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Corona: Darf man im Sommer baden gehen? | BR24

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Schwimmbäder sind zurzeit noch geschlossen

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Corona: Darf man im Sommer baden gehen?

Es dauert nicht mehr lange und die Temperaturen werden schnell auf sommerliches Niveau steigen. Dann locken wieder Freibad, Badesee und Meer, um sich abzukühlen. Aber wie ist das? Können wir trotz Corona gefahrlos schwimmen gehen?

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Corona stellt das Leben von jedem Einzelnen auf den Kopf. Was bisher selbstverständlich war, wirft jetzt große Fragen auf. Darf man zum Beispiel schwimmen gehen oder besteht die Gefahr, sich dabei mit Corona zu infizieren?

Eines gilt auch hier: Abstand halten ist das Wichtigste. Badetücher auf Liegewiesen dicht an dicht sind die eigentliche Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. An einem weitläufigen Strand oder See sind die Abstandsregeln leichter einzuhalten als in einem Freibad bei 30 Grad - zumal diese zurzeit auch noch geschlossen sind, um die Infektionsgefahr zu verhindern.

Kann im Wasser das Coronavirus übertragen werden?

Das Schwimmen an sich ist unproblematisch, denn die Wahrscheinlich einer Übertragung durch das Wasser ist deutlich geringer als eine durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch - da sind sich Wissenschaftler einig. Wenn das Wasser dann noch aufbereitet und mit Chlor desinfiziert ist - wie das in Hallen- und Freibädern der Fall ist - gibt es noch weniger Grund zur Sorge. Das Virus werde dadurch "zuverlässig inaktiviert", so Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das bestätigt auch das Umweltbundesamt (UBA):

"Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (...) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren)." Umweltbundesamt

Wenn die Schwimmbäder öffnen, sollte man auf eines achten: Bäder mit biologischer Aufbereitung wie Schwimm- und Badeteiche enthalten laut Umweltbundesamt "kein Desinfektionsmittel, daher geht von derartigen Bädern ein gewisses Infektionsrisiko aus, auf welches der Badegast generell vor Ort hingewiesen werden sollte".

Meer und große Badeseen sind unproblematisch

Auf Nummer sicher geht der, der sich in die Fluten von Nord- und Ostsee oder von größeren Badeseen stürzt. Das gilt als unbedenklich, so das Umweltbundesamt. Die Gefahr einer Ansteckung sei wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: "Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen". Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO habe keine Hinweise dafür gefunden, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werde.

Wer nicht baden sollte

Eine Grundregel sollte aber eingehalten werden: Wer an Atemwegsinfekten oder Durchfall leidet, sollte grundsätzlich nicht baden gehen. Denn dadurch werden andere nur unnötig gefährdet: "Dies gilt völlig unabhängig davon, um welche potenziellen Krankheitserreger es sich im Einzelnen handelt", so das Umweltbundesamt.

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