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Blutiger Schnee in der Antarktis | BR24

© Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine/dpa

Der Schnee um die ukrainische Forschungsstation "Akademik Wernadski" ist wegen einer Alge blutrot gefärbt.

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    Blutiger Schnee in der Antarktis

    Schauriges Naturphänomen in der Antarktis: Der Schnee um eine ukrainische Forschungsstation ist blutrot gefärbt. Grund ist eine Alge, die sich wohl wegen des Klimawandels rasant vermehrt. Forschern gibt sie Rätsel auf.

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    In der Antarktis gibt es seit Wochen ein ungewöhnliches Naturphänomen: Der Schnee um eine ukrainische Forschungsstation ist blutrot gefärbt. Grund dafür sei eine auf Schnee wachsende Alge, teilte das Wissenschaftsministerium in Kiew mit.

    Der Klimawandel trage dazu bei, dass sich die mikroskopisch kleinen Algen mit dem Namen Chlamydomonas nivalis schnell vermehren könnten.

    Teilweise 20 Grad in der Antarktis

    Nach Auffassung der Forscher wird damit auch die Schneeschmelze beschleunigt, da die rötliche Oberfläche mehr Sonnenlicht absorbiere als weißer Schnee, der das Licht stärker reflektiert. Vor kurzem wurden in der Antarktis mancherorts Temperaturen um 20 Grad Celsius gemessen.

    Die Alge kommt überall dort auf der Welt vor, wo dauerhaft Winter ist - neben der Antarktis auch in der Arktis und in Teilen der Alpen. Experten vom Geoforschungszentrum in Potsdam schrieben 2016 in einer Studie, dass der Einfluss von Schneealgen auf die Gletscherschmelze bisher unterschätzt worden sei. Dieser Effekt müsse in künftigen Klimamodellen berücksichtigt werden.

    © Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine/dpa

    Blutiger Schnee in der Antarktis

    Rätsel um massenhafte Vermehrung der Alge

    Thomas Leya vom Potsdamer Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie erklärte, die Forschung wisse zu wenig darüber, wie die mikroskopisch kleine Alge es schaffe, "solche Massen an Zellen hervorzubringen, die es für das Phänomen des roten Schnees benötigt".

    2019 hatten Wissenschafter Chlamydomonas nivalis zur Alge des Jahres gewählt. Entdeckt wurde sie 1818 auf einer Polar-Expedition von Kapitän John Ross. Er zeichnete den roten Schnee und untersuchte ihn im Mikroskop. Bis heute geben die kleinen, roten Gebilde Rätsel auf.