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Astronaut Matthias Maurer macht sich bereit | BR24

© ESA/Sabine Grothues

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hat seine Grundausbildung geschafft. Jetzt trainiert er gezielt für kommende Missionen ins All.

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Astronaut Matthias Maurer macht sich bereit

Im September 2018 hat Matthias Maurer sein Zeugnis bekommen: Der deutsche ESA-Astronaut hat die Grundausbildung absolviert. Jetzt trainiert er für kommende Missionen. Wohin wird seine erste große Reise ins All gehen?

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Jan Wörner, der ESA-Generaldirektor, hat Matthias Maurer am 25. September 2018 in Köln das begehrte Zertifikat überreicht: Maurer hat die Grundausbildung zum Astronauten beendet. Zwei Jahre lang folgt jetzt das missionsspezifische Training, das ihn für kommende Raumflüge wappnet. Zwischen 2021 und 2024 soll es laut Wörner so weit sein: Dann werde Matthias Maurer seinen ersten Weltraumflug bekommen. Welche Mission das sein wird, stehe noch nicht fest, sagte Jan Wörner beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress am 1.10.2019:

"Was wir nicht wissen ist, wann er genau fliegt." Jan Wörner, ESA-Generaldirektor

Zunächst sei der Flug des Franzosen Thomas Pesquet zur ISS geplant. Alexander Gerst wird somit zunächst einmal nicht wieder zur ISS starten. Er habe allen Astronauten zwei Flüge dorthin in Aussicht gestellt und Gerst sei bereits zwei Mal geflogen, sagte Wörner.

Matthias Maurer hat sich zusammen mit Astro_Alex beworben

Matthias Maurer hat somit gute Chancen, der zwölfte Deutsche im All zu werden. Der elfte deutsche Astronaut im Weltraum ist Alexander Gerst. Er war 2018 sogar Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Maurer hatte sich wie Gerst 2008 auf eine Ausschreibung der ESA als Astronaut beworben, zusammen mit rund 8.500 Kandidaten. Anders als Gerst wurde Maurer nicht sofort ins Team der aktiven Astronauten aufgenommen. Er schaffte es damals unter die zehn Finalisten, wurde nachnominiert und im Februar 2017 ins Astronauten-Korps berufen.

Zur Internationalen - und/oder zur chinesischen Raumstation?

Maurer selbst hofft, dass er 2021 als ESA-Astronaut zur ISS fliegen wird. "Aber auch das ist noch nicht entschieden. Denn wir sind sieben Astronauten im Astronautenteam und jedes Jahr darf nur einer von uns zur ISS fliegen." Die Entscheidung darüber, wer sich auf den Weg macht, fällt der Generaldirektor der ESA in Absprache mit den Mitgliedsländern. Matthias Maurer lernt außerdem gerade Chinesisch. Das könnte die Chance erhöhen, dass er in ein paar Jahren zur geplanten chinesischen Raumstation fliegt. Laut Chinas ehrgeizigem Raumfahrtprogramm soll sie ab 2022 betriebsbereit sein. Auch eine Reise zum Mond ist nicht ausgeschlossen - hierfür trainieren die ESA-Astronauten ebenfalls bereits.

"Ich trainiere, bin optimistisch und lasse das auf mich zukommen." Matthias Maurer, deutscher ESA-Astronaut

Materialwissenschaftler aus dem Saarland

Matthias Maurer arbeitet bereits seit 2010 für die ESA. Zu seinen Aufgaben gehörte es unter anderem, als sogenannter Eurocom mit den Crews auf der Internationalen Raumstation ISS zu kommunizieren. Maurer hat Materialwissenschaft und Werkstofftechnik studiert und promoviert. Zu seinen Hobbys zählen Reisen, Wandern, Radfahren, Fotografieren, Lesen und Sprachenlernen. Geboren wurde Matthias Maurer am 18. März 1970 in St. Wendel im Saarland.

Der "Explornaut" Matthias Maurer

Wer sich für die kommenden Abenteuer von Matthias Maurer interessiert, kann ihm auf Twitter folgen. Dort ist der Astronaut als "Explornaut" unterwegs.

© BR

Seit zehn Jahren trainiert der Saarländer und Materialwissenschaftler Matthias Maurer bei der ESA. Der Astronaut hat ein besonderes Ziel: den Mond. So lange er noch auf der Erde ist, entwickelt er die zukünftige Mondstation mit.