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ARD-Themenwoche: TU-Forscher beschleunigen autonomes Fahren | BR24

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Teststrecke für autonomes Fahren auf der A9 bei München: Kameras überwachen den Verkehr.

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    ARD-Themenwoche: TU-Forscher beschleunigen autonomes Fahren

    Eines wissen die Forscher jetzt schon: Das autonome Fahren lässt noch auf sich warten. Der Lehrstuhl für Robotik, künstliche Intelligenz und Echtzeitsysteme der TU München erforscht gemeinsam mit einem Firmenkonsortium die Autobahn der Zukunft.

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    Seit Jahren läuft an der Technischen Universität München (TUM) das Forschungsprojekt "Providentia++" zum autonomen Fahren. Bisher arbeiten die Wissenschaftler vor allem an einer Teststrecke an der A9 nördlich von München an der Zukunft der Autobahn. Der nächste große Schritt ist jetzt die Einrichtung eines "Labors" im Stadtverkehr.

    An einer asphaltgrauen Kreuzung in München Garching geht es bald um die Zukunft des Autofahrens. Demnächst installieren Wissenschaftler der TUM hier Kameras, Radare und sogenannte Lidar-Laser, um verschiedene Verkehrssituationen zu analysieren und zu erforschen – zum Beispiel auch das Verhalten von Fußgängern.

    Autonomes Fahren – keine Trivialität

    Auf der A9 bei Garching läuft das Projekt mit dem klangvollen Namen "Providentia++" schon seit drei Jahren. Providentia war die römische Göttin, die über dem Kaiser mit göttlicher Vorsehung stand. Um eine Art Vorsehung oder zumindest Vorausschau geht es auch beim gleichnamigen Projekt unter Leitung der TUM.

    "Die Entwicklung des autonomen Fahrens ist keine Trivialität. Diese Fahrzeuge werden zu den komplexesten Maschinen gehören, einschließlich der gesamten Infrastruktur, die wir jemals als Massenware ausgerollt haben." Alois Knoll, Fakultät für Informatik, Technische Universität München

    Der Ordinarius des Lehrstuhls Robotik, Künstliche Intelligenz und Echtzeitsysteme, Alois Knoll, erläutert, dass dazu eine sehr hohe Präzision nötig sei und das Gesamtsystem reibungslos funktionieren müsse.

    Kamera und Radar sind unterschiedliche Sensortypen, die sich gegenseitig ergänzen. Denn Kameras können beispielsweise nachts schlecht sehen, dann greifen die Radare. Die Sensoren liefern von den Schilderbrücken Daten an leistungsfähige Server-Einheiten direkt neben der Autobahn. Wenn man alle Daten übereinanderlegt, entsteht in Echtzeit ein digitaler Zwilling des aktuellen Verkehrsgeschehens.

    Staus und Unfälle könnten vermieden werden

    Per Mobilfunk werden die Daten in die einzelnen Autos übermittelt. Das hilft Fahrzeugen vorauszuschauen, sowohl örtlich als auch zeitlich. Wie sieht es drei Kilometer weiter vorne auf der Straße aus? Oder auch um die Ecke? Damit könnte ein sich anbahnender Stau erkannt und vielleicht vermieden werden, ebenso wie potenzielle Unfälle. Etwa wenn ein schnelles Auto von hinten heranbraust, misst das System, ob zu überholen gefährlich wäre.

    Genehmigung für Teststrecke in der Stadt langwierig

    Der nächste große Schritt ist das Fahren im urbanen Verkehr, das jetzt an der Garchinger Kreuzung getestet werden soll. Doch allein die Genehmigungen bei der Stadt dauern länger als auf einer Autobahn, weil es viel mehr Ansprechpartner gibt, sagt Projektleiter Markus Bonk.

    "Die baulichen Bedingungen in einer Stadt sind wesentlich komplexer. Das versuchen wir mit dem Forschungsprojekt zu analysieren. Mit wie wenig kann ich es erreichen, dass ich trotzdem das Ziel erreiche?" Markus Bonk, TUM

    Serienreife von autonomen Autos dauert "noch ganze Weile"

    Ist es also nicht mehr weit zum Auto, das die Insassen selbständig zum gewünschten Ziel chauffiert? Daran zweifelt TU Professor Knoll: "Wir sind noch eine ganze Weile von real existierenden Fahrzeugen, die man auch als Privatmensch kaufen kann, entfernt."

    Weltweit wird mit Hochdruck am Verkehr der Zukunft geforscht. Die TU-Wissenschaftler meinen, sie könnten voll autonomes Fahren nicht nur früher ermöglichen. Vielmehr mache es die Technik auch sehr viel sicherer, als menschliches Fahren es je sein könnte.

    "#WIELEBEN - BLEIBT ALLES ANDERS" - das ist bis zum Samstag das Motto der ARD-Themenwoche. In diesem Jahr voller einschneidender Erfahrungen durch die Corona-Pandemie steht dabei die Frage im Mittelpunkt: "Wie wollen wir leben?"

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