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Achtung Mäusekot: Schützen Sie sich vor dem Hantavirus! | BR24

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Achtung Mäusekot: Wie gefährlich ist eine Hantavirus-Infektion?

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Achtung Mäusekot: Schützen Sie sich vor dem Hantavirus!

Derzeit häufen sich die Zahlen von Hantavirus-Infektionen. Ansteckungsgefahr besteht beim Aufräumen und Reinigen von Schuppen und Garagen oder bei der Gartenarbeit. Denn überall da, wo sich Mäuse tummeln, kann auch das gefährliche Hantavirus lauern.

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Beim Aufräumen und Putzen von Garage oder Schuppen sollte man Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit es nicht zu einer Infektion mit dem gefährlichen Hantavirus kommen kann. Das Virus wird vor allem von Rötelmäusen übertragen, wobei längst nicht jedes Tier das Virus in sich trägt. Heuer wurden beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit bis zur 37. Meldewoche bisher 242 Hantafälle gemeldet. Zum Vergleich: 2018 waren es im selben Zeitraum nur 17 Infektionen.

Übertragung des Hantavirus: von Maus zu Mensch

Übertragen wird das Hantavirus durch den Speichel, Kot und Urin infizierter Nager. Anstecken kann man sich durch kontaminierte Lebensmittel und Staub, in dem getrockneter Kot und Urin der Mäuse enthalten ist, oder wenn dieser Staub in offene Wunden gelangt. Auch wenn man von einer Maus gebissen wird, sollte man vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist eher unwahrscheinlich.

Symptome ähneln einer Grippe

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis fünf Wochen - dann kommt es zu grippeähnlichen Symptomen: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen treten auf. Bei schwerem Verlauf kann eine Nieren- oder Lungenentzündung hinzukommen. Besteht der Verdacht, sich angesteckt zu haben, sollte man schnell zum Arzt gehen: Eine sichere Diagnose ist nur über eine Blutuntersuchung möglich.

Symptome klingen gut ab - normalerweise

Eine Impfung gegen Hantaviren gibt es nicht, die Symptome sind jedoch normalerweise gut zu behandeln und Betroffene tragen meist keine Spätfolgen davon. Nur in Ausnahmefällen kann es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.

© BR/Abendschau

Eigentlich ein kleines possierliches Tierchen überträgt die Waldwühlmaus oder auch Rötelmaus doch einen recht gefährlichen Krankheitserreger: das Hantavirus. Warum die Infektionszahlen steigen und wie Sie sich schützen können ...

Wer sollte aufpassen?

Meist werden die Krankheitserreger via Staubpartikel eingeatmet. Gefährdet ist man vor allem bei Arbeiten in Wald und Wiese, denn die Rötelmaus ist in Buchen- und Mischwäldern heimisch. Sie fühlt sich aber auch in waldnahen Gärten wohl. Deswegen muss man bei der Reinigung von Gartenschuppen und Co. oder bei Gartenarbeiten - zum Beispiel beim Holzstapeln - aufmerksam sein.

Vorsichtsmaßnahmen beim Frühjahrsputz

Beim Putzen von Orten, an denen sich Mäuse tummeln könnten, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Lüften Sie die betroffenen Räume vor dem Putzen gut durch.
  • Gehen Sie am besten mit Overall, Einmalhandschuhen, Gummistiefeln und Mundschutz ans Werk.
  • Feuchten Sie die verschmutzten Flächen an, um keinen Staub aufzuwirbeln.
  • Sollten Sie beim Putzen auf eine tote Maus oder Mäusekot stoßen: Besprühen Sie diese mit Desinfektionsmittel, geben Sie sie in eine Plastiktüte und diese gut verschlossen in den Hausmüll.
  • Reinigen Sie die betroffenen Flächen hinterher mit Alkohol oder anderen Desinfektionsmitteln: Diese zerstören die Viren und verringern das Infektionsrisiko.
© BR

Die Gefahr lauert in Holzschuppen oder Garagen. Das Hantavirus breitet sich im Bayerischen Wald zunehmend aus. Alleine der Landkreis Freyung-Grafenau zählt in diesem Jahr bereits 64 Erkrankungen. Hauptüberträger ist die Rötelmaus.

Unterschiedliche Virustypen weltweit

Das Hantavirus tritt weltweit in verschiedenen Arten auf. In Deutschland kommt das sogenannte Puumala-Virus am häufigsten vor. Die Typen des Hantavirus unterscheiden sich auch in ihrer Gefährlichkeit: Amerikanische Virentypen zum Beispiel können wesentlich lebensbedrohlicher sein als die Hantaviren, die in Deutschland vorkommen.

Meldepflichtige Infektion

Ein Infektionsrisiko besteht das ganze Jahr über, besonders hoch ist die Gefahr aber von April bis September. Seit 2001 muss die Infektion gemeldet werden. Die Zahl der bundesweit übermittelten Hantavirus-Erkrankungen variiert von Jahr zu Jahr sehr stark, so das Robert-Koch-Institut (RKI).

Woher kommt die Bezeichnung Hantavirus?

Die Bezeichnung des Virus leitet sich vom innerkoreanischen Grenzfluss Hantaan ab: Während des Koreakriegs in den 1950er-Jahren erkrankten dort Tausende UNO-Soldaten an einer Infektion.

© picture alliance

Die Rötelmaus überträgt das Puumala-Virus - eine Art des Hantavirus.