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Der Sommer war wieder einmal sehr heiß. Was früher extrem heiße Sommer waren, scheint zur Normalität zu werden. Und so wundert es nicht, dass sich Klima-Anlagen sehr gut verkauft haben. Das Problem dabei: Klimaanlagen sind echte Energiefresser.

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Statt Klima-Anlage: So geht ökologisch kühlen

Der Sommer war wieder einmal sehr heiß. Was früher extrem heiße Sommer waren, scheint zur Normalität zu werden. Und so wundert es nicht, dass sich Klima-Anlagen sehr gut verkauft haben. Das Problem dabei: Klimaanlagen sind echte Energiefresser.

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Der Klimawandel heizt die Nachfrage nach Klimaanlagen an: Vor fünf Jahren hatten laut Ökoinstitut rund 3,6 Prozent der deutschen Haushalte eine Klimaanlage. Bis zum Jahr 2030 könnten es über 12 Prozent sein. Allein in diesem Jahr ist - wahrscheinlich wegen der Corona-Krise - der Import solcher Geräte um 90 Prozent gestiegen.

Eigentlich widersinnig: Klimaanlagen kühlen einzelne Häuser oder Räume, befeuern dadurch aber die Erderwärmung - weshalb wieder mehr Klimananlagen gekauft werden. Ein Problem, denn normale Klimaanlagen, die mit einer Kälteanlage betrieben werden, brauchen relativ viel Strom. Zwar werden die Anlagen immer effizienter, aber trotzdem ist der Stromverbrauch da, so Erich Schulz, Installateur aus Augsburg.

Klimaanlagen verbrauchen rund 1 Prozent des gesamten Stroms

In Deutschland verbrauchen die Geräte momentan rund 1 Prozent des gesamten Strombedarfs der Haushalte. Prognosen des Ökoinstituts befürchten: Der Anteil könnte im schlechtesten Fall auf bis zu sechs Prozent steigen. Mehr Strom bedeutet mehr CO2 in der Atmosphäre. Und: In Klimaanlagen werden sogenannte F-Gase als Kühlmittel verwendet. Durch falsche Wartung oder Leckagen können sie in die Umwelt entweichen.

Kühlmittel für Treibhausgas-Emissionen verantwortlich

Am Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg wird erforscht, wie diese Gase wirken. Aktuell sind F-Gase zwar nur für 2 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, aber: mit steigender Tendenz.

"Das Problem mit fluorierten Gasen ist, dass sie über ein sehr hohes Treibhauspotential verfügen - über 1000 Mal höher als CO2. Und wenn sie in die Atmosphäre gelangen, können sie bis zu 100 Jahre oder länger darin verbleiben." Nivedita Mahida-Königsdörfer, Bayerisches Landesamt für Umwelt

Bauvorhaben mit Vorbildcharakter

Deswegen sollte man lieber auf solche Klimaanlagen verzichten - so wie in einem Baugebiet in der Gemeinde Burgheim. Bürgermeister Michael Böhm hat mit seinem Gemeinderat im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein in Bayern einzigartiges Projekt - quasi - in den Boden gestampft. Denn dort - im Boden - verbirgt sich das Geheimnis. Die Gemeinde setzt darauf, das Klima zu schützen – und zwar mit einem sogenannten kalten Nahwärmenetz. 64 Erdsonden. 80 Meter. In ihnen fließt Glukose. Mit circa 13 Grad kommt sie aus der Tiefe nach oben. Damit lässt sich im Sommer jedes der geplanten 38 Häuser locker kühlen. Das ist aber noch nicht alles. Die Wärme, die im Sommer der Wohnung sozusagen entnommen wird, wird an den Boden abgeben. In der kalten Jahreszeit wird die Sommerwärme dann zum Heizen verwendet. Ein raffiniertes Kreislaufsystem, das sich schon einige andere Bürgermeister angeschaut haben. Das Baugebiet hat Vorbildcharakter für ganz Bayern.

Ökologische Klimaanlagen - Kühlen mit Wasser

Auch Installateur Erich Schulz verbaut lieber ökologisch nachhaltige Anlagen als die alten umweltschädlichen Modelle. Zum Beispiel, indem die Decke einer Wohnung mit Panelen verkleidet wird, in denen Rohre eingelegt sind, durch die durch Grundwasser gekühltes Wasser fließt - eine absolut ökologische Methode der Kühlung. Auch beim Kühlen von Wohnungen oder ganzen Baugebieten kann die Natur kräftig mithelfen - wir müssen sie nur nutzen.

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