BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Wegen Corona: Patienten meiden Arztpraxen | BR24

© Sina Schuldt/dpa-Bildfunk

Wartezimmer Arztpraxis

3
Per Mail sharen

    Wegen Corona: Patienten meiden Arztpraxen

    Viele Patienten gehen derzeit trotz Beschwerden nicht zum Arzt, aus Angst, sich im Wartezimmer anzustecken. Ärzte schlagen jetzt Alarm und raten dringend: Bei klaren Beschwerden bitte unbedingt eine Praxis aufsuchen.

    3
    Per Mail sharen

    Aus Angst vor der Ansteckung lieber auf den Arztbesuch verzichten? Keine gute Idee, vor allem, wenn man dringende Beschwerden hat, warnt Dr. Michael Kann vom Hausärzteverband Rheinland-Pfalz. Gesundheitliche Probleme lassen sich nicht auf die Zeit nach der Corona-Krise verschieben.

    Das Risiko, sich im Wartezimmer anzustecken, sei zudem sehr gering. "Viele Patienten haben Ängste, ist auch verständlich. Aber mittlerweile ist es so, dass da Vorkehrungen getroffen sind, dass im Prinzip das Ansteckungsrisiko in der Praxis sehr gering ist", so Michael Kann. Üblich sei mittlerweile, so Kann, dass Patienten einzeln in die Praxis gerufen würden. Außerdem arbeiten Mitarbeiter mit Mundschutz und die Anmeldetresen sind mit Kunststoffscheiben ausgestattet.

    Gesundheitliche Probleme lassen sich nicht verschieben

    Auch achten Ärztinnen und Ärzte darauf, den unnötigen Kontakt mit Risikopatienten zu vermeiden: Michael Kann: "Wenn jetzt jemand einen grippalen Infekt hat, dann muss man abwägen, ist es jetzt ein Risikopatient oder nicht. Der sollte sich im Vorfeld erstmal telefonisch melden. Wenn man ansonsten stärkere Schmerzen hat, zum Beispiel im Bauchbereich oder Bewegungsapparat, dann sollte der natürlich einen Arzt aufsuchen." Gerade bei älteren und chronisch kranken Patientinnen und Patienten, also den Hochrisikogruppen, sei es wichtig, die Behandlungen gerade in dieser Zeit nicht zu vernachlässigen.

    Notfallmaßnahmen machen viele Besuche überflüssig

    Auf alle Fälle ist es wichtig und sinnvoll, dass man bei den Beschwerden einen Arzt aufsucht, bestätigt auch Dr. Stefan Semmler aus Regensburg. Und betont: "Wir alle sollen die notwendigen Kontakte reduzieren. Vorsorgeuntersuchungen, die gut verschiebbar sind, werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben." Und Rezepte oder Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden mittlerweile auch telefonisch ausgestellt.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!