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Mordfall Peggy: Haftbefehl gegen 41-Jährigen

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Animation Rover der chinesischen Mondmission Chang'e 4
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Autoren

Jan-Claudius Hanika
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Animation Rover der chinesischen Mondmission Chang'e 4

In China laufen die letzten Vorbereitungen zur Reise "hinter den Mond". In den Morgenstunden des 8. Dezember (Ortszeit) soll die Sonde Chang'e 4 vom Weltraumbahnhof im westchinesischen Xichang starten. Falls die Mission erfolgreich verläuft, wäre China die erste Raumfahrtnation, der eine Landung auf der Rückseite des Mondes gelänge.

In zwei Wochen zum Mond

Chang'e 4 wird zwei Wochen oder etwas länger brauchen, bis sie die Mondoberfläche erreicht. So wie auch die erste chinesische Sonde, die 2013 auf dem Mond aufsetzte, Chang'e 3. Benannt sind die Raumfahrzeuge des chinesischen Mondprogramms nach der Mondgöttin Chang'e.

Der Nachfolger des "Jadehasen"

Chang'e 4 soll mit einem Roboterfahrzeug an Bord im wissenschaftlich interessanten Aitken-Krater (benannt nach dem amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken) nahe des Mond-Südpols landen. Dort beginnt der Rover dann seine Erkundungsfahrt. Das Fahrzeug verfügt laut Animationen, die in chinesischen Medien zu sehen waren, über sechs Räder, zwei Solarmodule und zahlreiche Kameras, um die Oberfläche zu untersuchen. Es besitzt auch ein Radargerät, mit dessen Hilfe der erste geologische Querschnitt der erdabgewandten Seite des Mondes erstellt werden soll. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des ersten chinesischen Mond-Rovers Yutu (Jadehase), der Ende 2013 mit Chang'e 3 auf dem Erdtrabanten gelandet war.

Komplizierte Kommunikation

Die größte technische Herausforderung der Mission ist die Kommunikation zwischen Chang'e 4 und dem Kontrollzentrum auf der Erde, denn Sonde und Rover befinden sich auf der Rückseite des Mondes in dessen Funkschatten. China hat deshalb bereits im Mai 2018 den Satelliten Queqiao (Brücke der Elstern) ins All geschickt, der als Relais-Station dienen soll. Er befindet sich rund 60.000 Kilometer vom Mond und etwa 455.000 Kilometer von der Erde entfernt am sogenannten Lagrange-Punkt L2, wo sich die Schwerkraft von Mond und Erde ausgleichen. Von dort aus kann der Satellit Signale von der erdabgewandten Seite des Mondes zur Erde und umgekehrt übertragen.

Gemüseanbau auf dem Mond

An Bord von Chang'e 4 befindet sich auch Saatgut. Es dient dem Versuch, ob man Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung anbauen kann, wenn die Schwerkraft so gering wie auf der Mondoberfläche ist. Für 2019 plant China eine weitere unbemannte Landung auf dem Mond, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Nach den chinesischen Plänen soll bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen. Die Mondmissionen sind nur ein Teil des ehrgeizigen Raumfahrtprogramms Chinas, das auch den Bau einer Raumstation um 2022 vorsieht. Chinas Raumfahrtvorhaben dienen allerdings nicht nur dem Prestige und der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, verfolgt werden ganz klar auch militärische Interessen. Militärexperten in China verweisen gerne darauf, dass künftige Kriege im All gewonnen werden.