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Ein Reh steht am Straßenrand
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BR24 Redaktion
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Ein Reh steht am Straßenrand

Auf Deutschlands Straßen sind im vergangenen Jahr zehn Menschen bei Wildunfällen ums Leben gekommen. Knapp 3.000 Menschen wurden laut Statistischem Bundesamt verletzt. Die meisten der Unfälle ereigneten sich in Bayern und Niedersachsen. In den letzten zehn Jahren hat sich die ZahI der gemeldeten Wildunfälle drastisch erhöht! Ereigneten sich 2007 noch 54.870 Wildunfälle in Bayern, waren es zehn Jahre später bereits 74.215. Die meisten davon mit Rehen. Bundesweit kommt es laut Statistischem Bundesamt zu 200.000 Wildunfällen.

Im Dämmerlicht besteht erhöhter Wildwechsel

Vor allem in der Abenddämmerung und im Morgengrauen besteht erhöhte Wildwechselgefahr. Das Wild sucht in Wäldern und auf Feldern Futter, beziehungsweise kehrt von der Nahrungssuche zurück. Die Lebensräume für die Tiere werden weniger: Um zum Futterplatz zu gelangen, muss das Wild häufig Straßen überqueren. Geblendet vom Licht der Scheinwerfer bleiben die Tiere bewegungslos stehen.

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden?

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden?

Was tun, wenn ein Wildtier am Straßenrand entdeckt wird?

Als Faustregel gilt: Wenn ein Tier die Straße überquert hat, ist mit weiterem Wild zu rechnen. Steht ein Wildtier bereits neben oder auf der Straße, sollte man bremsen, abblenden und möglichst hupen. Wichtig ist es dabei natürlich, den nachfolgenden Verkehr im Auge zu behalten. Zur eigenen Sicherheit sollte der Autofahrer kein Ausweichmanöver probieren. Die Gefahr durch hektische Lenkradbewegungen in den Gegenverkehr zu geraten oder am nächsten Baum zu landen, ist groß. Der so verursachte Schaden kann wesentlich höher sein als nach einer Kollision mit dem Tier.

So vermeiden Sie als Autofahrer Wildunfälle

  • Runter vom Gas! Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit im Bereich der Warnschilder für Wildwechsel.
  • Augen auf! Beobachten Sie die Fahrbahnränder aufmerksam, insbesondere bei Dämmerung und nachts.
  • Vorsicht Nachzügler! Wo ein Tier ist, ist auch mit weiteren Tieren zu rechnen.
  • Licht abblenden! Steht Wild an oder auf der Fahrbahn, blenden Sie ab, bremsen kontrolliert und hupen. Wild ist im grellen Scheinwerferlicht schnell orientierungslos und reagiert panisch.
  • Auf den Hintermann achten! Bei Kleinwild wie Hase und Fuchs wird oft geraten, nur zu bremsen, wenn kein Auffahrunfall droht.
  • Kontrolle über den Wagen behalten! Damit eine unvermeidbare Kollision nicht tödlich endet: Weichen Sie nicht unkontrolliert aus! Halten Sie das Lenkrad fest, fahren Sie weiter geradeaus und bremsen Sie. Baumunfälle oder Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr sind für gewöhnlich auch nicht versichert.

Schäden durch Ausweichmanöver oft nicht versichert

Schäden, die durch Ausweichmanöver gegenüber Tieren entstehen, fallen nicht in den Versicherungsschutz - auch dann nicht, wenn das Ausweichmanöver aus einer Schreckreaktion oder einem ungesteuerten Reflex heraus erfolgt.

Wenn sich eine Kollision nicht vermeiden lässt ...

... sollten Sie das Lenkrad festhalten und eine Vollbremsung machen. Weichen Sie nicht aus, da die Gefahr und der Schaden meist größer sind, wenn Sie in ein entgegenkommendes Auto oder gegen einen Baum fahren. Zudem bezahlen Teilkaskoversicherungen in der Regel zwar bei Kollisionen mit Wildtieren, nicht aber, wenn Sie ausgewichen sind.

Für ein Kleintier nicht bremsen

Läuft Ihnen ein Kleintier (z. B. ein Hase oder eine Katze) vor das Auto, dürfen Sie keine Vollbremsung machen. Wenn Ihnen dabei jemand auffährt, können Sie die Schuld an dem Unfall bekommen.

Ein Wildunfall - was ist zu tun?

Ist es zu einem Unfall gekommen, sollten Sie einiges beachten, damit der Versicherungsschutz greift.

Maßnahmen

  • Unfallstelle absichern, Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck in ausreichender Entfernung aufstellen.
  • Wenn gefahrlos möglich, tote Tiere mit Handschuhen von der Straße ziehen. Verletzte Tiere auf keinen Fall anfassen: Verletzungs- und Tollwutgefahr!
  • Den Unfall unverzüglich der Polizei melden – auch wenn das Tier geflüchtet ist. Die verständigt den Jagdpächter.
  • Polizei oder Jagdpächter stellen eine Wildunfall-Bescheinigung zur Schadenregulierung bei der Versicherung aus.
  • Unfallfolgen für die Versicherung durch Fotos dokumentieren. Fahrzeugschäden durch Haarwild sind in der Regel durch die Teilkasko abgedeckt.
  • Auf keinen Fall das tote Wild in den Kofferraum legen und wegfahren. Das ist Wilderei und somit strafbar.

Was ist zu tun, wenn es zu einem Wildunfall gekommen ist?

Was ist zu tun, wenn es zu einem Wildunfall gekommen ist?