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Akku-Brände – die unterschätzte Gefahr? | BR24

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Lithium-Ionen-Akkus erleichtern uns das Leben - sie stecken überall drin. Die Batterien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch vorsicht, in den Batterien steckt viel Energie, die auch zu Bränden führen kann.

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Akku-Brände – die unterschätzte Gefahr?

Sie stecken in Handys, Tablets, E-Bikes oder E-Zigaretten: Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Experten und Feuerwehren warnen aber vor einer Zunahme von Akku-Bränden - und rufen die Verbraucher zu mehr Achtsamkeit auf.

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E-Bike-Akkus in Ingolstadt und im unterfränkischen Ochsenfurt, ein Elektrobus in Burghausen, ein ferngesteuertes Auto in Straubing – in den vergangenen Monaten ist die Zahl der bekannt gewordenen Brände von Lithium-Ionen-Akkus gestiegen.

Feuerwehren und Versicherer warnen

Nicht nur die Feuerwehren, auch das "Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung" der öffentlichen Versicherer in Kiel warnt vor einer Zunahme von Batterie-Bränden. Offizielle Zahlen gibt es weder bei den Versicherungen noch bei der Feuerwehr, doch die Einzelfälle an Akku-Bränden häufen sich.

Verbraucher sind zu leichtsinnig

Für Christian Emrich von der Münchner Berufsfeuerwehr sind manche Verbraucher zu leichtsinnig im Umgang mit den wiederaufladbaren Batterien, die mittlerweile in fast jedem Gerät stecken. "Ein Akku kann sich nur dann entzünden, wenn er nicht fachgerecht behandelt wurde. Verbraucher sollten die Hinweise in der Bedienungsanleitung der Elektrogeräte unbedingt beachten", sagt Emrich.

"Neu ist, dass es knallen kann"

Wenn man den gesunden Menschenverstand nutze und die Geräte sorgsam behandle, fange ein Akku auch kein Feuer. Bei Akku-Bränden müsse die Feuerwehr vorsichtig vorgehen, so Emrich: "Die Energie wird dann durch chemische Prozesse freigesetzt, bei einem Brandfall entstehen Rauchgase und Säuren wie bei jedem Kunststoffbrand. Was für uns neu ist, dass es knallen kann, ähnlich wie Feuerwerkskörper."

Das geschieht dem Experten zufolge, wenn einzelne Batteriezellen im Akku nacheinander einen Kurzschluss haben.

"Riesige Energie auf kleinstem Raum"

Auch Florian Hockel vom TÜV Süd sieht das Feuer-Risiko nur dann gegeben, wenn der Nutzer fahrlässig mit den Lithium-Ionen-Batterien im Spielzeug, in der E-Zigarette oder am E-Bike umgehe. Der Grund für die Brandgefahr stecke im Akku, sagt Hockel: "Es sind hochenergetische entwickelte Technologien, die eine riesige Energie auf kleinstem Raum gespeichert haben und dann natürlich auch dementsprechend, wenn sie falsch behandelt werden, diese Energie schlagartig entfalten können." Bei falscher Behandlung kann es etwa zu Bränden oder Flammenbildung kommen.

Hockel und sein Team vom TÜV Süd prüfen rund 800 neu entwickelte Akkus jedes Jahr auf Hitze- und Kälteresistenz, Stabilität und Leistung. Vor allem die sogenannten Separatoren können für Probleme sorgen: Sie trennen Plus- und Minuspole und können, wenn sie beschädigt werden, für einen Kurzschluss sorgen.

Akkus von E-Autos verhältnismäßig sicher

Die Brandgefahr bei E-Autos ist laut Feuerwehr und TÜV sehr gering: "Der Akku ist in einem E-Auto tief im Inneren verbaut und gegen Temperaturschwankungen und Erschütterungen abgesichert", sagt Florian Hockel.

Auch die Feuerwehr hat keine Bedenken wegen der neuen Technologie. Mit dem Gerücht innerhalb der Feuerwehr-Community, ein brennendes Elektroauto müsse auf spezielle Weise gelöscht werden, will Christian Emrich aufräumen: "Man löscht auch hier den brennenden Akku mit Wasser." Zwar seien Akkus von E-Autos im Brandfall extrem heiß, das Kühlen mit Wasser sei aber nach wie vor das richtige Mittel, so Emrich. Es bedarf auch keiner speziellen Löschwannen.

Tipps zur Brand-Vorbeugung

Um potenzielle Gefahren schon von vornherein zu umgehen, rät der TÜV Süd, folgende Punkte im Umgang mit Akkus zu beachten:

  1. Akkus nicht unbeaufsichtigt aufladen – Experten raten sogar, die Geräte nicht nachts aufzuladen, da man den Vorgang nicht im Blick hat.
  2. Akkus und Elektrogeräte nicht permanent am Stromnetz hängen lassen. Das Gerät abzustecken, wenn es aufgeladen ist, schont die Batterie und verlängert die Lebensdauer.
  3. Akkus und Elektrogeräte nicht herunterfallen lassen – Erschütterungen können zu Zellschädigungen in der Batterie führen.
  4. Hitze und Kälte setzen Akkus zu, sie können zu möglichen Schäden führen. Davon, E-Bikes bei Minusgraden in der Garage aufzuladen, rät der Akku-Experte genauso ab wie vom Aufladen von Akkugeräten auf Unterlagen, die zusätzlich Wärme erzeugen wie einem Kissen oder einer Decke.
  5. Keine Billig-Steckdosenleisten kaufen – besser sind Geräte, die mit offiziellen Siegeln wie "CE" oder "GS" versehen sind.

Wer das beachtet, braucht sich laut dem TÜV-Experten keine Sorgen zu machen, dass der Akku in Brand gerät.