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Bluttest: Durchbruch bei Früherkennung von Brustkrebs? | BR24

© dpa-Bildfunk/Labor

Bluttest zur Krebs-Früherkennung im Labor des Universitätsklinikums Heidelberg.

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    Bluttest: Durchbruch bei Früherkennung von Brustkrebs?

    Eine frühe Diagnose von Brustkrebs verbessert die Heilungschancen. Jetzt stellen Heidelberger Forscher einen Bluttest vor, der Brustkrebs besonders schonend erkennen soll. Wie gut ist er? Experten sind zurückhaltend.

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    Ein neuer Bluttest soll Brustkrebs künftig besonders schonend erkennen können. Für das Verfahren seien nur wenige Milliliter Blut nötig, teilte das Universitätsklinikum Heidelberg, das diesen Test entwickelt hat, mit. Bei der Untersuchung werden sogenannte Biomarker erkannt, die auf eine Krebserkrankung schließen lassen.

    Brustkrebs ist häufigste Krebserkrankung bei Frauen

    Brustkrebs ist laut Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts mit rund 69.000 Neuerkrankungen jährlich die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts starben im Jahr 2016 18.570 Frauen an Brustkrebs.

    Meilenstein der Krebs-Früherkennung

    Bislang basiert die Früherkennung von Brustkrebs in der Hauptsache auf regelmäßigem Abtasten und dem Mammografie-Screening, einer Röntgenuntersuchung der Brust. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren können alle zwei Jahre auf Kosten ihrer Krankenkasse zur Mammografie in ein spezialisiertes Screening-Zentrum gehen. Der neue Bluttest ist laut Universitätsklinikum Heidelberg ein Meilenstein für die Früherkennung von Brustkrebs. Das neue Verfahren der "Liquid Biopsy" erkenne eine Krebserkrankung mithilfe sogenannter Biomarker und könne damit bisher gängige Diagnoseverfahren wie Mammografie, Ultraschall oder MRT ergänzen, wie das Universitätsklinikum Heidelberg und die eigens gegründete Firma HeiScreen GmbH mitteilten.

    Trefferquote bei Bluttest vergleichbar mit Mammografie

    Nach Angaben des Uniklinikums in Heidelberg sind mit dem neuen Bluttest innerhalb von zwölf Monaten gut 900 Frauen untersucht worden - mehr als 500 waren Brustkrebs-Patientinnen, rund 400 Frauen gesund. Bei den Erkrankten sei bei drei von vier Frauen der Krebs erkannt worden. Mit dieser Trefferquote sei die Liquid Biopsy in den Heidelberger Tests somit in etwa vergleichbar mit der Mammografie, sagt Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Besonders hohe Trefferzahlen habe man bei Jüngeren sowie bei Frauen erzielt, bei denen aufgrund familiärer, genetischer Vorbelastung ein erhöhtes Risiko bestehe.

    Zuverlässigkeit des Bluttests umstritten

    Auf die Frage, ob es auch bei den gesunden 400 Frauen Fehlalarme gab - in diesen Fällen also einen falscher Befund - antwortet Sohn: "Selbstverständlich." Und: "Wir werden immer eine Unschärfe haben." Eine konkrete Zahl nennt er auf Nachfrage nicht. Fehlalarme gibt es auch bei Mammografien.

    Die Ergebnisse der Universitätsstudie sind allerdings nur schwer einzuschätzen. Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist bislang keine begutachtete Studie in einem Fachmagazin erschienen. Der DKFZ-Fachmann zu diesem Thema wollte sich nicht zu dem neuen Test äußern, da er nur spekulieren könne.

    Experten fordern weitere Tests

    Den Angaben des Univeristätsklinikums Heidelberg zufolge soll das Verfahren noch in diesem Jahr in der Praxis angewendet werden. Tanja Fehm, die Direktorin der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf, steht einem routinemäßigem Einsatz allerdings kritisch gegenüber. Es sei noch viel zu früh, um den Test als Routineuntersuchung zu etablieren. Zunächst seien Tests an viel mehr Frauen nötig.

    Viele Fragen noch ungeklärt

    Wie wirken sich beispielsweise Effekte wie Rauchen oder die Einnahme der Antibabypille auf die Ergebnisse aus? Wie lange nach einem negativen Testergebnis können sich Frauen sicher fühlen? Was bedeutet es, wenn ein Bluttest positiv, das Mammografie-Screening aber negativ ist?

    Kosten und Übernahme durch Krankenkasse ungewiss

    Auf den Bluttest hat das Uni-Klinikum ein Patent angemeldet. Wie viel er kosten wird, sei noch unklar, sagt ein Sprecher des Unternehmens HeiScreen. Man spreche mit den Krankenkassen über eine Kostenübernahme. Die Hürden für eine Übernahme gelten als hoch.

    Zulassung des Bluttests für 2019 geplant

    HeiScreen plant noch in diesem Jahr eine Markteinführung des Bluttests. Medizinprodukte wie der Bluttest müssen in Deutschland nicht behördlich zugelassen werden. Stattdessen muss ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen werden. Nach der Zertifizierung darf das Produkt dann europaweit vertrieben werden.