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Bartträger und FFP2-Masken: Eine haarige Angelegenheit | BR24

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Ein Mann mit Bart vor gelbem Hintergrund.

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    Bartträger und FFP2-Masken: Eine haarige Angelegenheit

    FFP2-Masken bieten prinzipiell einen guten Schutz gegen das Coronavirus - allerdings nur, wenn die Maske eng am Gesicht anliegt. Gerade Bartträger stellt das vor Probleme. Muss der Bart nun ab?

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    Von
    • Martin Jarde

    Die neueste Corona-Verordnung der bayerischen Staatsregierung treibt Bartträgern Sorgenfalten auf die Stirn. Ab Montag muss in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine FFP2-Maske getragen werden. FFP2-Masken schützen - richtig genutzt - nicht nur andere Menschen, wie beim gängigen Mund-Nasen-Schutz, sondern auch den Träger.

    Die Betonung liegt hierbei auf "richtig genutzt": Neben den allgemeinen Hygieneregeln beim Auf- und Absetzen der Maske muss vor allem darauf geachtet werden, dass die Ränder der Maske dicht am Gesicht aufliegen. Nur so ist gewährleistet, dass die Luft durch die Maske ein- und ausgeatmet und somit gefiltert wird.

    FFP2-Maske bietet keinen Mehr-Schutz bei Bartträgern

    Bartträger können sich allerdings eine FFP2-Maske gar nicht dicht aufsetzen, sagt Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Schutz für einen selbst ist somit dahin, der Schutz für andere nur noch eingeschränkt gegeben - die FFP2-Maske eine teure Variante der gängigen Community-Maske.

    Gibt es eine Lösung für das Problem? Auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks beim Gesundheitsministerium antwortet dieses ausweichend mit dem knappen Satz: "Nach unseren Erkenntnissen gibt es unterschiedliche Größen von FFP2-Masken im Handel."

    Es gibt nur eine Lösung: glatt rasieren

    Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, attestiert FFP2-Masken bei Bartträgern keinen besonderen Schutz: "Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske." Es gebe in der Industrie zwar sehr teure Alternativen mit Rundum-Visieren, sichereren Hepafiltern und Luftpumpen, so der Experte. Diese seien aber nicht für den Alltagsgebrauch gedacht. "Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren."

    Experte: Bei FFP2-Pflicht dürften Bartträger nicht in Geschäfte

    Die FFP2-Maske "ist bei Männern nur mit glattrasierter Haut zu tragen", sagt auch Hygieneexperte Johannes Knobloch. Nicht nur Männer mit Vollbart seien betroffen. Schon beginnender Bartwuchs könne ein Problem darstellen, weil sich ein Abstand zwischen Haut und Maske bilde, durch die Luft ungefiltert ein- und ausströme. Knobloch lässt sich daher zu der Aussage hinreißen: "Bei einer FFP2-Pflicht dürften Bartträger in Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln also eigentlich nicht zugelassen werden."

    Auf Twitter machen daher schon etliche Bartverfechter ihrem Ärger Luft. "Bin schon gespannt, ob es bald eine #Rasierpflicht und weil die Friseure zu bleiben müssen dann auch noch #Rasierzentren geben wird", schreibt ein User. Ein anderer fühlt sich durch die Verordnung entblößt: "Bart ab wegen #ffp2. Vom Gefühl her kann ich jetzt auch die Hose weglassen."

    Twitter: So wird der Bart FFP2-konform

    Aber muss es wirklich immer glatt rasiert sein? Nicht unbedingt: In den sozialen Netzwerken finden sich auch Tipps, wie der Bart FFP2-konform gestylt werden kann. Und wenn sich nun Frauen freuen, dass sie dieses haarige Problem nicht haben, so haben sie eventuell mit anderen Herausforderungen zu kämpfen, wie eine Userin anmerkt: "Ohrschmuck, der die Bänder anhebt ist übrigens auch schlecht."

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