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Astronauten-Zwillinge: Wie das Weltall den Körper verändert | BR24

© BR/IQ - Aus Wissenschaft und Forschung

Wer lange im Weltall ist, sieht schlechter: sagt die NASA, die erforscht, wie sich kosmische Einflüsse auswirken. Berühmtestes Forschungsobjekt sind die Zwillinge und Astronauten Scott und Marc Kelly.

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Astronauten-Zwillinge: Wie das Weltall den Körper verändert

Wer lange im Weltall ist, sieht schlechter: Sagt die NASA, die erforscht, wie sich kosmische Einflüsse auswirken. Berühmtestes Forschungsobjekt sind die Zwillinge und Astronauten Scott und Marc Kelly. Sogar die Gene verändern sich ...

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Während Scott Kelly von 2015 bis 2016 ein Jahr lang auf der Internationalen Raumstation ISS war, blieb sein eineiiger Zwillingsbruder Marc Kelly am Boden. Das ermöglicht der NASA einen guten Vergleich, wie sich der Weltraum auf den Körper auswirkt. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt veröffentlicht:

  • Viele Astronauten, auch Scott Kelly, entwickeln eine Sehbehinderung, weil sich unter Schwerelosigkeit die Blutgefäße vergrößern. Diese Probleme bilden sich aber auf der Erde wieder zurück.
  • Die Weltraumkost hat Scott Kellys Darmflora beeinträchtigt. Auch kosmische Strahlung wirkt sich auf die Zusammensetzung der Darmbakterien aus. Nach der Rückkehr auf die Erde, wo es wieder gewohntes Essen gab, erholte sich der Darm schnell wieder.
  • Bei Scott Kelly, wie auch bei allen anderen Astronauten, zeigt sich, dass in der Schwerelosigkeit Knochen- und Muskelmasse schwinden. Auch das Immunsystem baut ab. Außerdem ist die Körpertemperatur von Astronauten im All höher als auf der Erde. All diese Erscheinungen legen sich aber auf der Erde wieder.
  • Überraschend war, dass Scotts Telomere im All länger geworden sind. Telomere sitzen am Ende der Chromosomen und schrumpfen mit zunehmendem Alter. Vermutlich kommen dadurch Alterungsprozesse in Gang. Nach Scotts Rückkehr von der ISS wurden die Chromosomenenden aber wieder kürzer. Der Traum vom Jungbrunnen im All war somit ausgeträumt.
  • Die Epigenetik ändert sich im Weltraum. Etwa sieben Prozent der Gene des Astronauten Scott Kelly sind jetzt geringfügig anders als damals, bevor er zur ISS startete. Das heißt auch, dass sich Scott nun stärker von seinem eineiigen Zwilling unterscheidet, was sich allerdings nur im Genlabor nachweisen lässt.

Zwar bilden sich nach dem Abenteuer im Weltraum die meisten gesundheitlichen Probleme zurück, Fazit aber bleibt: Schwerelosigkeit und kosmische Strahlung können dem Körper schaden.

© BR

Raumfahrt, Reisen zu fremden Planeten: Das ist ein Entdeckertraum, den viele hier auf der Erde gerne wahrmachen würden. Nur ist eines der Probleme dabei: Raumfahren ist schlecht für die Gesundheit!