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Chinesischer Rover Yutu 2 (Jadehase 2) auf dem Mond
© Imaginechina/dpa

Autoren

Jan-Claudius Hanika
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Chinesischer Rover Yutu 2 (Jadehase 2) auf dem Mond

Eines der ersten Fotos, das die Mondsonde Chang'e 4, zur Erde geschickt hat, zeigt, wie der Rover Yutu 2 seine Fahrt beginnt und dabei Reifenspuren auf der Mondoberfläche hinterläßt. "Obwohl dies ein kleiner Schritt für einen Rover war, glaube ich, dass es ein großer Schritt für das chinesische Volk ist", sagte der Leiter des chinesischen Mondprojekts, Wu Weiren, in Anspielung auf das berühmte Zitat von US-Astronaut Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond.

360-Grad-Rundblick der Kamera an Bord der chinesischen Mondsonde Chang'e 4

360-Grad-Rundblick der Kamera an Bord der chinesischen Mondsonde Chang'e 4

In zwei Wochen zum Mond

Die Landung der Mondsonde Chang'e 4 ist ein großer Erfolg für Chinas Raumfahrtprogramm. Am 3. Januar 2019 um 03.26 Uhr mitteleuropäischer Zeit setzte die Sonde auf der Rückseite des Mondes auf. China ist damit die erste Raumfahrtnation, der eine Landung auf der "dunklen", noch relativ unerforschten Seite des Mondes geglückt ist. Chang'e 4 brauchte rund zwei Wochen, bis sie die Mondoberfläche erreichte. So wie auch die erste chinesische Sonde, die 2013 auf dem Mond aufsetzte, Chang'e 3. Benannt sind die Raumfahrzeuge des chinesischen Mondprogramms nach der Mondgöttin Chang'e.

Mondsonde Chang'e 4, aufgenommen vom Rover Yutu 2

Mondsonde Chang'e 4, aufgenommen vom Rover Yutu 2

Der Nachfolger des "Jadehasen"

Chang'e 4 landete mit dem Roboterfahrzeug Yutu-2 (Jadehase 2) an Bord im wissenschaftlich interessanten Aitken-Krater (benannt nach dem amerikanischen Astronomen Robert Grant Aitken) nahe des Mond-Südpols. Dort hat der Rover seine Erkundungsfahrt begonnen. Das Fahrzeug verfügt laut Animationen, die in chinesischen Medien zu sehen waren, über sechs Räder, zwei Solarmodule und zahlreiche Kameras, um die Oberfläche zu untersuchen. Es besitzt auch ein Radargerät, mit dessen Hilfe der erste geologische Querschnitt der erdabgewandten Seite des Mondes erstellt werden soll. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des ersten chinesischen Mond-Rovers Yutu (Jadehase), der Ende 2013 mit Chang'e 3 auf dem Erdtrabanten gelandet war.

Mond-Rover Yutu 2, aufgenommen von der Mondsonde Chang'e 4

Mond-Rover Yutu 2, aufgenommen von der Mondsonde Chang'e 4

Komplizierte Kommunikation

Die größte technische Herausforderung der Mission ist die Kommunikation zwischen Chang'e 4 und dem Kontrollzentrum auf der Erde, denn Sonde und Rover befinden sich auf der Rückseite des Mondes in dessen Funkschatten. China hat deshalb bereits im Mai 2018 den Satelliten Queqiao (Brücke der Elstern) ins All geschickt, der als Relais-Station dienen soll. Er befindet sich rund 60.000 Kilometer vom Mond und etwa 455.000 Kilometer von der Erde entfernt am sogenannten Lagrange-Punkt L2, wo sich die Schwerkraft von Mond und Erde ausgleichen. Von dort aus kann der Satellit Signale von der erdabgewandten Seite des Mondes zur Erde und umgekehrt übertragen.

Die erste Pflanze auf dem Mond

Chang'e 4 hat auch Saatgut zum Mond gebracht. Es dient dem Versuch, ob man Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung anbauen kann, wenn die Schwerkraft so gering wie auf der Mondoberfläche ist. Am 15. Januar 2019 konnte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua melden, dass auf dem Mond zum ersten Mal eine Pflanze gewachsen sei. In einer Art speziellem Gewächshaus der Mondsonde Chang'e 4 sei ein Baumwollsamen aufgegangen. Neben der Baumwolle hatten Forscher um Xie Gengxin von der Chongqing Universität auch andere Pflanzensamen sowie Eier von Fruchtfliegen und Hefepilze auf den Mond geschickt. Bilder, die von der Sonde übertragen wurden, zeigten laut Xinhua allerdings, dass von den Pflanzen nur die Baumwolle gedieh.

Bemannte Mondmission für 2030 geplant

Für 2019 plant China eine weitere unbemannte Landung auf dem Mond, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Nach den chinesischen Plänen soll bis 2030 erstmals ein Chinese auf dem Mond landen. Die Mondmissionen sind nur ein Teil des ehrgeizigen Raumfahrtprogramms Chinas, das auch den Bau einer Raumstation um 2022 vorsieht. Chinas Raumfahrtvorhaben dienen allerdings nicht nur dem Prestige und der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, verfolgt werden ganz klar auch militärische Interessen. Militärexperten in China verweisen gerne darauf, dass künftige Kriege im All gewonnen werden.

Die chinesische Chang'e 4 setzte am frühen Donnerstagmorgen um 3.26 Uhr am Aitken-Krater auf dem Mond auf.

Die chinesische Chang'e 4 setzte am frühen Donnerstagmorgen um 3.26 Uhr am Aitken-Krater auf dem Mond auf.