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Kann ich mich zwei Mal mit dem Coronavirus infizieren? Oder bin ich nach einer Infektion immun? #fragBR24

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#fragBR24ūüí° Bin ich nach Infektion immun gegen das Coronavirus?

Kann man sich zweimal mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren? Wissenschaftler sagen: Wahrscheinlich nicht. Bislang deutet alles darauf hin, dass man gegen das Coronavirus genauso immun wird wie gegen andere Viren.

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Die schlechte Nachricht vorab: Es gibt noch keinen wissenschaftlichen Nachweis f√ľr eine Immunit√§t gegen SARS-CoV-2, das neuartige Coronavirus. Aber die gute Nachricht ist: Es gibt auch keinen Hinweis, warum bei diesem Virus das Immunsystem pl√∂tzlich anders ticken sollte als normal.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Immunologisches Ged√§chtnis: Gegen √ľberwundene Krankheiten sind wir gesch√ľtzt

Unser Immunsystem erinnert sich, wenn wir einmal krank waren, zumindest eine Zeitlang: Die Antik√∂rper, die es beim erfolgreichen Kampf gegen Bakterien, Viren oder andere Erreger ausgebildet hat, werden sofort wieder ausgesch√ľttet, wenn der gleiche Erreger erneut in den K√∂rper eindringt. Das nennt man das immunologische Ged√§chtnis des K√∂rpers. Jede Aktiv-Impfung basiert auf diesem Mechanismus, indem sie den K√∂rper in abgeschw√§chter Form auf einen Erreger vorbereitet.

Antik√∂rper gegen das Coronavirus bilden sich laut dem Berliner Virologen Christian Drosten etwa zehn Tage nach der Ansteckung mit SARS-CoV-2. Es sei "extrem unwahrscheinlich", sich erneut anzustecken, wenn man bereits Antik√∂rper gebildet habe, sagt Thomas Kamradt, Pr√§sident der Deutschen Gesellschaft f√ľr Immunologie.

Mehr Aufklärung durch Antikörper-Tests

Um wissenschaftlich gesicherte Aussagen zur Immunit√§t gegen das Coronavirus machen zu k√∂nnen, m√ľssen Antik√∂rper-Tests zum Einsatz kommen. Davon kommen allerdings erst jetzt die ersten auf den Markt, denn auch diese Tests mussten erst entwickelt werden. Und erst wenn mehr auf Antik√∂rper gegen SARS-CoV-2 getestet wird, wird sich zeigen, wie hoch der Antik√∂rper-Titer (die Zahl der Antik√∂rper im Blut) ist und wie schnell er nach der Infektion abnimmt oder wie hoch er sein muss, um gegen die Erkrankung an Covid-19, der vom Coronavirus ausgel√∂sten Lungenkrankheit, zu sch√ľtzen.

Interessant wäre auch, ob Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf vielleicht zu wenige oder gar keine Antikörper gegen das Virus gebildet haben.

Mini-Test mit Affen zeigte Immunität gegen SARS-CoV-2

Chinesische Forscher konnten in einer ersten, wenn auch im Umfang noch sehr kleinen Studie feststellen, dass Rhesus-Affen nach einer Infektion mit dem Coronavirus tatsächlich immun waren. Sie infizierten vier Affen mit dem Coronavirus, worauf die Tiere erkrankten. Ein Tier wurde obduziert, die anderen drei wurden nach ihrer Genesung - vier Wochen nach der ersten Infektion - erneut mit einer hohen Virenlast infiziert und zeigten weder Krankheitszeichen noch Virenlast. Das heißt, sie waren selbst auch nicht mehr infektiös. Da Rhesus-Affen genetisch dem Menschen sehr ähnlich sind, lässt dieser Test die Hoffnung zu, dass auch Menschen nach einer Infektion immun werden.

Mutiert das Coronavirus zu schnell f√ľr eine Immunit√§t?

Auch dazu fehlen noch gesicherte Studien, aber bislang gehen Wissenschaftler davon aus, dass das SARS-CoV-2-Virus eher langsam mutiert. So hat sich Prof. Ortwin Adams von der Uniklinik D√ľsseldorf im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen ge√§u√üert.

Die Virologin Stephanie Pfänder von der Ruhr-Universität Bochum erklärte in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur, dass das Coronavirus weitaus weniger mutiert als beispielsweise das Grippe-Virus:

"Die Coronaviren haben aber noch eine kleine Besonderheit, und zwar codieren sie f√ľr ein Protein, das eine 'proof reading' macht, das hei√üt, dass das Genom noch mal √ľberpr√ľft, sodass es zu weniger Mutationen kommt als im Vergleich zum Beispiel mit einem Influenzavirus." Stephanie Pf√§nder, Virologin der Ruhr-Universit√§t Bochum

Gab es nicht Fälle von Doppel-Infektionen mit dem Coronavirus?

Bei einer Frau in Japan und bei vier Entlassenen aus einem Krankenhaus im chinesischen Wuhan wurde das Virus nach der Genesung erneut nachgewiesen. W√§hrend die japanische Patientin erneut Symptome zeigte, blieben die F√§lle in China jedoch symptomfrei. Forscher vermuten, dass die Testergebnisse schlicht am Test selbst liegen: Die vorausgehenden negativen Tests, die zur Annahme einer erfolgten Genesung f√ľhrten, k√∂nnten fehlerhaft gewesen sein. Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten von der Charit√© Berlin betont, dass der PCR-Nachweis bei Infizierten stark schwanken kann und mal positive, mal f√§lschlicherweise negative Ergebnisse bringt.

Aber auch bei Genesenen kann wieder ein positives Testergebnis auftauchen: Der Corona-Test mittels PCR findet nicht das Virus selbst, sondern nur sein Genom. Reste des Genoms k√∂nnen aber, nach Aussage von Florian Krammer vom Mount Sinai Hospital in New York, noch lange nach einer akuten Infektion festgestellt werden: "Virale RNA kann oft lange, nachdem das infekti√∂se Virus verschwunden ist, noch nachgewiesen werden. Aber sobald PCR-Tests f√ľr einige Tage negativ sind und der Patient sich erholt hat, gibt es nach heutigem Wissen vermutlich kein Ansteckungsrisiko mehr." √Ąhnlich sieht das auch eine weitere Expertin:

"Solange also noch Reste des Virus vorhanden sind, bleibt der Test positiv, obwohl das Virus vielleicht schon nicht mehr infektiös ist." Prof. Dr. Isabella Eckerle, Universitätsklinikum Genf, Schweiz

Wie lange hält die Immunität gegen das Coronavirus an?

Auch dazu gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Studien. Doch das neue Coronavirus ist mit SARS-CoV-1, dem eigentlichen SARS-Virus, eng verwandt. Bei diesem konnten auch nach √ľber drei Jahren noch Antik√∂rper nachgewiesen werden.

"Wir wissen noch nicht, wie lange die Immunit√§t anh√§lt. Wenn man eine Analogie zu den anderen Coronaviren annimmt, k√∂nnte man von einem Zeitraum von ein paar Jahren ausgehen: Bei SARS beispielsweise sind Antik√∂rper drei bis f√ľnf Jahre nachweisbar. Die Zeitr√§ume sind also eher Jahre; es ist nicht so, dass man sich nach ein paar Tagen oder nach ein paar Wochen mit genau dem gleichen Virus wieder infizieren kann." Prof. Dr. Isabella Eckerle, Universit√§tsklinikum Genf, Schweiz
"Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion gesch√ľtzt." Thomas Kamradt, Pr√§sident der Deutschen Gesellschaft f√ľr Immunologie

Anders als etwa gegen die Masern gibt es gegen SARS-CoV-2 voraussichtlich keine lebenslange Immunit√§t, aber man wird sich auch nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate erneut infizieren. Zudem verschwindet Immunit√§t nicht von jetzt auf gleich, sondern schw√§cht sich zun√§chst zu einer Teilimmunit√§t ab, die daf√ľr sorgt, dass Erkrankungen weniger schwer verlaufen.

Kann ich noch jemanden anstecken, wenn ich gegen Corona immun bin?

Ist man gegen ein Virus immun, springt das eigene Immunsystem sofort an, wenn es mit dem Virus in Kontakt kommt. Im eigenen Körper kann sich das Virus dann nicht mehr vervielfältigen. Wer gegen das Coronavirus immun ist, produziert also selbst keine Viren mehr und ist damit auch nicht mehr infektiös.

√úbertr√§ger kann man nat√ľrlich dennoch sein: Wenn ein Corona-Infizierter etwa auf eine T√ľrklinke niest, Sie kurz darauf hinfassen und jemand anderen im Gesicht ber√ľhren, ist eine √úbertragung theoretisch m√∂glich. Ob diese M√∂glichkeit praktisch eine Rolle spielt, ist zu bezweifeln.

Hände waschen nicht vergessen!

Wachsende Immunität wird im Kampf gegen Corona helfen

Je mehr Menschen immun gegen das Coronavirus sein werden, umso besser. Wer immun ist, kann anderen helfen, ohne jemanden zu gefährden. Sobald 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun sind, spricht man von Herdenimmunität: Dann könnte sich das Virus insgesamt nicht mehr exponentiell verbreiten.

Momentan steckt jeder Corona-Infizierte statistisch zwei bis drei weitere Personen an. Wenn aber von drei Personen durchschnittlich zwei schon immun sind, stagniert die Infektionsrate zumindest.

Wie sich die Infektionsrate in Deutschland gerade entwickelt, sehen Sie hier.

Warum versucht man dann nicht schnell eine Herdenimmunität zu erzeugen?

Weil "schnell" im Moment das Hauptproblem ist: Wenn zu viele Personen gleichzeitig infiziert sind, ist auch die Anzahl an schwer verlaufenden Fällen weitaus höher und zwingt das Gesundheitssystem in die Knie. Solange es keinen Impfstoff gibt, muss auch die Herdenimmunität langsam aufgebaut werden. Deswegen gilt vor allem: #FlattenTheCurve! Tun Sie alles, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verlangsamen!

© Bayerischer Rundfunk

Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. So lange m√ľssen wir uns auf das k√∂rpereigene Immunsystem verlassen. Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass wir nach einer Infektion gegen das neue Virus immun sind. Doch wie lange?

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