auf weitere 200 Millionen Dosen. Im Gegensatz zu Sputnik V und dem AstraZeneca-Impfstoff ist beim Janssen-Impfstoff nur eine einzige Impfdosis notwendig, um die gewünschte Wirkung zu erreichen. Außerdem kann das Präparat bis zu drei Monate in einem Kühlschrank bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius aufbewahrt werden. Das erleichtert die Verteilung des Impfstoffs deutlich.

Johnson & Johnson verhindert schwerste Krankheitsverläufe

Am 29. Januar 2021 veröffentliche Janssen ein Zwischenergebnis seiner Phase-III-Studie mit rund 44.000 Probanden. Demnach schützt der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung zu 85 Prozent vor schweren Covid-19-Krankheitsverläufen. Rechnet man mittlere oder schwere Krankheitsverläufe zusammen, lag ein 66-prozentiger Schutz vor. Das heißt, in der Placebo-Gruppe zeigten dreimal mehr Probanden einen mittleren oder schweren Krankheitsverlauf als bei den geimpften Probanden. Nach Einschätzung der FDA schützt der Impfstoff auf jeden Fall vor den schwersten Erkrankungen: 28 Tage nach der Impfung gab es keine Krankenhauseinlieferungen wegen Covid-19 und keine Todesfälle. Von den Studienteilnehmern, die nur ein Placebo erhalten hatten, wurden 16 ins Krankenhaus eingeliefert, sieben starben.

Die Entwicklung von Impfstoffen ist für das Unternehmen Janssen vergleichsweise neu. Erst im vergangenen Sommer brachte die Firma ihr erstes Vakzin auf dem Markt. Der Impfstoff gegen das Ebola-Fieber war der erste Vektorimpfstoff weltweit, der eine Zulassung erhielt.

Impfstoff aus Russland: Sputnik V wird in der EU geprüft

Schon im August 2020 erhielt das vom russischen Gamaleja-Forschungszentrum entwickelte Vakzin Sputnik V in Russland als erster SARS-CoV-2-Impfstoff weltweit eine offizielle Zulassung. Das war viele Monate vor der ersten Zulassung eines Impfstoffs in der EU. Allerdings hatten die russischen Zulassungsbehörden auf den Abschluss von Phase-III-Studien verzichtet, in denen ein Impfstoff an mehreren tausend Probanden getestet wird. Dieses Vorgehen stieß international auf scharfe Kritik und Skepsis. Russland begann im Dezember damit, Risikogruppen mit Sputnik V zu impfen. Im Januar 2021 startete eine großangelegte Impfkampagne.

Studie bestätigt hohe Wirksamkeit

Die russischen Entwickler gaben für Sputnik V eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent an. Eine unabhängige Prüfung dieser Angaben gab es jedoch lange nicht. Eine am 2. Februar 2021 in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Untersuchung bestätigte aber diese Angaben: Das Vakzin schützte in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien bei fast 20.000 Teilnehmern 91,6 Prozent der Probanden vor einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung. Nach Angaben der Autoren der Studie wurde der Impfstoff von den Studienteilnehmern zudem gut vertragen. Diese Studie war ein erster Schritt zu einer Zulassung von Sputnik V in der EU. Am 4. März 2021 startete die EU-Arzneimittelbehörde die Prüfung zur Zulassung des Vakzins.

Robuster Vektorimpfstoff

Sputnik V ist ein Vektorimpfstoff, so wie auch der Impfstoff von AstraZeneca, der bereits in der EU zugelassen ist. Das bedeutet, er kann bei Kühlschranktemperatur transportiert und gelagert werden. Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna hingegen benötigen deutlich niedrigere Temperaturen.

Wie bei den Präparaten von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sind auch bei Sputnik V zwei Impfdosen notwendig, um die Schutzwirkung zu erreichen. Allerdings kommen bei den beiden Impfdosen zwei verschiedene Erkältungsviren (Adenoviren) als Transportmittel (Vektor) zum Einsatz. Dies soll verhindern, dass Immunreaktionen auf das Vektor-Virus der ersten Impfdosis die Wirkung der zweiten Dosis abschwächen.

Impfstoff aus USA: Novavax

Die Vektor- und mRNA-Impfstoffe sind das Ergebnis neuartiger Methoden der Impfstoffentwicklung. Auf bereits bewährtem Prinzip basiert der Impfstoff auf Protein-Basis des US-Unternehmen Novavax. Protein-Impfstoffe enthalten einzelne Bestandteile (Proteine) des Erregers, gegen die die Impfung schützen soll. Bei SARS-CoV-2 ist dies meist das Spike-Protein, mit dem sich das Virus an Körperzellen bindet. Das Immunsystem reagiert auf die Proteine im Impfstoff, behält sie im Gedächtnis und ist vorbereitet, wenn es tatsächlich mit dem Virus konfrontiert ist. Impfstoffe auf Protein-Basis sind bereits bewährt. Auch andere Impfstoffe funktionieren auf diese Weise, beispielsweise Grippeimpfstoffe.

Wenn die US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht gibt, soll Novavax im Mai in den USA zugelassen werden. Grundlage für die Zulassung sind Daten aus einer Studie, die das Unternehmen in Großbritannien gesammelt hat, teilte Novavax-Vorstandsvorsitzender Stanley Erck am 1. März mit. Die Auswertung wird einige Wochen dauern. Vorläufige Daten aus der britischen Studie zeigen, dass der Impfstoff zu etwa 96 Prozent gegen die ursprüngliche Version des Coronavirus und zu etwa 86 Prozent gegen die jetzt weit verbreitete britische Variante wirksam ist.

Auch die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung von Novavax. Am 2. März gab die Behörde die Einleitung eines sogenannten Rolling Reviews für das Vakzin bekannt. Dabei werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA ebenso vorgegangen.

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Unser Körper wird täglich verschiedensten Erregern ausgesetzt: Viren, Bakterien oder Parasiten. Unser Immunsystem hat viele Mechanismen entwickelt, um sie zu bekämpfen. Manche erinnern sich auch an Erreger.

Impfstoffe aus China: Cansino, Sinovac und Sinopharm

Drei chinesische Unternehmen haben bisher Vakzine entwickelt. Convidecia von Cansino ist ein Vektorimpfstoff. Die Vakzine der Unternehmen Sinovac (CoronaVac) und Sinopharm (BBIBP-CorV) sind sogenannte Totimpfstoffe. Diese werden nach einer bewährten, aber keineswegs simplen Methode hergestellt, die erlaubt, relativ schnell große Mengen von Impfstoff herzustellen. Beispiele für Totimpfstoffe sind die derzeit in Europa verwendeten Impfstoffe gegen Polio, Hepatitis A und Tollwut. Allerdings ist bei diesen Vakzinen ein Verstärker notwendig, um eine Immunreaktion hervorzurufen. Dieser kann grippeähnlichen Symptomen auslösen. Zudem sind bei Totimpfstoffen regelmäßig Auffrischungsimpfungen notwendig.

Wirksamkeit ungewiss

Über die Impfstoffe aus China sind nur wenig Details in zuverlässigen Quellen wie Fachzeitschriften veröffentlicht. Daher lässt sich die Aussagekraft vieler Studien über chinesische Impfstoffe kaum nachprüfen. Beim Vakzin von Sinovac schwankte die Wirksamkeit je nach Untersuchung zwischen 50 bis über 90 Prozent. Der Impfstoff von Sinopharm zeigte in einer Phase-III-Studie in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit rund 30.000 Probanden eine Wirksamkeit von 86 Prozent. Im Dezember 2020 erhielt das Vakzin dort die volle Zulassung. Ende Januar 2021 hat auch Ungarn den Impfstoff von Sinopharm zugelassen, kurz nach dem russischen Impfstoff Sputnik V.

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Eine neue Podcast-Reihe des Bayerischen Rundfunks mit Dr. Christoph Spinner vom Münchner Klinikum Rechts der Isar rund um das Thema Corona. In dieser Folge über Corona-Impfstoffe und Virus-Mutanten.