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Biologische Schädlingsbekämpfung: eine Alternative zur Chemie? | BR24

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Biologische Schädlingsbekämpfung: eine Alternative zur Chemie?

Drahtwürmer sind der Albtraum der Kartoffelbauern. Vor allem seit die Zulassung des Pestizids Goldor Bait ausgelaufen ist, gibt es kein wirksames Mittel mehr gegen den Schädling. Doch jetzt hat die Uni Göttingen eine biologische Alternative gefunden.

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Christoph Müller ist Bio-Landwirt. Er konnte von jeher kein Pestizid verwenden, wegen der ökologischen Nebenwirkungen. Deshalb haben ihm die Drahtwürmer oft große Sorgen bereitet - bis zu 40 Prozent seiner Kartoffelernte hat er in der Vergangenheit schon verloren. Hoffnungen setzt er jetzt auf die Forscher der Uni Göttingen. Ihr Präparat zur chemiefreien Bekämpfung des Schädlings nennt sich Attracap.

Wie wirkt das biologische Mittel?

Attracap ist ein Granulat, das Kohlendioxid produziert, so wie die Kartoffelknollen. Ebenfalls im Granulat steckt ein natürlicher Bodenpilz.

"Unsere Strategie sieht so aus, dass wir CO 2 künstlich produzieren lassen, aus dieser Kapsel heraus. Dann denkt der Drahtwurm, da ist eine Kartoffel, wandert da hin und kommt mit dem Pilz, der ebenfalls aus dieser Kapsel auswächst, in Kontakt und wird abgetötet." Professor Stefan Vidal, Agrar-Entomologe, Uni Göttingen

Das Granulat wird zusammen mit den Pflanzkartoffeln ausgebracht, drei Wochen ist der Pilz dann im Boden aktiv. Damit es wirken kann, braucht der Boden eine gewisse Feuchtigkeit, und im Idealfall werden die Kügelchen unter der Knolle platziert. Nicht ganz einfach. Ein weiteres Problem: Es gibt viele unterschiedliche Arten von Drahtwürmern. Es gibt also noch viel zu verbessern.

Eine Alternative auch für konventionelle Bauern?

Momentan hat Attracap nur eine Notzulassung, aber das EU-Zulassungsverfahren läuft. Zudem ist es sehr teuer. Trotzdem: Irgendwann kann diese Art der Schädlingsbekämpfung vielleicht eine Alternative zur chemischen Keule werden.