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Alexander Gerst steigt aus der Sojus-Kapsel aus
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Autoren

Petra Zimmermann
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Alexander Gerst steigt aus der Sojus-Kapsel aus

Alexander Gerst, seine US-Kollegin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew haben wieder Erdboden unter den Füßen. "Die Crew der bemannten Sojus MS-09 ist sicher zur Erde zurückgekehrt", so das russische Kontrollzentrum mit. Die NASA teilte mit, dass es den Dreien gut gehe.

Zurück von der ISS: Alles zur Landung von Astro-Alex

Sie haben eine vierstündige Rückreise von der Raumstation ISS hinter sich - nicht lange angesichts der Entfernung, doch bei 28.000 Stundenkilometern kann es schon mal ruckelig werden. "Ich kann kaum atmen, weil meine Zunge so stark an den Gaumen gedrückt wird", beschrieb Gerst 2014 seinen Rückflug von seiner ersten ISS-Mission. Beim Eintreten in die Erdatmosphäre wird die Außenhülle zudem weit über 1.000 Grad heiß.

Von der Kapsel in die Kabine

Die Kapsel landete kurz nach sechs Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit in der kasachischen Steppe, nachdem sie um 2.40 Uhr von der ISS abgedockt wurde. In Kasachstan lag schon tags zuvor ein Apfel für sie bereit: Rückkehrern von der Internationalen Raumstation ISS drücken Helfer traditionell Kernobst als schmackhaften Willkommensgruß in die Hände.

Bereits um halb elf geht für Gerst die Reise weiter, vergleichsweise langsam mit einem Flugzeug Richtung Köln. Auf der Erde werden Ärzte zudem untersuchen, wie sich die mehr als 3.000 Erdumrundungen auf seinen Körper ausgewirkt haben.

Auch ist das Leben auf der ISS, abgesehen von der Aussicht auf die Erde, alles andere als traumhaft, allein schon des Dauerlärms von Lüftung und allerlei Geräten wegen. Bei schlechter Luft und bescheidenem Essen lebe die außerirdische Wohngemeinschaft fast ohne Privatsphäre zwischen Computern und Kabeln, sagte einmal der US-Astronaut Chris Cassidy. Die Raumstation ist kein Luftschloss, sondern eher ein Zeltlager."

Loch in der Raumkapsel immer noch rätselhaft

Einige Fragen bleiben nach der Mission auf der ISS. Noch immer ist ungeklärt, wie ein Loch in die Wand einer Raumkapsel geraten konnte. Und nach dem Fehlstart einer Sojus-Rakete Mitte Oktober musste Gerst lange auf Verstärkung warten, Experimente mussten verschoben werden.

Sojus-Raumkapsel, angedockt an der ISS (aufgenommen im Juni 2018)

Sojus-Raumkapsel, angedockt an der ISS (aufgenommen im Juni 2018)

Nächste Reise ins All noch ungewiss

Ob Gerst noch einmal zum Außenposten der Menschheit zurückkehren wird, ist ungewiss. Es gilt zwar als höchst wahrscheinlich, dass der 42-Jährige noch einmal in den Kosmos fliegt. In deutschen Raumfahrtkreisen denkt man an eine andere ehrgeizige Mission: Die USA wollen 2023 erstmals seit Jahrzehnten wieder den Mond umrunden - mit einem bemannten Orion-Raumschiff, das derzeit in Zusammenarbeit mit Europa entsteht.

Nachricht an seine künftigen Enkel

An seinem vorerst letzten Tag im All hatte Gerst alias "Astro-Alex" noch eine Video-Botschaft an seine zukünftigen Enkelkinder geschickt. "Ich hoffe sehr für Euch, dass wir noch die Kurve kriegen und ein paar Dinge verbessern können."