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Amtsärzte stufen Corona-Warn-App als wenig hilfreich ein | BR24

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Corona-Warn-App

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    Amtsärzte stufen Corona-Warn-App als wenig hilfreich ein

    Auf der Bundespressekonferenz zogen Vertreter von Bundesregierung eine positive Bilanz zu 100 Tagen Corona-Warn-App - ganz im Gegensatz zum deutschen Ärzteverband. Dieser zweifelt an der Wirksamkeit der App bei der Bekämpfung von Corona-Ausbrüchen.

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    Als "große Erfolgsgeschichte" feierte die Bundesregierung die Corona-Warn-App auf der vergangenen Bundespressekonferenz und verwies dabei erneut auf starke Download-Zahlen. Amtsärztinnen und -ärzte in Deutschland hingegen bescheinigen der Corona-App nur einen sehr geringen Nutzen.

    Keine große Unterstützung

    Das größte Problem der App ist, dass sie Daten nicht automatisch an die Gesundheitsämter weiterleitet. Aus diesem Grund sei die Corona-Warn-App "für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen", sagte die Verbandsvorsitzende der Amtsärzte Ute Teichert den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zudem betonte sie es komme "äußerst selten" vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines Warnhinweises bei den Ämtern melde. So spiele die Corona-App "in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle".

    Datenschutz vor Pandemieschutz

    Aus Teicherts Sicht wäre es sinnvoll, wenn die Warn-App eine Funktion hätte, mit der die Nutzer, auf freiwilliger Basis, die direkte Weitergabe von Warnhinweisen an Gesundheitsämter zulassen könnten. Dadurch wären die zuständigen Behörden wesentlich schneller über Infektionsfälle informiert und könnten dementsprechend zügig Maßnahmen ergreifen um einen Corona-Ausbruch einzudämmen, sagte Teichert. "Dies ist ein entscheidender Punkt." Aktuell ist es jedoch den App-Nutzern selbst überlassen ob sie die Initiative ergreifen und sich nach einem registrierten Kontakt mit einem Infizierten bei den Gesundheitsämtern melden. Die Politik habe entschieden, den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen und "das haben wir so zu akzeptieren", kommentierte Ute Teichert, die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

    18 Millionen Downloads

    Die Bundesregierung dagegen zog nach Ablauf der ersten 100 Tage eine positive Bilanz zur Corona-Warn-App. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sei die App, seit ihrem Start in Deutschland, mehr als 18 Millionen Mal heruntergeladen worden. Das sind in etwa so viele Downloads wie alle anderen europäischen Corona-Apps zusammen. Weiterhin betonte der Minister, dass knapp 5000 Infizierte ihre Kontaktpersonen über die Handy-Anwendung gewarnt hätten und fügte hinzu: "Das ist viel, aber es reicht uns nicht."

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