Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Auch im Winter lohnt die Pilz-Suche | BR24

© picture-alliance/dpa

Auch im Winter lohnt die Pilz-Suche

Per Mail sharen
Teilen

    Auch im Winter lohnt die Pilz-Suche

    Für viele Schwammerlsucher endet die Pilzsaison im späten Herbst. Denn die bekanntesten Speisepilze bilden ihre Fruchtkörper von Juli bis Oktober. Aber auch im Winter kann man auf der Suche nach essbaren Pilzen noch fündig werden.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Der Winterpilz, Gemeiner Samtfußrübling heißt er offiziell, macht seinem Namen alle Ehre. Er ist von November bis März an Baumstümpfen, Stämmen und Ästen von Laubholz zu finden, besonders an Weiden oder Pappeln. Mit seinem ein bis fünf Zentimeter breiten, honiggelben und klebrigen Hut ist dieser Lamellenpilz während der Wintermonate fast unverwechselbar. Als ausgezeichneter Speisepilz wird er bei Kennern geschätzt.

    Speisepilze nach dem Frost

    Angewiesen auf Frost ist der Austernseitling. Er benötigt die Minusgrade, um Fruchtkörper bilden zu können. Seinen Namen hat ihm sein büscheliges Wachstum eingebracht, das an Austernbänke erinnert. Der Austernseitling wächst an lebenden und toten Laubholzstämmen, vor allem an Rotbuche, Pappel und Weide, wird heute aber auch oft als Kulturpilz in Supermärkten angeboten. Ebenfalls erst nach den ersten Nachtfrösten erscheint der Frostschneckling - ein schmieriger Geselle mit dunkel olivbraunem bis zu sechs Zentimeter breitem Hut. Er ist ein Bewohner sandiger Kiefernwälder und ebenfalls ein guter Speisepilz.

    Beliebt in der chinesischen Küche

    Zugegebenermaßen erst beim zweiten Blick zum Anbeißen lädt das Judasohr aus der Gattung der Ohrlappenpilze ein. Seine rotbräunlichen und im Alter etwas zähen Fruchtkörper haben beinahe die Form einer Ohrmuschel. Sie sind das ganze Jahr über an lebenden und abgestorbenen Laubhölzern, besonders häufig an Holunder zu finden. Aufgetaut sehen sie ihren fernöstlichen und aus der chinesischen Küche bekannten Verwandten ähnlich, den Mu Err Pilzen.

    Eine Regel gilt aber auch bei Winterpilzen: Obwohl bei ihnen die Verwechslungsgefahr nicht so groß ist wie bei ihren herbstlichen Kollegen, sollte man als Laie vor dem Verspeisen ein Bestimmungsbuch oder einen Fachmann zu Rate ziehen.

    Der Samtfußrübling

    © picture alliance /dpa

    Samtfußrübling

    Der Samtfußrübling, Flammulina velutipes, gehört zur Familie der Physalacriaceae und wächst meist an Bächen, nah am Boden und immer an einem Holzstamm, am liebsten an Weiden, Erlen, Buchen und anderen Laubhölzern – und immer in Büscheln. Um seine Fruchtkörper ausbilden zu können benötigt er Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bis 15 Grad wächst er, unter 0 Grad stellt dieser Winterpilz sein Wachstum ein.

    • Größe: Hut 3-8 cm
    • Stiel: samtig dunkelbraun, bis zu 8 cm
    • Fleisch: gelblich mit weißlichen bis cremefarben-gelben Lamellen
    • Geschmack: mild, nussig,

    In Japan wird er in rauen Mengen verzehrt – und in der chinesischen Heilmedizin angewendet. Angeblich stärkt er auch das Immunsystem. Da er selber Kälte mag, soll er dafür sorgen, dass der Mensch von innen schön warm bleibt.

    Flammulina velutipes eignet sich für eine Suppe, als Schmorgericht, zu Rindercarpaccio.

    Der Austernpilz

    © picture alliance /dpa

    Austernpilze

    Der Austernpilz oder Austernseitling, Pleurotus ostreatus, gehört zu Familie der Seitlingsverwandten. Er wächst am liebsten an Rotbuchen, aber auch an Pappeln und Weiden. Austernpilze "fruktifizieren" erst bei Temperaturen unter 11 Grad. Unter 2,8 Grad minus stellen sie das Wachstum ein. Wird es gegen Mittag etwas wärmer, so sprießen die Pilze munter weiter. ?Folgen der Fruchtkörperbildung Temperaturen über elf Grad, so wächst sich der Pilz rasch groß aus, bildet seine Sporen und vergeht schnell. Bei niedrigen Temperaturen kann er sich hingegen über Wochen halten.

    • Größe: Hut kann bis zu 25cm erreichen.
    • Stiel: weiß, filzig und zäh
    • Fleisch: hell- oder dunkelbraun, braunviolett, ockerbräunlich, ockergelb, gelb und blassgelb bis hin zu aschgrau, gelbgrau, taubenblaugrau und schwärzlich

    Man nennt ihn auch den Kalbfleischpilz. Er ist weltweit zu finden und gehört mit dem Champignon und dem Shiitake zu den meist gezüchteten Speisepilzen.

    Pleurotus ostreatus eignet sich gut als Begleiter für Braten oder Salat.

    Das Judasohr

    © picture alliance /dpa

    Das Judasohr

    Das Judasohr, Auricularia auricula-judae,  gehört zur Familie der Auriculareales bzw. Ohrpilze. Als parasitärer Pilz lebt er vom Substrat altersschwacher oder bereits abgestorbener Bäume.

    • Größe: 5-12 cm breit, 7 cm hoch
    • Fleisch: elastisch, knorpelig
    • Geschmack: mild bis flüchtig

    Das Judasohr wächst besonders gern an alten Holunderbäumen. Seinen Namen erhielt es, da sich der Legende nach Judas nach seinem Verrat an Jesus an einem Holunderbaum erhängt haben soll. In der chinesischen Medizin gilt er als extrem gesunder Vitalpilz. Dort kennt man ihn als Mu Err Pilz

    Auricularia auricula-judae eignet sich gut zum scharf (asiatisch) anbraten.

    Von
    • Andreas Fruth
    Schlagwörter