BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwalts
Bildrechte: dpa-Bildfunk/KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwalts

Camping-Idylle mit dem Wohnmobil

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Camping-Boom: Tipps für den Urlaub mit Van und Wohnwagen

Die große Freiheit im Campingvan oder mit dem Wohnwagen – davon träumen viele Urlauber. Die Branche boomt: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Wohnmobile in Bayern verdoppelt. Für Erstcamper haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Per Mail sharen
Von
  • Dominik Einzel

Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Abstands- und Hygieneregeln ist Camping mit dem Wohnmobil beliebter geworden. Vergangenes Jahr haben sich mehr als 127.000 Menschen einen Camper angeschafft – ein Plus von knapp 13 Prozent, meldet das Bayerische Landesamt für Statistik. Einige wollen aber auch zum ersten Mal Wohnwagen oder -mobil für den Urlaub mieten. Hier ein paar Tipps für den Einstieg in die mobile Freiheit.

Camper kaufen oder mieten?

Die Vorteile eines Camping-Urlaubes in der Corona-Pandemie liegen auf der Hand: Man bleibt mobil, zeitlich unabhängig und kann Abstand zu anderen Menschen halten. Die derzeitige große Beliebtheit von Campern hat zur Folge, dass neue Wohnmobile lange Lieferzeiten haben und der Markt für gute Gebrauchte leergefegt ist. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Preisentwicklung – ein günstiges Vergnügen sieht anders aus.

Besonders für Einsteiger empfiehlt es sich, erst einmal einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil als Mietfahrzeug auszuprobieren. Denn die romantische Vorstellung von Unabhängigkeit könnte in der Realität Kratzer bekommen, wenn sich auch unbequeme Aspekte des Campens zeigen.

Wichtig ist noch, die Kosten im Blick zu behalten: Zur Fahrzeugmiete kommen möglicherweise noch Versicherungen, Streckenmaut im Ausland, Kosten für Fähren und Standgebühren auf dem Campingplatz.

Wohnmobil oder Wohnwagen?

Kompakte Kastenwagen sind für Anfänger am besten geeignet, da sie im Fahrverhalten einem Pkw noch am ähnlichsten sind. Doch an die größeren Abmessungen muss man sich vor der Reise trotzdem erst mal gewöhnen: Rangieren mit langem Radstand oder der Umgang mit einem höheren Schwerpunkt sind anders als mit dem Auto, und das Einparken und Überholen mit einem sieben Meter langen Fahrzeug erfordern ebenfalls Übung. Auch sind die Kastenwagen breiter als normale Autos, was einen Camper auf der Autobahn im Baustellenbereich auf die Lkw-Spur verbannt.

Wer sein Urlaubsdomizil lieber an der Anhängerkupplung hinter sich her zieht, bleibt mit dem Auto mobil. Denn Wohnmobile und Kastenwagen sind für Ausflüge deutlich sperriger, und auf dem Campingplatz jedes Mal alles für einen Kurztrip abzubauen und zu verstauen, ist unpraktisch. Wer jedoch das erste mal mit einem schweren Anhänger unterwegs ist, kommt auch mit viel Autofahrpraxis schnell an seine Grenzen: Gespanne sind deutlich empfindlicher für Seitenwind und verhalten sich anders beim Ausweichen, Bremsen und Rangieren.

Für Wohnmobile und Gespanne bis maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht reicht ein Führerschein der Klasse B. Wer gerne einen schweren Wohnwagen ziehen möchte, kann das durch eine Schulung bis 4,25 Tonnen erweitern. Wer noch den "alten Lappen" der Klasse 3 hat, ist bis 7,5 Tonnen Fahrzeuggewicht auf der sicheren Seite.

Campingfahrzeug richtig packen und beladen

Familienurlaube gleichen gerne mal einem Umzug: Alles muss mit! Bettzeug, Kochutensilien, Bücher für den Strand und die Unterhaltungselektronik haben ihr Gewicht. Deswegen ist es beim Packen wichtig, die Zuladung des Campingfahrzeuges im Fahrzeugschein nachzusehen. Im Zweifelsfall sollte beim Packen nachgewogen werden, vor allem, wenn schwere Vorräte oder E-Bikes mit müssen.

Wer überladen in eine Kontrolle kommt, muss je nach Land mit empfindlichen Bußgeldern rechnen: In Deutschland kommt man mit 235 Euro und einem Punkt noch vergleichsweise glimpflich davon, im europäischen Ausland kann das in die Tausende gehen.

Viel Sorgfalt braucht es beim Thema Ladungssicherung: Alle beweglichen Gegenstände müssen gut gesichert sein, denn sie können bei einem Unfall zu tödlichen Geschossen werden.

Routenplanung spart Stress

Urlaub mit Reisemobilen bedarf mehr Vorbereitung, als mit dem Pkw. So sind, je nach Reiseziel, nicht alle Strecken für Wohnmobile und Gespanne geeignet. Schmale Gassen und Serpentinen sollten bei der Reiseplanung deswegen im Voraus vermieden werden. Auch ist es wichtig, sich über Stell- und Campingplätze auf der Reiseroute zu informieren.

Einmaliges Übernachten ist im Wohnmobil zwar erlaubt, wenn man zu müde für die Weiterfahrt ist - frei stehen und campen darf man in Europa fast nirgendwo ohne Auflagen. In einigen Ländern ist das Stehen außerhalb von Camping- und Stellplätzen sogar strikt verboten.

© BR
Bildrechte: BR

Während das Hotel- und Gaststättengewerbe stark unter dem monatelangen Lockdown gelitten hat, hat die Wohnmobil-Branche von der Corona-Krise sogar profitiert. Warum ist Camping so beliebt? Zu Besuch auf Campingplätzen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!