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Blaualgen in Badegewässern: Warum sind sie so gefährlich? | BR24

© dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

Blaualgen-Warunung an einem Gewässer: Warum Blaualgen so gefährlich sind, erklärt Horst Auer von der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft.

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    Blaualgen in Badegewässern: Warum sind sie so gefährlich?

    Kaum wird es warm und die Seen laden zum Baden ein, wird die Freude durch erste Warnmeldungen verdorben: Blaualgenbefall. Die Bakterien können für Menschen und Tiere gefährlich werden. Woran erkennt man, dass ein Gewässer belastet ist?

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    Kaum lädt das Wetter zum Baden ein, kommen schon die ersten Warnmeldungen: Manche Badegewässer sind durch Blaualgen, sogenannte Cyanobakterien, verunreinigt. Explosionsartige Blaualgenblüten treten vor allem in den Sommermonaten bei hohen Wassertemperaturen auf.

    Gewässerqualität in der Regel gut

    Grundsätzlich können wir uns über die Wasserqualität unserer Gewässer kaum beschweren. Aber wenn ein Gewässer 2019 fürs Baden gesperrt wurde, dann in gut 50 Prozent der Fälle wegen Blaualgen. Die Europäische Umweltagentur (EUA) überprüfte europaweit 22.295 Badestellen am Meer, in Seen und Flüssen - in Deutschland wurden knapp 13.500 Wasserproben aus 2291 Gewässern entnommen und untersucht. Dabei wurden nur acht deutsche Badegewässer im vergangenen Jahr als mangelhaft bewertet. 105 Gewässer blieben während der Badesaison 2019 ganz oder zumindest zeitweise geschlossen, davon 53 wegen Blaualgen. Diese verbreiten sich in heißen Sommern besonders stark.

    Was sind Blaualgen?

    Blaualgen sind Bakterien, die sich überall in Gewässern befinden und bei einer normalen Konzentration ungefährlich sind. Gefährlich können sie aber werden, wenn sie sich stark vermehren. Bei einer Massenentwicklung dieser sogenannten Cyanobakterien (von griech. κυανός kyanós, "blau") verschlechtert sich die Wasserqualität deutlich.

    Blaualgen produzieren giftige Stoffe

    Blaualgen produzieren eine Reihe von giftigen Stoffen, die z. B. Fische und Zooplankton schädigen können. Einige dieser Gifte zählen zu den stärksten natürlichen Giften. Sie können auch für badende Menschen gesundheitsschädlich werden. Eine Gefahr besteht vor allem durch das Schlucken des Wassers.

    Erbrechen, Durchfall und Atemnot durch Blaualgen

    Blaualgen können bei Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen, geröteten Augen und Atemnot führen. In Seen mit auffälligem Algenwachstum sollte nicht gebadet werden. Insbesondere bei kleinen Kinder sollte man kein Risiko eingehen. Stellen örtliche Behörden einen Blaualgen-Befall fest, werden Badende durch Schilder informiert. Diese sollten unbedingt beachtet werden.

    Wie erkennt man Blaualgen?

    Blaualgen sind nicht blau, sondern bilden grüne Schlieren im Wasser - 20 oder 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Diese sind aber meist nicht im ganzen See verteilt, sondern nur stellenweise.

    Das Bundesumweltamt gibt folgenden Tipp: Langsam ins Wasser gehen, ohne Schlamm aufzuwirbeln. Wenn Sie knietief im Wasser stehen und Ihre Füße erkennen können, steht dem Badespaß an dieser Stelle nichts im Wege.

    Sterben von Blaualgen führt zu Fischsterben

    Sterben die Massen von Blaualgen ab, kommt es zu einem weiteren Problem: Beim Abbau der Bakterien wird eine große Menge Sauerstoff verbraucht. So kann es dazu kommen, dass Fische aufgrund von Sauerstoffmangel sterben.

    Wie kommt es zu einem Blaualgen-Überschuss?

    Zu einer starken Vermehrung von Blaualgen führt ein hoher Nährstoffgehalt - zum Beispiel durch Abwässer mit Waschmittelrückständen. Auch eine steigende Wassertemperatur kann das Blaualgen-Wachstum rasant steigern.

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