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Batnight - Dieses Wochenende ist die Nacht der Fledermäuse | BR24

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Allein in Bayern gibt es 23 verschiedene Arten von Fledermäusen. Aber die Forscher schlagen Alarm: Umweltsünden und Klimawandel machen den Tieren zu schaffen. Damit das in unser Bewusstsein rückt, fand in ganz Europa gerade die Fledermausnacht statt.

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Batnight - Dieses Wochenende ist die Nacht der Fledermäuse

Zum 23. Mal jährt sich am 24. und 25. August 2019 die Nacht der Fledermäuse, die internationale Batnight. In dieser Nacht kann man in ganz Deutschland Fledermäuse live beobachten und sich über die nachtaktiven Insektenjäger informieren.

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In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten. Keine davon trinkt Blut. Das ist nur in Vampir-Filmen so - und bei zwei Arten der Vampirfledermaus in Brasilien, wie brasilianische Forscher herausgefunden haben. In unseren Breiten bekommen die Tiere dagegen immer weniger zwischen die Zähne: Da sie nur Insekten fressen, bekommen auch Fledermäuse den Insektenschwund zu spüren. Von 25 Arten sind drei vom Aussterben bedroht, vier Arten gelten als stark gefährdet und fünf Arten stehen auf der Vorwarnliste.

Zudem leiden Fledermäuse wie wir Menschen unter Wohnungsnot. Durch die Sanierung alter Gebäude und das Abholzen alter Bäume finden Fledermäuse immer weniger Unterschlupf, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Artenschutzexperte.

Hochzeit der Fledermäuse

Im Herbst beginnt die aktivste Phase im Leben europäischer Fledermäuse. Die Jungtiere sind aufgezogen und Fledermäuse bekommen Lust auf neue Partner. Die Paarungszeit beginnt. Wird es kälter und die Temperaturen sinken auf Null Grad, ziehen sich Fledermäuse zum Winterschlaf in Winkel und Ecken, Häuser und Bäume zurück. Die Tiere schlummern ein halbes Jahr und verlieren dabei bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts. Allerdings gibt es auch Fledermaus-Arten in Europa, die ähnlich wie Zugvögel im Winter durch die Lande ziehen, wie ein internationales Forscherteam unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) herausgefunden hat.

© picture alliance / blickwinkel

Fledermaus-Wanderung mit Taschenlampe und Bat-Detektor

Fledermäuse - Hören statt Sehen

Wer schon einmal Fledermäuse gesehen hat, wundert sich vielleicht über den hektischen Zick-Zack-Flug der Tiere. Fledermäuse fliegen so, weil sie in blitzschnellen Manövern Hindernissen ausweichen und Insekten jagen. Da Fledermäuse nur mäßig sehen, orientieren sie sich ähnlich wie Wale mit (Ultra-) Schallwellen im Raum und spüren ihre Beute mit Echo-Ortung auf. Das heißt, Fledermäuse hören viel besser als sie sehen und schreien pausenlos in die Nacht hinein. Wir Menschen können sie nicht hören, weil wir den Ultraschallbereich nicht wahrnehmen. Erst ein Bat-Detektor macht Fledermaus-Schreie für uns wahrnehmbar. Auf Batnight-Wanderungen ist er meist im Gepäck dabei. Fledermaus-Experten erkennen an den Rufen die verschiedenen Fledermaus-Arten.

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Mausohren, Hufeisennasen und Abendsegler sind einige der Stars der Europäischen Fledermausnacht. An diesem Wochenende gibt es dazu zahlreiche Veranstaltungen in Mittel- und Oberfranken.