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Badeunfälle vermeiden: So kommen Sie sicher durch die Badesaison | BR24

© picture-alliance/dpa

Baderegeln: Sicher im Wasser

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Badeunfälle vermeiden: So kommen Sie sicher durch die Badesaison

Sommer, Hitze, Baden - ein schöner Dreiklang, aber nicht immer ungefährlich. Gerade in Freigewässern wie Fluss, Badesee oder Meer lauern Gefahren. Auf Nummer sicher geht man, wenn man sich an ein paar einfache Baderegeln hält.

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Die Meldungen über tödliche Badeunfälle häufen sich. Gerade heuer im Coronasommer verbringen viele ihre Freizeit am Wasser - sei es an Badeseen, Flüssen oder am Meer. Ursachen für tödliche Badeunfälle sind häufig Leichtsinn, Missachtung der Baderegeln, schlechte Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung und Unkenntnis über mögliche Gefahren. Auch Alkoholkonsum führt immer wieder zu tödlichen Badeunfällen.

Badeunfälle 2019 in Deutschland

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 417 Menschen ertrunken. Besonders Kinder und junge Menschen sind vom Ertrinken betroffen. 17 Kinder im Vorschul- und acht im Grundschulalter kamen im Wasser ums Leben. Als Ursache wird die mangelhafte Schwimmfertigkeit unter Kindern als Ursache gesehen. Diese Statistik gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im März bekannt. Nur noch 40 Prozent aller Kinder erreichten bis zum Abschluss der vierten Klasse das Deutsche Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Ende der 1980er-Jahre waren es noch mehr als 90 Prozent. Der sogenannte Freischwimmer gilt als Mindestvoraussetzung für sicheres Schwimmen.

Aufsichtspflicht vernachlässigt

Bei kleinen Kindern sei es oft "die mangelhafte Wahrnehmung der Aufsichtspflicht der Eltern", die schuld ist an einem Unglück. 80 Prozent der tödlichen Unfälle im Wasser seien vermeidbar gewesen, meldet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) .

Schwimmhilfen sind kein zuverlässiger Schutz

Eltern sind am Wasser jede Sekunde gefordert und zu 100 Prozent verantwortlich - auch im Schwimmbad, in dem es Aufsichtspersonal gibt oder am bewachten Meeresstrand. Schwimmhilfen wie Schwimmflügel oder Schwimmgürtel bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken, sie können zum Beispiel undicht sein und Luft verlieren.

Wann Kinder wassersicher sind

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) weist darauf hin, dass Kinder erst dann richtig wassersicher sind, wenn sie ...

  • sich unter Wasser genauso gut zurecht finden wie über Wasser,
  • fünfzehn Minuten ohne Halt und Hilfen in tiefem Wasser schwimmen können,
  • auf dem Rücken genauso gut schwimmen wie auf dem Bauch,
  • mehrere Sprünge beherrschen,
  • Wasser schlucken und deswegen nicht anhalten müssen.

Besondere Vorsicht gilt in Binnengewässern!

Die Unfallschwerpunkte liegen in den Binnengewässern. In Flüssen, Seen, Teichen und Kanälen verloren 362 Männer und Frauen ihr Leben. Das sind rund 87 Prozent der Opfer. Wer dort baden geht, muss also mehr auf sich selbst aufpassen als im Schwimmbad. Auf Nummer sicher geht man, wenn man sich an ein paar einfache Baderegeln hält und - wenn vorhanden - die Badestellen-Beflaggung beachtet.

Bayern hat die meisten Badunfälle

An den Küsten zwischen Borkum und Usedom starben 23 Menschen (fünf in der Nord- und 18 in der Ostsee). Wie in den Vorjahren ertranken die meisten Menschen in Bayern, dort kamen 95 Personen ums Leben - sieben mehr als im Jahr zuvor. Auf Rang zwei rangiert Nordrhein-Westfalen mit 65 Todesfällen, dritter ist Niedersachsen mit 51 Todesfällen. Es folgen Baden-Württemberg (37), Brandenburg (34) und Mecklenburg-Vorpommern (27).

Schwimmen im Meer

Unbewachte Badestellen bergen ein erhöhtes Unfall-Risiko. Die Gefahr, dort zu ertrinken, ist um ein Vielfaches höher, als an von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen. Wer überhitzt am Meer ankommt, sollte sich erst einmal ausruhen, bevor er sich in die Fluten stürzt. Beachten Sie die Beschilderung vor Ort oder erkundigen Sie sich, welche Gefahren am Strand zu erwarten sind, am See zum Beispiel bei der Wasserwacht und am Meeresstrand bei Rettungsschwimmern, Einheimischen, Hotelpersonal oder beim Reiseleiter.

Schwimmen in Flüssen

In Flüssen sollte nur schwimmen, wer fit und gesund ist, denn dort lauern viele Gefahren: überraschende Untiefen und Brückenpfeiler, die die Strömung verändern und dadurch Sogwirkungen auslösen können. In Flüssen müsse man auch immer wieder mit Treibgut wie Ästen rechnen und mit Unterwasserhindernissen wie entsorgten Fahrrädern. In Flüssen mit Gezeitenströmung verstärkt diese die ohnehin bestehenden Flussströmungen noch zusätzlich. Bleiben Sie außerdem nicht zu lange im Wasser, denn Flüsse erwärmen sich nie so stark wie Seen.

© BR24

Video: Noch immer gibt es in Bayern deutlich mehr Badeunfälle als im Bundesdurchschnitt. Häufigster Ort sind Weiher und Seen, aber auch in Flüssen ertrinken viele Menschen. Darf in jedem Fluss gebadet werden? Welche Gefahren lauern dort?

Baderegeln retten Leben

Baderegeln muss man befolgen, denn tut man es nicht, kann es schnell lebensbedrohlich werden. Wer bei Gewitter schwimmt, schwebt in Lebensgefahr: Ein Blitz sucht sich für einen Einschlag immer den höchsten Punkt - und das ist in einem Schwimmbecken oder im See zweifelsohne der Kopf eines Schwimmers.

Auch wenn Schwimmer mit vollem Magen ins Wasser gehen, kann das böse enden. Im günstigsten Fall ruft das Schwimmen mit gefülltem Bauch Unwohlsein und Seitenstechen hervor, im schlimmsten aber Erbrechen und Kreislaufzusammenbruch. Im Wasser kann Bewusstlosigkeit, wenn kein Helfer in der Nähe ist, den Tod durch Ertrinken bedeuten. Auch wer erhitzt ins kalte Wasser springt, mutet seinem Körper starken Stress durch den Temperaturunterschied zu - die Folge können erhebliche Kreislaufschwierigkeiten sein. Die Baderegel "vor dem Schwimmen abkühlen" ist also durchaus sinnvoll.

Allgemeine Baderegeln

  • Kühlen Sie sich ab, bevor Sie ins Wasser gehen.
  • Verlassen Sie das Wasser sofort, wenn Sie frieren.
  • Gehen Sie nur zum Baden, wenn Sie sich wohl fühlen.
  • Springen Sie nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist.
  • Überschätzen Sie Ihre Kraft und Ihr Können nicht.
  • Rufen Sie nie um Hilfe, wenn Sie nicht wirklich in Gefahr sind, aber helfen Sie anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  • Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere bieten keine Sicherheit.
  • Baden Sie nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Tauchen Sie andere nicht unter!
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlassen Sie das Wasser sofort.
  • Gefährden Sie niemanden durch einen Sprung ins Wasser.
  • Halten Sie das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle gehören in den Mülleimer.
  • Gehen Sie niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden.

Quelle: Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG

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