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Eine App erforscht Pollenflug und Klimawandel

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    Eine App erforscht Pollenflug und Klimawandel

    Bürgerinnen und Bürger können sich mit einer App ab sofort aktiv an der Klimaforschung beteiligen. Sie sollen Daten über Bäume und Gräser in ihrer Umgebung erheben, die App damit füttern und so auch Allergikerin helfen.

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    Von
    • Axel Mölkner-Kappl

    In eine App sollen Bürgerinnen und Bürger in ihrer Nachbarschaft Daten über den Pollenflug verschiedener Pflanzen eingeben. Damit informieren sie Wissenschaftler über den fortschreitende Klimaerwärmung, und am Ende sollen auch Allergiker profitieren. Die Allergiker wiederum geben in die App die Heftigkeit ihrer allergischen Reaktionen ein.

    Die App ist Teil und Idee des bayerischen Forschungsverbundes BAYSICS. Und so heißt auch die App, die über die gleichnamige Website abzurufen ist.

    Kinderleichte Bedienung der App

    Die Ökoklimatologin Annette Menzel von der TU München führt die App vor. Am Campus in Weihenstephan steht Menzel vor einem Haselnußstrauch, an dem die typischen gelben männlichen Blüten hängen. Sie schnippt dagegen und es staubt.

    In der App drückt sie jetzt auf das Pflanzensymbol, bei den Pflanzen wählt sie die Hasel aus und gibt an, dass der Austrieb begonnen hat. Dann wählt sie noch den Standort aus und schickt die Information los. Wenn das möglichst viele Bürgerinnen und Bürger machen, dann haben die Forscher viele Daten für ihre Arbeit.

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    Bildrechte: BR / Axel Mölkner-Kappl

    Leicht zu bedienen: die App zum Pollenflug

    Terminkalender für Allergiker

    Ausgewertet werden Daten über den Pollenflug in Bayern auch an der Katholischen Universität Eichstätt. Ziel ist eine Art Risikokarte und Terminkalender für Allergiker. Sie sollen damit besser erkennen können, wo der Pollenflug gerade besonders stark und damit ungünstig für sie ist. Auf dem Dach der Mensa steht eine Pollenfalle. Darin bleiben in einer Trommel Pollen kleben und werden später im Labor ausgewertet.

    So erkennt man, wann und wo welche Pollen fliegen. Fallen stehen in Ingolstadt und im ländlichen Eichstätt. Denn die Doktorandin Johanna Jetschni will herausfinden, wie sich Pollenflug und –produktion zwischen Stadt und Land je nach Tageszeit unterscheiden. Einfache Wahrheiten über den Pollenflug gibt es nämlich nicht. So kann man nicht vorher sagen, ob die Belastung morgens oder abends stärker oder schwächer ist.

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    Pollen werden gesammelt

    Klimaerwärmung verschärft Allergieproblem

    Mit den Erkenntnissen aus den Pollenfallen und aus der von Bürgerin gefütterten App möchte die Geographieprofessorin Susanne Jochner-Oette den Pollenflug und die Belastung für die Allergiker noch besser verstehen und vorhersagen können.

    Denn rund 15 Prozent der Deutschen leiden an Heuschnupfen. Die Tendenz ist steigend. Der Grund: Durch die Klimaerwärmung fliegt der Pollen immer früher, es gibt mehr Pollen und er wird auch aggressiver, sagt Jochner-Oette.

    Ein Nebeneffekt der App: Die Menschen, die die kostenlose Web-App BAYSICS benutzen und mit Daten füttern, lernen den Klimawandel besser zu verstehen, da sind sich die Forscher sicher.

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