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Batterien recyceln - einen Schatz heben und Gutes tun | BR24

© picture alliance/imageBROKER

Entsorgte Batterien

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Batterien recyceln - einen Schatz heben und Gutes tun

Batterien in den Hausmüll zu schmeißen, ist als ob man einen Schatz wegwirft. Über die Hälfte der in der EU produzierten Batterien werden nicht recycelt. Dabei wäre es so einfach: In den nächsten Supermarkt gehen und die Batterie-Sammelbox füttern.

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In der Europäischen Gemeinschaft werden jedes Jahr mehr als 200.000 Tonnen Geräte-Batterien auf den Markt gebracht, aber weniger als 100.000 Tonnen eingesammelt und recycelt, sagt Hartmut Stahl vom Öko-Institut e. V.. Der Forscher hat mit einem Team im Auftrag der EU-Kommission untersucht, wie viele der verkauften Batterien in EU-Ländern recycelt werden.

Wohin verschwinden Batterien?

Rund 35.000 Tonnen Batterien verschwinden in der EU pro Jahr im Hausmüll. Auch wir in Deutschland sind nur Durchschnitt, obwohl es hierzulande seit 20 Jahren Sammelboxen und Giftmobile gibt, die ein einfaches und schnelles Entsorgen ermöglichen.

Batterien in Elektrogeräten

Viele Batterien landen auch mit alten Geräten im Müll. Sie stecken zum Beispiel in elektrischen Zahnbürsten, Föhnen oder Handys. Dabei sollten auch diese Geräte recycelt werden, und zwar auf dem Wertstoffhof. Lässt sich die Batterie nicht aus einem Gerät lösen, sagt man den Mitarbeitern Bescheid oder geht gleich zur Problemstoffannahmestelle auf dem Wertstoffhof, empfiehlt die Hotline des Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM). Die Abfallwirtschaftsbetriebe weisen darauf hin, dass auch Glückwunschkarten, die Musik abspielen, Batterien enthalten. Die Batterien und das Papier sollten getrennt entsorgt werden.

Batterien auf Reisen

Das dritte schwarze Loch für Batterien ist der Export von alten Smartphones oder Laptops. Werden die Geräte zum Beispiel nach Afrika ausgeführt, werden sie in Deutschland dem Batterie-Recycling entzogen und die enthaltenen Rohstoffe nicht genutzt.

Warum man Batterien nicht in den Müll werfen sollte

Batterien können Schwermetalle wie Cadmium und Blei enthalten. Diese Stoffe können in die Umwelt gelangen, wenn Batterien in den Hausmüll oder in der Natur weggeworfen werden. Zudem gehen wertvolle Materialien verloren. Die meisten handelsüblichen Batterien enthalten zum Beispiel Zink. Beim Recycling kann der Stoff rückgewonnen werden: Beim Schmelzprozess entsteht Zinkstaub, der gereinigt und zu Zinkkonzentrat verarbeitet wird.

Aus Zinkkonzentrat kann man Dachrinnen und Beschichtungen herstellen, aber auch Zink-Tabletten, Zink-Salbe und Sonnencreme. Je höher der Sonnenschutzfaktor einer Sonnencreme ist, desto mehr Zink enthält sie. In 100 Milliliter Sonnencreme stecken rund fünf alte Batterien.

Lithium-Batterien

Auf dem Markt gibt es auch immer mehr Lithium-Ionen-Batterien. Man erkennt sie am chemischen Symbol "Li" oder der Bezeichnung Lithium auf der Batterie oder der Verpackung. Bei der Entsorgung ist Vorsicht geboten! Die Batterien können sich selbständig entzünden. Vor dem Recycling sollte man die Pole abkleben und sie vorsichtig zur Sammelstelle transportieren. Für die Entsorgung der wertvollen Lithium-Ionen-Batterien von Pedelecs und Elektroautos gibt es noch keinen eigenen Recycling-Kreislauf.

Batterie-Verbrauch reduzieren

Ein Ausweg aus dem Recycling-Dilemma wäre es auch, wenn mehr wiederaufladbare Batterien, also Akkus, verwendet würden, besonders für mobile Geräte. Haushaltsgeräte sollte man am besten mit Stromkabeln nutzen. Und auch solarbetriebene Geräte helfen, Batterien zu sparen.

© BR

Mehr als die Hälfte der in der EU produzierten Batterien werden nicht wiederverwertet. Wohin verschwinden sie?