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Eine Frau hält sich eine Wärmflasche an den Bauch

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    Harnwegsinfekte: Das hilft bei chronischer Blasenentzündung

    Man muss ständig auf die Toilette, es brennt beim Wasserlassen – eine Blasenentzündung ist unangenehm. Viele Betroffene nehmen dann ein Antibiotikum. Wer aber häufig unter Harnwegsinfekten leidet, sollte nach Alternativen suchen.

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    Von
    • Susanne Dietrich

    Zwischen 2012 und 2017 musste die 60-jährige Gabriele Hennings (Name geändert) ständig wegen Blasenentzündungen zum Arzt. Ihr Urologe verschrieb unterschiedliche Antibiotika im Wechsel, aber es wurde einfach nicht besser.

    Antibiotika schwächen das Immunsystem

    Wer öfter als drei Mal jährlich einen Harnwegsinfekt hat, sollte nach Alternativen zu einer Antibiotika-Einnahme suchen - und sich einmal gründlich untersuchen lassen, empfiehlt die Urologin Christine Höfling-Streitenfeld. Die Oberärztin leitet die Spezialsprechstunde Neurourologie und Inkontinenz am Universitätsklinikum Würzburg. "Häufige Antibiotikagaben bringen das Mikrobiom des Darms durcheinander. Eine gesunde Darmflora ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. Durch die ständige, unbedachte Einnahme von Antibiotika wird man wieder anfälliger für Infekte." Dies sei ein Teufelskreis, so Höfling-Streitenfeld.

    Bei Patienten und Patientinnen, die immer wieder unter Blasenentzündungen leiden, macht die Urologin zunächst eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Blase, um eine Steinbildung, eine Harnstauung oder gar einen Tumor auszuschließen. Oftmals sei eine Blasenspiegelung sinnvoll, so Höfling-Streitenfeld, um chronische Entzündungen der Blasenschleimhaut erkennen zu können. Wenn auch Vaginalbereich oder Prostata unauffällig seien, könne man sich der Prophylaxe zuwenden.

    Viel trinken hilft oft gegen chronische Blasenentzündung

    Was zur Vorbeugung hilft, ist nach der Erfahrung von Christine Höfling-Streitenfeld sehr individuell. Manche Betroffene erzielen bereits gute Ergebnisse, wenn sie die Trinkmenge auf gut zwei Liter täglich erhöhen. Vielen Frauen geht es deutlich besser, wenn sie vor dem Geschlechtsverkehr eine schützende Creme auftragen.

    Bei einigen Patienten und Patientinnen ist die langfristige Einnahme von Cranberry-Extrakt wirkungsvoll, bei anderen sind es kleine Veränderungen im Alltag: etwa in Ruhe und regelmäßig auf die Toilette gehen, um die Blase vollständig zu entleeren.

    Weniger Harnwegsinfekte durch Ernährungsumstellung

    Oft sei auch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll, beobachtet die Urologin. Beispielsweise könne es helfen, Alkohol, süße und kohlensäurehaltige Getränke zu reduzieren, um die Blasenschleimhaut nicht zusätzlich zu reizen. "Ich nenne es mittlerweile Harnwegsinfekt-Diät - also auf Zucker, Weizen und Schweinefleisch zu verzichten. Viele Patienten und Patientinnen sind zunächst skeptisch, aber es geht ihnen tatsächlich oft bedeutend besser."

    Die Patientin Gabriele Hennings hat für sich den Wirkstoff Methionin entdeckt – dabei handelt es sich um eine essenzielle Aminosäure, die den Urin ansäuert. "Wenn man davon mehr als 1,5 Gramm pro Tag zu sich nimmt, scheidet man das, was zu viel ist an sauren Proteinen, wieder aus", so Höfling-Streifenfeld. Bakterien können auf diese Weise ausgeschwemmt werden.

    Zitronenwasser zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten

    Da Präparate mit Methionin von den Krankenkassen nicht übernommen werden, empfiehlt die Urologin eine kostengünstige Alternative: Zitronenwasser. Wer drei Mal täglich ein Glas Wasser mit frischem Zitronensaft oder Zitronensaft-Konzentrat trinke, erziele eine ähnlich positive Wirkung wie bei der Einnahme von Methionin.

    Die Patientin Gabriele Hennings möchte beim Methionin bleiben. Sie nimmt es seit 2017 durchgehend – seitdem hatte sie keine Blasenentzündung mehr.

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