Die amerikanische Mathematikerin Karen Keskulla Uhlenbeck steht vor einer Wandtafel. Die norwegische Akademie der Wissenschaften hat Keskulla Uhlenbeck (76) mit dem Abelpreis ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass damit eine Frau geehrt wurde.
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Die amerikanische Mathematikerin Karen Keskulla Uhlenbeck ist die erste Frau, die den renommierten "Abelpreis" erhält.

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Bedeutender Mathematikpreis geht erstmals an eine Frau

Schon als Kind wollte Karen Keskulla Uhlenbeck Forscherin werden, heute wurde bekannt gegeben, dass sie als erste Frau überhaupt den renommierten Abel-Preis verliehen bekommt. Er ist mit umgerechnet 620.000 Euro dotiert.

Ausgezeichnet wird Karen Keskulla Uhlenbeck (76) von der norwegischen Akademie der Wissenschaften für ihr Lebenswerk. Das Fachgebiet der US-amerikanischen Mathematikerin ist die "Geometrische Analysis", ein Feld, das sie mitbegründet hat.

"Die Anerkennung ihrer Leistungen müsste sogar noch größer sein, denn ihre Arbeit hat in den letzten 40 Jahren zu den wichtigsten Fortschritten in der Mathematik beigetragen." Jim Al-Khalili, theoretischer Physiker und Mitglied der Royal Society

Erste Frau erhält den Abel-Preis für Mathematik

Erstmals wird eine Frau mit dem Preis geehrt, er gilt als eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Mathematik, neben der Fields-Medaille an Nachwuchsmathematiker unter 40 Jahren. In Mathematik wird kein Nobelpreis vergeben.

"Ihre Theorien haben unser Verständnis von minimalen Oberflächen wie die einer Seifenblase revolutioniert." Hans Munthe-Kaas, Vorsitzender des Abel-Ausschusses

Mit der Geometrischen Analysis steht Karen Keskulla Uhlenbeck an einer Schnittstelle zwischen Mathematik und theoretischer Physik. Darüber hinaus ist die Wissenschaftlerin auch als Rollenvorbild und Förderin für mehr Frauen in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bekannt.

Mathematikerin als Rollenvorbild für Frauen

So ist sie Mitgründerin des Programms "Frauen und Mathematik" am Park City Mathematik Institute der Princeton University in den USA.

Erst nachdem sie selbst ihr Studium begonnen hatte, entdeckte Uhlenbeck ihre Liebe für die Mathematik, ursprünglich wollte sie Physikerin werden. Sie promovierte an der Brandeis University, lehrte am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und an der Universität Berkley. 1983 erhielt sie einen Lehrstuhl an der Universität Chicago, wo sie sich als eine der bedeutendsten Mathematikerinnen ihrer Generation etablieren konnte. Heute lebt die 76-Jährige in New Jersey.

"Ich weiß, dass ich ein Rollenvorbild bin, aber das ist ziemlich schwierig. Denn was man den Studierenden wirklich zeigen muss, ist, dass Menschen nicht perfekt sind und sie trotzdem erfolgreich sein können. Jeder weiß, dass Menschen erfolgreich sind, wenn sie schlau, witzig, schön oder gut angezogen sind. Aber man kann das auch mit all seinen Fehlern erreichen. Ich bin vielleicht eine wunderbare Mathematikerin, und das hat mich berühmt gemacht. Aber ich bin auch einfach nur ein Mensch." Karen Keskulla Uhlenbeck