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Kinderwunsch: Gängige Methoden künstlicher Befruchtung | BR24

© MEV/Bernd Müller

Eizellen in Petrischale

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    Kinderwunsch: Gängige Methoden künstlicher Befruchtung

    Fast jedes zehnte Paar ist auf medizinische Unterstützung angewiesen, um ein leibliches Kind zur Welt zu bringen. Viele entscheiden sich für künstliche Befruchtung. Ein Überblick über die gängigen Methoden.

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    Millionen von Frauen und Männern in Deutschland wünschen sich ein Kind, können aber auf natürlichem Wege keines bekommen. Schätzungen gehen davon aus, dass fast jedes zehnte Paar deshalb medizinische Unterstützung in Anspruch nimmt. Viele Paare entscheiden sich für künstliche Befruchtung. Drei Methoden werden dabei besonders häufig angewandt.

    Welche Methode der künstlichen Befruchtung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation des Paares mit Kinderwunsch ab. Deshalb werden beide zunächst sorgfältig medizinisch untersucht, um die Ursache der Unfruchtbarkeit festzustellen. Erst dann kann entschieden werden, ob und welches der Verfahren das geeignete ist.

    Samenübertragung in die Gebärmutter: Die Insemination (IUI)

    Bei der Insemination werden die Samenzellen des Mannes nach Aufbereitung direkt mit einem weichen Katheter in die Gebärmutter gespritzt. Die Samenzellen müssen dann selbst ihren Weg zur befruchtungsfähigen Eizelle finden.

    Eine Insemination erfolgt meist dann, wenn beim Mann eine zu geringe Samenmenge oder gewisse mangelnde Qualität des Spermas diagnostiziert wurde. Außerdem wird die Insemination häufig dann angewandt, wenn bei der Frau eine Störung im Bereich des Gebärmutterhalses vorliegt.

    Befruchtung im Reagenzglas: Die In-Vitro-Fertilisation (IVF)

    Anders als bei der Insemination findet bei der In-Vitro-Fertilisation die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern im Laborglas ("in vitro" heißt "im Glas"). Dafür werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen, die dann in einer Nährlösung mit dem Sperma des Mannes zusammengebracht werden.

    Wenn die Befruchtung gelungen ist, werden üblicherweise ein bis drei befruchtete Eizellen mit Hilfe eines Katheters in die Gebärmutter übertragen. Meist findet vor der In-Vitro-Fertilisation eine hormonelle Behandlung statt, um die Chance auf mehr befruchtungsfähige Eizellen zu erhöhen.

    Samenübertragung in die Eizelle: Die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

    Bei der ICSI-Methode handelt es sich um eine Abwandlung der In-Vitro-Fertilisation. Die Befruchtung findet ebenfalls außerhalb des Mutterleibs statt. Hier wird eine aus dem Ejakulat oder aus dem Hoden oder Nebenhoden gewonnene Samenzelle unter dem Mikroskop direkt in die weibliche Eizelle injiziert. Dieses Verfahren wird zum Beispiel dann angewandt, wenn der Mann sehr wenige Samenzellen in seinem Ejakulat hat oder die Samenwege verschlossen sind.