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Bienen, Wespen, Hornissen: Was tun bei einem Insektenstich? | BR24

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Was tun bei einem Insektenstich?

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Bienen, Wespen, Hornissen: Was tun bei einem Insektenstich?

Bienen, Wespen, Bremsen, Mücken und Co. gehören zum Sommer dazu. Ein Insektenstich kann sehr schmerzhaft sein - und in ganz seltenen Fällen sogar tödlich enden. Was tun, wenn ein Insekt zugestochen hat?

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Bienen, Wespen, Bremsen, Mücken, Hornissen und Co. gehören zum Sommer wie Badesee und Picknick: An sich kein Problem, doch die Begegnung von Mensch und Tier am reichlich gedeckten Tisch kann schmerzhaft enden - in ganz seltenen Fällen sogar tödlich. Die Panik, mit der viele Menschen auf die Insekten reagieren, ist jedoch meistens nicht angebracht. Zumal wildes Herumfuchteln sogar eher dafür sorgt, dass das Insekt aus Angst zusticht. Ruhig bleiben ist also die beste Option.

So vermeiden Sie Insektenstiche

  • Ruhig bleiben - nicht schlagen und nicht fuchteln!
  • Speisen draußen mit einem Haubennetz abdecken.
  • Bei jedem Schluck oder Bissen im Freien darauf achten, ob eine Wespe oder Biene im Getränk schwimmt oder auf dem Kuchen sitzt.
  • Kinder am besten mit Strohhalm trinken lassen!
  • Setzen sie auf unliebsame Gerüche: Wespen mögen beispielsweise kein Basilikum, Nelkenöl oder halbierte Knoblauchzehen.
  • Ein Ablenkmenü in einiger Entfernung zum Esstisch oder zur Picknickdecke servieren - zum Beispiel überreife Weintrauben. Der Tipp, verdünnten Honig als Lockmittel aufzustellen, ist nicht ganz unproblematisch. Durch importierten Honig können sich Bienen mit der Faulbrut infizieren. Heimischer Imkerhonig ist in der Regel frei von Erregern.
  • Vorsicht beim Barfußgehen.
  • Bei der Kleidung sollten sie kräftige, bunte Farben und Blumenmuster vermeiden.
  • Weite, luftige Kleidung ist ungünstig, weil sich Insekten darin verfangen können.
  • Stark duftende, süßliche Parfüms und Deodorants locken Insekten an.
© BR

Sind Wespen wirklich aggressiv? Und können sie mehrmals stechen? Wie gut kennt ihr euch mit Wespen-Mythen aus? Macht den Fakten-Check!

Insektenstiche: Gegen Schwellungen hilft Kühlen

Wird man doch mal gestochen, etwa, weil man unabsichtlich auf eine Wespe getreten ist, bleibt es in den meisten Fällen bei einer schmerzhaften Schwellung auf der Haut. Dagegen hilft Abkühlung durch kaltes Wasser oder Eis. Auch Stiche im Mund oder dem vorderen Bereich der Zunge sind kein Anlass für Panik. Anders jedoch bei einem Stich im tiefen Rachenraum: Hier muss schnellstmöglich ein Arzt gerufen werden, da durch die Schwellung Erstickungsgefahr besteht.

Erhitzen: Erste Hilfe bei einem Stich

Damit es erst gar nicht zu einer Schwellung kommt, hilft das Gegenteil von Kühlen. Unmittelbar nach dem Stich sollte die Einstichstelle erhitzt werden - so hoch man es aushalten kann. Ein erwärmter Löffel, ein heißer Wasserstrahl oder ähnliches (Achtung: Verbrennungsgefahr) für einige Sekunden hilft, dass das Gift in der Wunde zerfällt und es gar nicht erst zu einer starken Schwellung kommt. Im Handel gibt es dafür auch spezielle Insektenstifte, die die Einstichstelle sekundenlang erhitzen (Vorsicht bei Kindern).

Tipps bei einem Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich

  • Wenn der Stachel noch steckt, mit einer Pinzette entfernen.
  • Wunde nach Möglichkeit desinfizieren.
  • Einstichstelle sofort erhitzen, damit das Gift zerfällt und es gar nicht erst zu einer Schwellung kommt.
  • Ist bereits eine Schwellung vorhanden, am besten mit kaltem Wasser kühlen. Vorsicht bei Eiswürfeln, es können lokale Erfrierungen auftreten.
  • Bitte nicht kratzen - sonst besteht Infektionsgefahr!
  • Auch eine aufgeschnittene Zwiebel auf der Einstichstelle kann helfen: Sie wirkt entzündungshemmend und stoppt den Juckreiz.
  • Bei Stichen in den tiefen Rachenraum: Eiswürfel lutschen und Hals kühlen. Sofort den Notarzt rufen.

Insektenstich: Gefahr durch allergischen Schock

Drei bis fünf Prozent der Bevölkerung leidern unter einer Insektengift-Allergie. Werden diese Personen gestochen, kommt es zu einer allergischen Reaktion, die unterschiedlich stark ausfallen kann. Anzeichen dafür sind: Zunehmende Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle und im Gesicht, sowie Juckreiz, Atemnot, Schwindelgefühl, Übelkeit und kalter Schweiß. Hier ist schnelle medizinische Hilfe ebenfalls unbedingt erforderlich! Bis der Arzt eintrifft, sollte der Betroffene in Schocklage gebracht werden: flach hinlegen, Beine hochlegen, notfalls Mund-zu-Mund-Beatmung.

Andere Plagegeister des Sommers: die Kriebelmücke

Kriebelmücken stechen nicht, sie beißen. Sie haben im Sommer ebenso Hochsaison wie Stechmücken. Doch die Bisse der Kriebelmücken sind nicht nur besonders schmerzhaft, sie können auch gefährlich werden.

© picture-alliance/dpa/blickwinkel

Der Stich der Kriebelmücke ist sehr schmerzhaft

Die Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an und beißen blitzschnell zu: Sie ritzen kleine Löcher in die Haut ihrer Opfer und trinken daraus Blut. Durch den giftigen Speichel gelangen blutverdünnende Substanzen in die Wunde, in der Folge können allergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und sogar Blutergüsse auftreten.

Wochenlanger Juckreiz durch Kriebelmückenbiss

Der Juckreiz bei einem Kriebelmücken-Biss kann unter Umständen wochenlang anhalten. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, hilft es, die Haut an der betroffenen Stelle zu desinfizieren, und etwa eine antiseptischen Salbe aus der Apotheke aufzutragen. Gegen den Juckreiz hilft eine kortisonhaltige Creme.

Kriebelmücken mögen keine geschlossenen Räume

Kriebelmücken leben in der Nähe von fließendem Gewässer - also Flüssen und Bächen - und Viehweiden. Um die Gefahr eines Bisses abzuwehren, hilft zum einen lange Kleidung. Durch den Stoff können sie - im Gegensatz zur Stechmücke mit ihrem Rüssel - nicht durchbeißen. Wem das im Sommer zu warm wird, kann es auch mit herkömmlichen Mückensprays versuchen.

Grasmilben: Juckpulver auf acht Beinen

Grasmilben sind winzig klein und können doch einen Juckreiz verursachen, der einen in den Wahnsinn treibt. Wer von Grasmilben gebissen wurde, braucht viel Selbstbeherrschung. Der Juckreiz stellt sich meist nach einem Tag ein und kann sich bis zu zwei Wochen halten. Es bilden sich rote Quaddeln, die sich durch starkes Kratzen auch entzünden können. An sich sind die Bisse der Grasmilbe harmlos, aber besonders bei Kindern, die sich stark aufkratzen, können sekundäre Infektionen entstehen

Grasmilben-Test im Garten

Legen Sie ein weißes Papier oder weiße Fliesen auf einen sonnigen Platz im Rasen. Angelockt durch die Helligkeit sind Grasmilben als rötliche winzige Punkte erkennbar.

© mauritius-images

Grasmilbe

Ansonsten hilft es, die Quaddeln mit 70-prozentigem Alkohol zu desinfizieren und juckreizstillende Gele aufzutragen. Wer es nicht mehr aushält, kann sich kortisonhaltige Salben oder Antihistaminika verschreiben lassen.