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Aluminium-Aufnahme überschreitet schnell den Grenzwert | BR24

© picture alliance/CTK digifoodstock

Aluminium ist auch da, wo man es zunächst nicht erwartet.

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    Aluminium-Aufnahme überschreitet schnell den Grenzwert

    Aluminium ist in Lebensmitteln enthalten, kann aber auch im Deo oder in der Zahnpasta stecken. Das Institut für Risikobewertung hat untersucht, wie viel davon in den menschlichen Körper gelangt: Schnell mehr, als gesundheitlich unbedenklich ist.

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    Für eine Studie hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), geschätzt und bewertet, wie viel Aluminium die Menschen in Deutschland über die Nahrung und die Haut insgesamt aufnehmen. Das kann in einer Woche deutlich mehr sein als die Menge, die als gesundheitlich unbedenklich gilt.

    Aluminium in Nahrung und Kosmetika

    Aluminium ist so gut wie überall, sogar in der Luft als Feinstaub. Kein Wunder, denn Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Das Leichtmetall steckt auch in der Nahrung, mit der es in den Körper aufgenommen wird. Vergleichsweise viel Aluminium ist zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Kaffee, Schokolade, Tee sowie Nüssen und Getreide enthalten. Aluminium steckt aber auch in Lebensmittelzusätzen und kann über Verpackungen und Kochgeschirr in die Nahrung gelangen. Allerdings bleibt nur ein Bruchteil des aufgenommenen Aluminiums im Körper, das meiste wird wieder ausgeschieden. Das gilt auch für das Aluminium, das wir mit Kosmetika über die Haut aufnehmen. Das sind etwa manche Deos und Zahnpasten, die die Zähne weißer machen sollen. Auch in Sonnencreme und Lippenstiften kann Aluminium enthalten sein.

    Nahrung enthält schon die Hälfte des erlaubten Aluminiums

    Aluminium kann also auf vielen verschiedenen Wegen in unseren Körper gelangen. Die Menge ist meistens gering, doch die einzelnen Aufnahmen summieren sich. Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat als Richtwert eine wöchentliche Aufnahmemenge von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Diese Menge wird im Durchschnitt bereits zu circa 50 Prozent durch Lebensmittel ausgeschöpft. Kommen dann weitere Quellen wie aluminiumhaltige Kosmetika dazu, kann dieser Grenzwert leicht überschritten werden.

    Je weniger, desto besser

    Das BfR empfiehlt daher, die Aufnahme von Aluminium aus allen vermeidbaren Quellen zu verringern, um das Gesundheitsrisiko zu senken. Allerdings ist bei der Aufnahme von Aluminium nach wie vor unklar, wann tatsächlich Gesundheitsgefahren drohen. "Es bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten besonders bei der Einschätzung der Langzeitfolgen sowie der tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut", sagt BfR-Präsident Andreas Hensel.

    Gesundheitliches Risiko möglich

    Laut BfR ist bei hohen Aufnahmemengen von Aluminium über einen längeren Zeitraum hinweg ein erhöhtes Gesundheitsrisiko möglich. Der Stoff kann sich im Körper anreichern. Mögliche Folgen sind Entwicklungsstörungen des Gehirns und der Motorik sowie Schäden an Nieren, Leber und Knochen. Insbesondere junge Menschen sollten darauf achten, wie viel Aluminium sie aufnehmen, da es sehr lange im Körper gespeichert wird. Das gelte insbesondere für junge Frauen. Wenn sie zum Beispiel über Kosmetikprodukte hohe Mengen von Aluminium aufnehmen, könnten bei einer Schwangerschaft die ungeborenen Kinder ebenfalls einer erhöhten Alu-Konzentration ausgesetzt sein.

    Tipps des Bundesamts für Risikobewertung

    • Salzige und saure Lebensmittel nicht in unbeschichteten Alu-Töpfen, Alu-Schüsseln oder Alu-Folien zubereiten oder lagern.
    • Wenige oder keine aluminiumhaltigen Deos und Kosmetika verwenden
    • Vielfältige Ernährung
    • Abwechslung bei Marken und Produkten bei den Kosmetika