Die Mondrakete SLS auf der Startrampe am Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida.

Die Mondrakete SLS soll die Raumkapsel Orion gen Mond schießen. Doch nun wurde auch der zweite Startversuch abgebrochen.

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Reise zum Mond: Sturm durchkreuzt NASA-Pläne für Artemis 1

Reise zum Mond: Sturm durchkreuzt NASA-Pläne für Artemis 1

Ursprünglich sollte die unbemannte Testmission "Artemis 1" am 29. August gen Mond starten. Doch nach mittlerweile zwei gescheiterten Starts muss nun auch der für den 27. September geplante nächste Anlauf abgesagt werden.

Der 29. August hätte ein historischer Tag werden sollen: die unbemannte Testmission "Artemis 1" auf dem Weg Richtung Mond. Wäre da nicht ein fehlerhafter Temperatursensor gewesen. Dieser gab an, dass eines der vier Haupttriebwerke der neuen Mondrakete SLS nicht so weit mit flüssigem Wasserstoff heruntergekühlt worden war, wie es für einen Start notwendig gewesen wäre. Dieses Problem glaubte die NASA durch ein verändertes Start-Protokoll in den Griff bekommen zu haben.

Als neuer Termin wurde der 3. September anvisiert. Doch der Start gen Mond wurde erneut abgebrochen. Der Grund dafür: Diesmal gab es Probleme beim Betanken der Rakete. Der Treibstoff für die Mondrakete SLS ist flüssiger Wasserstoff, und schon einige Stunden vor dem geplanten Start ab 20.17 Uhr trat immer wieder ein Wasserstoff-Leck auf. Da die Ingenieurinnen und Ingenieure dieses Problem vorerst nicht beheben konnten, sagte die NASA den Start ab und terminierte einen weiteren Versuch auf den 27. September.

Problemgeplagte Mission: Dritter Artemis-Start muss abgesagt werden

Nun funkt aber das Wetter dazwischen. Denn im Laufe der Woche wird in Florida, wo sich der Weltraumbahnhof Cape Canaveral befindet, Sturm "Ian" erwartet. Die NASA gab nun also bekannt, dass auch der dritte Startversuch vom 27. September abgesagt werden muss. Derzeit ist noch nicht klar, wann die NASA erneut starten will. Und der Zeitdruck nimmt zu, denn das aktuelle Zeitfenster für den Start der Rakete schließt bereits am 4. Oktober. Die nächste Gelegenheit bietet sich dann wohl erst wieder zwischen dem 17. und 31. Oktober.

  • Zum Dossier: Die Nachfolgerin von Apollo - alles über das Artemis-Programm bei ARD alpha
  • Der Hintergrund der Mission: 50 Jahre ist es her, dass Menschen zuletzt im grauen Mondstaub unterwegs waren, im Rahmen der Apollo-Mondmissionen. Jetzt will die NASA zurück zum Mond und bald auch wieder mit Astronautinnen und Astronauten auf ihm landen. Deswegen hat die US-amerikanische Weltraumbehörde das Artemis-Programm aus der Taufe gehoben (Artemis ist in der griechischen Mythologie die Schwester des Apollo).

    Wegen Problemen mit einem Triebwerk hatte die NASA bereits am 29.8.2022 den geplanten Start der Artemis I-Mission abgebrochen.

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    Artemis 1: Unbemannter Testflug zum Mond

    Die Mondlandung hat die NASA zwar auf frühestens 2025 geschoben, aber die Vorbereitung dafür laufen auf Hochtouren. Die erste Mission des neuen Mondprogramms ist Artemis 1. Sie ist ein erster unbemannter Testflug rund um den Mond mit der neuen Raumkapsel Orion, die dafür mit der ebenfalls neuen Trägerrakete SLS ins All geschossen wird.

    Orion selbst wurde von der europäischen Weltraumagentur ESA mitentwickelt. Die ESA hat das Servicemodul beigesteuert, das für den Antrieb und die Lebenserhaltungssysteme sorgen soll.

    Zwei Wochen Anflug zum Mond

    Der Mond ist zwar lange nicht so weit weg wie der Mars oder andere Planeten. Dennoch wird Orion etwa zwei Wochen unterwegs sein, bis die Raumkapsel dann in einen Orbit um den Mond einschwenkt. Nach sechs bis acht Tagen und anderthalb Runden um den Erdtrabanten ist die Mission dann auch schon erfüllt und Orion kehrt zurück. Nach insgesamt 39 Tagen soll die Orion-Kapsel im Pazifik landen.

    Der Mond - Ziel der aktuellen Raumfahrt

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    Mit Artemis 2 fliegen wieder Menschen zum Mond

    Der nächste Schritt im Artemis-Programm schickt dann mit Artemis 2 schon Astronautinnen und Astronauten zum Mond. Aber sie werden den Mond nicht betreten, sondern ihn umrunden - ähnlich wie beim ersten Mondflug der Apollo 8 im Jahr 1968.

    Die erste astronautische Mondlandung in diesem Jahrtausend soll dann mit Artemis 3 erfolgen - möglichst noch im Jahr 2025. Der Südpol des Mondes wird dabei anvisiert, denn in seinen tiefen Kratern könnte es Wassereis geben. Kürzlich hat die NASA dafür schon potenzielle Landeplätze herausgesucht.

    Auch der zweite Startversuch der Artemis-Rakete zum Mond musste wegen technischer Probleme abgebrochen werden.

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