Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Barfen oder Fertigfutter: Was ist besser für den Hund? | BR24

© picture alliance/imageBROKER

Barfen oder Fertigfutter: Was ist das beste für den Hund?

2
Per Mail sharen
Teilen

    Barfen oder Fertigfutter: Was ist besser für den Hund?

    Fast ist Bello zu beneiden um das, was in seinem Napf landet: appetitliche Fleischbrocken oder knuspriges Trockenfutter mit Müsli. Doch was ist drin im Futter und welches ist für welchen Hund geeignet? Ist Barfen eine Alternative zu Fertigfutter?

    2
    Per Mail sharen
    Teilen

    Hunde sind keine Kostverächter und nicht so zimperlich in ihren Neigungen wie kapriziöse Katzen. Dennoch haben auch sie Vorlieben: Das wissen Hundehalter spätestens, wenn die Wohnung mit Müslibrocken übersät ist, die der Hund mit Schmackes aus dem Napf scharrt, weil er auf den "Pflanzenkram" im Trockenfutter gourmettechnisch nicht steht. Also doch lieber Feuchtfutter. Aber fehlt dem Liebling ernährungsphysiologisch nicht etwas, wenn man ihn nur "einseitig" ernährt?

    Schützen Sie Ihren Hund vor Übergewicht

    Wenn sich bei Bello der Speck rollt, ist er zu dick. Übergewicht wirkt sich bei Tieren ähnlich wie bei Menschen negativ auf Leber, Nieren und Herz aus. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten Sie auf Zwischenmahlzeiten für Ihren Liebling verzichten. Hier einen Keks, da eine Kleinigkeit vom Esstisch - da kommen die Pfunde zusammen. Betteln am Tisch geht gar nicht! Da muss man hart bleiben, meint auch Bayern 1 Tierexperte Henning Wiesner. Und wenn es daran geht, die Pfunde wieder purzeln zu lassen, empfiehlt er FDH: Friss die Hälfte. Dazu ausreichend Bewegung und dem Hund müsste es bald besser gehen.

    Tipp: Belohnen mit Streicheleinheiten

    Wenn Sie Ihren Hund erziehen oder abrichten, bekommt er eine Belohnung. Diese Belohnung muss nicht zwangsläufig ein Leckerli sein - es kann auch eine Streicheleinheit sein. Die zumindest spart Kalorien.

    Feucht- oder Trockenfutter?

    Von der ernährungsphysiologischen Seite aus - also wie viel Eiweiß, Kalzium und Phosphor abgedeckt wird - ist es eigentlich gleich, ob man Feucht- oder Trockenfutter füttert. Im Trockenfutter sind ungefähr 40 bis 60 Prozent Kohlenhydrate und maximal zehn Prozent Feuchtigkeit. Feuchtfutter hingegen besteht zu 80 Prozent aus Wasser und der Rest überwiegend aus Fleisch, weniger Getreide. Bei älteren Tieren rät Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte eher zu Nassfutter, weil dieses mehr Flüssigkeit enthalte. Denn ältere Tiere trinken oft zu wenig.

    Was ist drin im Hundefutter?

    Die Futtermittelverordnung regelt, was alles ins Hundefutter darf. Manche Zutat ist für uns Menschen eher abstoßend wie zum Beispiel Zwerchfell, Innereien, Lunge oder entleerte Harnblasen. Im Prinzip werden vom Schlachttier einfach die Teile verwertet, die es nicht zum Metzger in die Fleischtheke schaffen. Aber das ficht Bello nicht an - die Geschmäcker von Hund und Herrchen sind halt verschieden.

    Welche Schlachtabfälle das im Detail sind, schlägt sich dann auf den Preis nieder, wobei "teuer" nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit "besser". Teure Marken verwenden zum Beispiel mehr Rinderherz, mehr Fleischanteile, während günstigere Produkte mehr Lungenanteile, mehr bindegewebige Fleischanteile, verwerten.

    Warum BARFing?

    BARF kommt von "Bones And Raw Foods", übersetzt "Knochen und rohe Nahrung". Das Barfen spaltet die Hundebesitzer in zwei Gruppen: Anhänger und Gegner. "Zurück zum Wolf" ist das Credo der Barfing-Befürworter: Trocken- und Dosenfutter, das typische Futter des heutigen Hundes, hätte mit ursprünglicher Wolfs-Nahrung kaum noch etwas zu tun. Immer mehr Hundebesitzer sind deshalb aufs Barfen gekommen und füttern Pansen, Hühnerhälse, Herz, Gurgel und Knochen. Nicht nur Rind- oder Schweinefleisch, auch Hirsch, Lamm oder Ziege werden beim Barfen verfüttert.

    Starker Hund durch rohes Fleisch?

    Barfing-Befürworter sehen viele Vorteile in der natürlichen Ernährung: Hunde sollen dadurch weniger Zahnstein entwickeln, aber starke Bänder und Sehnen. Das Immunsystem soll gestärkt werden und das Fell glänzen - um nur einige positive Folgen zu nennen.

    Falsche Mischungen

    Doch beim Barfen können Hundebesitzer leider auch viele Fehler machen, denn rohes Fleisch alleine reicht für eine ausgewogene Ernährung nicht aus. Zu einer ausgewogenen Hundeernährung gehören auch Wasser, Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, so Behr. Es müssen also noch Reis, Hirse, Kartoffelflocken oder Multikornmischungen beigefügt werden, um den Hund mit allen nötigen Ballast- und Nährstoffen zu versorgen. Außerdem muss die Menge stimmen, die allerdings je nach Hund variieren kann. Tierärzte an der Münchner Uni haben festgestellt, dass Hundebesitzer ihre Hunde durch das Barfen oft mit zu viel oder zu wenig Nährstoffen versorgen: Die Folgen sind entweder Übergewicht oder Mangelerscheinungen. Wer also mit dem Barfen anfangen will, sollte sich vorher gut informieren. Nicht jeder Hund mag rohe Innereien. Da bleibt dem Hundebesitzer nichts anderes übrig, als immer wieder zu variieren, bis die ideale Mischung gefunden ist.

    Studie: Rohes Fleisch enthält in vielen Fällen Keime

    Die Universität Zürich hat eine Studie durchgeführt und die Keimbelastung von rohem Fleisch untersucht. Das Ergebnis: Wenn Hunde mit rohem Fleisch gefüttert werden, kann das Gefahren für Tier und Besitzer bergen. Die Forscher der Universität Zürich haben bei 51 Futterproben in zwei Fällen (3,9 Prozent) die Darmbakterien Salmonellen gefunden und in 62,7 Prozent gegen Antibiotika resistente Bakterien. Problematisch sei das, wenn Rohprodukte in Kontakt mit Gegenständen und Einrichtungen der Küche kämen oder in der Wohnung im Futternapf angeboten werden und in dessen Nähe Kleinkinder spielen.

    Fazit

    Barfing macht definitiv mehr Mühe, als nur eine Dose Hundefutter oder eine Tüte Trockennahrung zu öffnen. Dabei sollte auf peinliche Hygiene geachtet werden, um zu vermeiden, dass Keime übertragen werden. Die richtige und ausgewogene Futterzusammensetzung zu finden, ist nicht immer einfach. Zudem gibt es keine Belege dafür, dass Barfen für den Hund besser ist als herkömmliches Nass-oder Trockenfutter, so Astrid Behr. Für Hunde, die allergisch auf Fertigfutter reagieren, könnte es aber eine Alternative sein. Man sollte hygienisch einwandfrei mit dem Frischfleisch umgehen, um sich und seine Familie vor Infektionen zu schützen. Der Hund sollte außerdem regelmäßig entwurmt werden.