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Mordfall Peggy: Haftbefehl gegen 41-Jährigen

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Der Laohugou-Gletscher Nr. 12 in den Qilian-Bergen in der nordwestchinesischen Provinz Gansu.
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Georgia Tscharke
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Der Laohugou-Gletscher Nr. 12 in den Qilian-Bergen in der nordwestchinesischen Provinz Gansu.

Satellitendaten zeigen einen schnellen Rückzug der Gletscher Chinas in den westlichen Provinzen Qinghai, Gansu und Xinjiang. Die Analyse der Satellitenbilder von Greenpeace East Asia zeigt, dass sich die jährliche Rückzugsrate des Gletschers Laohugou Nummer 12, der größte Gletscher des Qilian Gebirges, in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt hat, von 5,56 Metern Länge pro Jahr von 1959 bis 1976 auf 13,1 Meter jährlich von 2006 bis 2018.

Gletscherrückgang verdoppelt sich

In ähnlichem Maße hat sich auch der Rückgang des Tianshan Gletschers Nummer 1 in der Provinz Xinjiang beschleunigt. Die Rückzugsrate hat sich ebenfalls mehr als verdoppelt, von durchschnittlich 5.000 Quadratmeter für den Zeitraum 1962-1986 auf 10.600 Quadratmeter für 1986-2018, wie die Satellitenanalyse zeigt. Zwischen 1964 und 2018 ging die Gesamtfläche um 22,2 Prozent zurück. Aufgrund der steigenden Temperaturen spaltete sich der Gletscher 1993 in zwei Teile.

Die Satellitenanalyse des Halong-Gletschers in der Provinz Qinghai zeigt, dass die Oberfläche um 72.000 Quadratmeter pro Jahr abnimmt. Der Gletscher hat sich in den vergangenen 30 Jahren um 1.200 Meter zurückgezogen.

"Dies ist ein Weckruf für China und die Welt. Gletscher in China versorgen 1,8 Milliarden Menschen mit Wasser und schmelzen schnell. In den letzten Monaten wurden Tausende von Menschen aufgrund von Hochwassergefahren aus ihren Häusern vertrieben. Stromabwärts wirken sich Änderungen in der Wasserverfügbarkeit auf die Landwirtschaft und die Städte aus." Klimafachmann Dr. Liu Junyan von Greenpeace East Asia

Gletscherschmelze verursacht Massenevakuierung

In den vergangenen vier Monaten dokumentierte Greenpeace mithilfe von Satellitenbildern zwei große Katastrophen durch die Gletscherschmelze. Am 10. August 2018 kam es in den Karakorum-Bergen in Xinjiang zum Ausbruch des Gletschersees. Dabei wurden 35 Millionen Kubikmeter Flutwasser in das Yarkant-Flussbecken freigesetzt, was zur Evakuierung der Anwohner führte. Am 17. Oktober 2018 löste ein Gletscherzusammenbruch eine Lawine aus Eis und Trümmern in den Fluss Yarlung Zangbo aus, der den Fluss blockierte und zur Evakuierung von 6.600 Personen führte.

Ein Fünftel der Gletscherfläche verschwunden

Die mehr als 48.000 Gletscher im Hochgebirge Asiens gelten als der "dritte Pol" der Erde, weil es dort die größte Menge an Eis und Schnee außerhalb der Polarregionen gibt. Fast ein Fünftel der Gletscherfläche in China ist bereits verschwunden. Ohne ernsthafte Maßnahmen gegen den Klimawandel werden laut Greenpeace voraussichtlich zwei Drittel der Gletscher im Hochgebirge Asiens bis zum Ende des Jahrhunderts verschwunden sein.