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Aerosol-Forschung: Zum Schutz vor Corona leise sprechen | BR24

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Tröpfchen, die beim Husten und Niesen ausgestoßen werden, sinken normalerweise schnell zu Boden. Im Gegensatz zu Aerosolen, die länger in der Luft schweben. Diese feinen winzigen Partikel nimmt die Forschung aktuell besonders unter die Lupe.

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Aerosol-Forschung: Zum Schutz vor Corona leise sprechen

Bei Demonstrationen in Zeiten von Corona liegt die Gefahr einer Infektion mit dem gefährlichen Virus buchstäblich in der Luft. Wie man dabei das Risiko einer Ansteckung möglichst gering halten kann, erforschen Physiker der Universität der Bundeswehr.

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Tröpfchen und möglicherweise auch kleinere, flüssige Schwebeteilchen, die Aerosole, spielen bei der Verbreitung des Covid-19-Erregers eine zentrale Rolle. Wie genau sich solche Partikel nach dem Ausatmen in der Luft verbreiten, erforscht Christian Kähler mit seinem Team am Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr in München. Die Erkenntnisse der Forscher tragen maßgeblich dazu bei, geeignete Regeln für die Eindämmung der Seuche zu entwickeln.

Eine wichtige Regel: Leise Sprechen!

Mit Hilfe von sehr starkem Laserlicht können Wissenschaftler die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Partikel sichtbar machen, beispielsweise bei Husten, Singen aber auch beim Sprechen ohne Maske. Besonders große Unterschiede konnte die Forschungsgruppe beim leisen und lauten Sprechen messen: So wird bei normaler Sprechlautstärke die Luft kaum in Bewegung versetzt, gerade mal rund 20 cm beträgt hier die Reichweite der kleinen Tröpfchen.

Ein Sicherheitsabstand von einem Meter reicht somit nach Ansicht der Forscher völlig aus, um sich vor einer Tröpfcheninfektion bei einer normalen Unterhaltung zu schützen. Bei hitzigen, lauten Gesprächen steigt die Reichweite der Tröpfchen dagegen erheblich an. Dann sollten, auch mit Masken, mindestens eineinhalb Meter Sicherheitsabstand eingehalten werden. Laut schreien und sich dabei zu nahe kommen, sind laut Christian Kähler die größten Risiken, um sich bei einer Demonstration anzustecken.

Masken bleiben wichtig

Keineswegs sollte man nach Meinung der Strömungsmechaniker bei großen Menschenansammlungen im Freien auf Bedeckungen von Mund und Nase verzichten. Zwar können Baumwolltücher oder einfache OP-Masken keine Viren aus der Atemluft filtern, allerdings konnten die Forscher zeigen, dass auch solche Masken beim Ausatmen den Luftstrom nach oben oder zur Seite lenken. So halten sie, trotz ihrer mangelhaften Filterleistung, den Verbreitungsbereich der infektiösen Tröpfchenwolken klein.

Zudem schützen Masken ihr Gegenüber vor direkten "Treffern" mit großen Tröpfchen. Die können beispielsweise auch von einem einfachen Baumwollstoff ohne besondere Filterfunktion zurückgehalten werden.

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